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Fleischsortiment: Bauernpräsident sieht viele ungeklärte Fragen

Aldi irritiert Beringmeier

Hövelhof/Münster

Die jüngst bekannt gewordenen Vorstellungen des Lebensmitteldiscounters Aldi, sein Frischfleisch-Sortiment bis zum Jahr 2030 auf die höheren Tierwohl-Haltungsformen 3 und 4 (Außenklima- und Bio-Haltung) umzustellen, treffen in der heimischen Landwirtschaft auf deutliche Skepsis.

Bauernpräsident Hubertus Beringmeier. Foto: Bernhard Hertlein

Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband aus Hövelhof (Kreis Paderborn) und Sprecher für den Bereich der Schweinehaltung im Deutschen Bauernverband, wies auf „zahlreiche ungelöste Fragen“ hin – nämlich wie der Umbau der deutschen Nutztierhaltung rechtlich und finanziell innerhalb von nur neun Jahren bewältigt werden soll.

„Wenn die Haltungsformen 3 und 4, die derzeit nur eine kleine Marktnische ausmachen, bis 2030 alle Regale füllen sollen, muss sich auch Aldi noch sehr anstrengen und vor allem deutlich höhere Erzeugerpreise zahlen, um mehr Tierwohl angemessen zu honorieren“, sagte Beringmeier. „Die deutschen Bauern sind sehr gespannt, wie Aldi dies umsetzen will. Ich biete dem Unternehmen gerne an, die vielen offenen Detailregelungen in einem Dialog zu erarbeiten.“

Dabei seien sich die Bauern und Aldi einig in dem Ziel, „dem Tierwohl in unseren Ställen eine größere Bedeutung zu geben.“ Beringmeier: „Die jetzt veröffentlichten Vorschläge des Discounters greifen im Kern die Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, der sogenannten Borchert-Kommission, auf. Ich selbst stehe zu 100 Prozent hinter diesen Empfehlungen und erwarte von der Politik, dass sie den Weg zu mehr Tierwohl in unseren Ställen möglich macht.“ Allerdings hätten die Landwirte erst jüngst erlebt, dass die Parteien nicht in der Lage seien, „die für einen Umbau der Nutztierhaltung erforderlichen Änderungen im Bau- und Umweltrecht zu beschließen und eine verlässliche Finanzierung des Umbaus zu gewährleisten.“

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