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Hund Angus und ihr Frauchen sind ein starkes Team in der Anwaltskanzlei Hinrichs

„Wuff – ich bin hier der Bürovorsteher“

Hunteburg/Dielingen

In der Anwaltskanzlei Wiebke Hinrichs in Stemwedes Nachbarort Hunteburg werden Besucher nicht erst von der Chefin persönlich oder ihren Mitarbeiterinnen in Empfang genommen

Gertrud Premke

Unzertrennlich: Bürohund Angus begleitet Frauchen Foto: Gertrud Premke

An der Tür begrüßt sie schnuppernd – und ein wenig Respekt einflößend – ein großer schwarzer Vierbeiner namens Angus.

Im ersten Augenblick ist man stutzig bei dieser ungewöhnlichen Begegnung und spürt irgendwie, dass Angus sein Gegenüber erst mal kritisch abwägend mustert. Aber dann ist auch schon die Hunde-Besitzerin zur Stelle und bricht das Eis dieser angespannten Situation.

„Angus dient hier sozusagen als mein Bürovorsteher,“ lacht Wiebke Hinrichs freundlich und weist ihren treuen Vierbeiner an seinen angestammten Platz im Büro.“ „Mein Hund ist jetzt acht Jahre bei mir und ich habe ihn immer um mich herum – auch während meiner dienstlichen Arbeit“, erzählt die Juristin. „Wir haben unseren Vierbeiner vom Schäferhof in Stemshorn. Die Wahl des Namens Angus traf mein Mann.“

Das sei damals eine lustige Geschichte gewesen, erinnert sich die Hunteburgerin. Angus‘ Mutter ist eine Hündin der Hütehund-Rasse „Altdeutsche Gelbbacke“ und der Vater ein Border-Collie, also ebenfalls ein Hütehund. Allerdings stand zunächst nicht fest, wer der genetische Vater von Angus war. Die Mutter war eine Liaison mit gleich zwei Rüden eingegangen und von beiden auch gedeckt geworden. Sie sollte eigentlich von einem Harzer Fuchsrüden (ebenfalls eine Hütehund–rasse) tragend werden, aber der so genannte „Nachbars Lumpi“, ein Border-Collie, hatte sich ebenfalls in die attraktive Hündin verguckt.

Der heimliche Liebhaber war in einem unbeobachteten Moment ebenfalls „aktiv“ geworden. Ein späterer Gentest bestätigte dann auch, dass Angus vom Border-Collie abstammt, also vom Nachbarrüden. Er ist also ein „Kind der Liebe“.

„Seinen ungewöhnlichen Namen hat mein Mann ausgesucht. Hier standen die bekannte Rockband AC/DC und Angus Young, ihr legendäre Gitarrist, Pate. Somit heißt Angus auch korrekt Angus Young,“ berichtet Wiebke Hinrichs.

Sie selbst ist Friesin, die es aus familiären Gründen nach Hunteburg verschlagen hat und hier seit Jahren hier als Anwältin ansässig ist. Und hier bringt sich Angus nicht nur als „Bürovorsteher“ ein, sondern auch als kluger Mediator. „Angus ist ein außerordentlich einfühlsamer Hund“, schwärmt das tierliebe Frauchen von ihrem Vierbeiner. „Wenn hier in meinem Büro mal die Emotionen der Klientel hochkochen, ist Angus zur Stelle und legt beruhigend seinen Kopf auf den Schoß der Akteure. Er spürt und empfindet die Gemütslage und besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.“

Hier sind beide, Mensch und Tier, aufeinander abgestimmt. Nach einem langen anstrengenden Büroalltag wird noch gemeinsam Frisbee gespielt, denn Angus hat einen großen Bewegungs- und Tatendrang und ist außerdem sehr unternehmungslustig. Er begleitete Wiebke Hinrichs bei der Erwanderung des gesamten Heidschnuckenweges in der Lüneburger Heide, immer zuverlässig und beschützend. „Auch bei Spaziergängen in der Dämmerung habe ich mit Angus stets ein gutes und sicheres Gefühl. Mein Hund erkennt Gefahren und auch meine Gemütslage. Er bemerkt und erkennt meine Empfindungen und teilt diese mit einer besonderen Gestik. So spürt er zum Beispiel, wenn ich unbekannte Akten lese und die Inhalte mich emotional berühren“ erzählt die Hundeliebhaberin.

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