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Mehr als eine halbe Million Euro gespendet

Aktionen der Schützenvereine für Hochwasseropfer bringt überwältigendes Ergebnis

Paderborn/Büren

Ein Jahr nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe 2021 in Rheinland-Pfalz und NRW – insbesondere im Ahrtal – mit insgesamt mehr als 180 Todesopfern und Schäden in Milliardenhöhe hat der Diözesanverband (DV) Paderborn des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) Schlussbilanz der schützenbrüderlichen Hilfsmaßnahmen gezogen.

Von Jürgen Spies

Bei den Hauptorganisatoren der Spendenaktion liefen viele Fäden zusammen (von links): Franz Heinrichsmeier, Mario Kleinemeier, Rudolf Bracht und Manuel Tegethoff. In Mails bedankten sich die Empfänger für das große Engagement aller, die gespendet haben, wie etwa auch die Schützen aus Bliesheim, wie auf dem Laptop-Bildschirm zu sehen ist. Foto: Jürgen Spies

Neben der gewaltigen Spendensumme, die unter der Regie des DV Paderborn zusammenkam (225.000 Euro), sammelten zudem viele Bruderschaften und Schützenvereine in Eigenregie, so dass „man insgesamt von einer Gesamtspendensumme der Schützen aus weiten Teilen Ostwestfalens in Höhe von mehr als 500.000 Euro ausgehen kann“, sagte Diözesangeschäftsführer Manuel Tegethoff aus Niederntudorf jetzt anlässlich einer Zusammenkunft der Hauptorganisatoren.

Schon einen Tag nach der fürchterlichen Flut hatten der DV Paderborn und der Bund der St.-Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ) im heimischen Diözesanverband nach einem Abstimmungsgespräch ein Spendenkonto eröffnet. Zwei weitere Tage später kam es zu einem Spendenzusammenschluss der vier großen Schützenverbände in OWL: DV Paderborn, Kreisschützenbund Büren, Kreisschützenbund Lippstadt sowie Schützenkreis Gütersloh. „Unsere Aktion ‚Gemeinsam stark – Schützen helfen‘ war ein großartiger Erfolg. Das Spendengeld ist 1:1 dort angekommen, wo es gebraucht wurde. Unser Dank gilt allen, die sich daran beteiligt haben“, so Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier aus Westerwiehe zu dieser erstmaligen verbandsübergreifenden Aktion, die rein ehrenamtlich gestemmt wurde.

Hauptziel der Spendenaktion war von Anfang an, Spendengelder über die Schützenvereine in den betroffenen Hochwassergebieten unkompliziert und schnell zu verteilen und dabei stets Transparenz für alle, die gespendet haben, sicherzustellen. „Die Menschen vor Ort wissen am besten, wer Hilfe benötigt und was benötigt wird“, unterstreichen Ehren-Diözesanschießmeister Franz Heinrichrichsmeier aus Mantinghausen und Diözesanschießmeister Rudolf Bracht aus Salzkotten. Geholfen haben die Schützen zudem mit zahlreichen Sachspenden.

Rudolf Bracht, der sich vor Ort auch selbst ein Bild von den Zerstörungen machen konnte: „Die Wassermassen haben manche Schützenhäuser ganz weggerissen, Gebäude überschwemmt. Schießsportanlagen und das Interieur zerstört. Vielfach gab es Totalschäden. Übrig blieben oft nur noch Metall- und Elektroschrott.“

Mehrere heimische Bruderschaften und Schützenvereine stellten den betroffenen Schützen Ersatz zur Verfügung. „Viele Jungschützen in den betroffenen Gebieten packten wochenlang an und halfen, Gebäude und voll Schlamm gelaufene Kellergeschosse wieder wasser- und schmutzfrei zu bekommen“, berichtet der Diözesanschießmeister.

Bei der Sitzung des Diözesanbruderrates des BHDS im Herbst 2021 in Geseke hatten Vertreter der Bezirksverbände (BV) Rhein-Ahr und Erftstadt einen Sachstandsbericht samt Fotos zu den angelaufenen Wiederaufbauprojekten dank der Hilfe aus OWL gegeben.

Ausgezahlt wurden die Spenden in mehreren Tranchen und in Abstimmung mit dem BdSJ um Diözesanjungschützenmeister Daniel Fromme sowie den Empfängern in den BV Stollberg, Erftstadt, Euskirchen, Schleiden, Rhein-Ahr und Trier im Zeitraum Juli 2021 bis April 2022.

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