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Polizei in Minden musste sich mit zwei ungewöhnlichen Fällen auseinander setzen

Unfallflucht: Nicht jede Erklärung ist glaubhaft

Minden

Unfallfluchten sind zumeist Routineangelegenheiten für die Polizei, vor allem dann, wenn es sich um eine Schramme auf einem Supermarkt-Parkplatz handelt. Am vergangenen Wochenende konnten die Beamten allerdings zwei ungewöhnliche Fälle klären, die sich doch deutlich davon unterschieden.

Mit zwei ausgesprochen ungewöhnlichen Fällen von Fahrerflucht musste sich jetzt die Polizei in Minden befassen. Foto: Carsten Rehder

So wurde in der Nacht zu Sonntag eine Unfallflucht auf der Südfelder Straße in Minden gemeldet. Den bisherigen Erkenntnissen nach hatte ein Fahrer gegen Mitternacht einen Fiat auf der Südfelder Straße in Fahrtrichtung Stemmer Heide gesteuert und aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Auto verloren. Dabei geriet der Wagen nach links von der Fahrbahn ab, kollidierte mit einem Straßenbaum und schleuderte um die Längsachse herum.
Der Fahrer des Autos verschwand kurz darauf unerlaubt von der Unfallstelle.

Dafür erschien ein Ehepaar im Rahmen der Unfallaufnahme vor Ort und gab an, den verunfallten Kleinwagen mit einem Ackerschlepper abholen zu wollen. Dabei äußerte die Frau, die Fahrerin des Autos gewesen zu sein. Aufgrund ihrer Aufregung habe sie zunächst die Unfallstelle verlassen.

Die Erklärungen des Paares führten bei den Beamten zu beträchtlichen Zweifeln. Im Rahmen  ihrer weiteren Ermittlungen konnte deren Sohn (25) als vermeintlicher Unfallverursacher ausgemacht und schlafend in einer Wohnung angetroffen werden. Gegenüber den Einsatzkräften räumte der verletzte Petershäger schließlich den Tatvorwurf ein, der Fahrer gewesen zu sein.

Er wurde auf die Wache nach Minden gebracht, wo man ihm aufgrund einer vermuteten Alkoholisierung eine Blutprobe entnahm. Nach einer Untersuchung durch einen Arzt wurde der 25-Jährige zur weiteren Versorgung ins Johannes-Wesling-Klinikum gebracht. Sein Führerschein und der Unfallwagen wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld sichergestellt.

Bereits am späten Freitagabend war die Polizei in der Straße „Riehe“ in Minden über eine weitere Fahrerflucht informiert worden. Den Angaben von Zeugen zufolge hatte ein Pkw-Fahrer gegen 23.30 Uhr mit einem Auto einen geparkten Audi vor einem Mehrparteienhaus beschädigt. Durch einen lauten Knall waren Anwohner auf den Unfall aufmerksam geworden und sahen, dass sich der Fahrzeuglenker zusammen mit weiteren Beifahrern mit quietschenden Reifen in einem grauen Pkw aus dem Staub machte.

Bei der Unfallaufnahme erschienen nach und nach die mutmaßlichen Fahrzeuginsassen, vier männliche Mindener im Alter von 18 bis 21 Jahren. Nachdem diese sich zunächst ahnungslos zeigten, schilderte der vermeintliche Fahrer (21) nach einer Belehrung, dass er mit seinen Freunden zuvor auf einer Feier gewesen sei und sie nach Hause habe bringen wollen. Bei der Fahrt sei er schließlich von der Straße abgekommen und habe einen Zaun durchfahren, bevor es schlussendlich zur Kollision mit dem geparkten Fahrzeug gekommen sei. Daraufhin habe man sich gemeinsam von der Unfallstelle entfernt.

Ein Atemalkoholtest schlug bei dem Mindener positiv an, ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Seine Fahrerlaubnis blieb bei der Polizei, der BMW wurde sichergestellt. Da sich keiner der vier Fahrzeuginsassen ausweisen konnte, hatten die Polizisten sie zur Feststellung ihrer Personalien auf die Polizeiwache in die Marienstraße gebracht.

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