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Coronalage im Kreis Paderborn am Mittwoch: LZG meldet Inzidenz von 39,6 – Kreis dazu: „keine Aussagekraft“ – zwei weitere Fälle der britischen Variante

26 Neuinfektionen, 112 Erkrankte genesen

Paderborn (WB/LaRo)

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist im Kreis Paderborn von 356 auf 270 gesunken. Das gab die Verwaltung im täglichen Lagebericht am Mittwoch bekannt. Darin aufgeführt werden 26 Neuinfektionen und 112 Erkrankte, die als genesen gelten (Stand: Mittwoch, 11 Uhr. Zur vom Landeszentrum für Gesundheit (LZG) gemeldeten Sieben-Tage-Inzidenz von 39,6 heißt es vom Kreis, dass sie keine Aussagekraft habe. Zudem wurden zwei weitere Fälle der britischen Variante des Coronavirus festgestellt.

 

Ein Abstrichstäbchen (Symbolbild). Foto: Britta Pedersen/dpa

Die 270 aktiven Fälle verteilen sich zurzeit wie folgt auf die zehn Kommunen: Paderborn (125), Salzkotten (44), Delbrück (22), Bad Lippspringe (18), Hövelhof (16), Altenbeken (14), Büren (14), Lichtenau (8), Borchen (6) und Bad Wünnenberg (3).

45 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 18 von ihnen intensivmedizinisch. 1184 Menschen befinden sich in Quarantäne. Einen weiteren Todesfall gab es am Mittwoch nicht. Seit Pandemiebeginn sind 129 Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Das LZG wies – wie berichtet – für den Zeitraum vom 3. bis zum 9. Februar eine Sieben-Tages-Inzidenz von 39,6 aus (Datenstand: 0 Uhr; Vortag: 52,3). Damit lag der Wert am Mittwoch im Kreis Paderborn erstmals seit dem 26. Oktober 2020 wieder unter 50, als die so genannte Gefährdungsstufe 2 erreicht wurde. Zielmarke von Bund und Ländern ist eine Inzidenz von höchstens 50. Ab diesem Wert könnten die Gesundheitsämter die Infektionswege besser nachverfolgen. Vor einer Woche betrug die Inzidenz 63,7, vor zwei Wochen 64 vor drei Wochen 77. Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe auch unten: Melde- und Übermittlungsverzug) ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht.

„Der Wert hat keine Aussagekraft“, hieß es beim Kreis. „Aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse sind zum Teil auch die Kurierfahrer der Labore nicht durchgekommen, sodass die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen höher liegen dürfte.“ Zudem weise das LZG 6073 gemeldete Fälle aus, dem Kreisgesundheitsamt seien 6143 labordiagnostisch bestätigte Fälle bekannt. Einen eigenen Wert nannte der Kreis nicht. Berechnet man eine Inzidenz aus den bereits von der Kreisverwaltung veröffentlichten Fällen der vergangenen sieben Tage (193) ergibt sich ein Wert von 62,9.

Zu den Gründen für die Abweichung führte der Kreis aus: „Das Kreisgesundheitsamt bekommt die positiven Corona-Fälle direkt aus den Laboren gemeldet und verfügt somit immer über die aktuellsten Zahlen. Diese werden im Anschluss über das LZG an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. Durchgefunkt werden jedoch nicht nur Zahlen. Für jeden einzelnen Fall muss im Gesundheitsamt ein Infektionsschutzbogen angelegt werden, beispielsweise mit Angaben zu Alter, Beruf und auch Vorerkrankungen. Erst wenn dieser Bogen vollständig ausgefüllt ist, wird er digital an das LZG übermittelt und dort als positiver Fall ausgewiesen. Die vom LZG an das RKI übermittelten Infektionsbögen mit detaillierten Angaben dienen dem RKI zur wissenschaftlichen Auswertung des Pandemiegeschehens.“

Durch diese Zeitverzüge in der Übermittlung, insbesondere bei dynamischem Pandemiegeschehen, könne es auch zu Abweichungen bei der Sieben-Tages-Inzidenz nach unten kommen. Die Werte stimmten deshalb auch nicht immer mit den Zahlen des Dashboards des Kreises, also der tagesaktuell ausgewiesenen Zahlen, überein. „Der Kreis Paderborn hat bis Oktober letzten Jahres die 7-Tages-Inzidenz vor Ort ausgerechnet. Dann trat erstmalig eine Coronaschutzverordnung in Kraft, die besagt, dass ausschließlich der vom LZG ausgewiesene Wert maßgeblich ist für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens. Seitdem veröffentlicht der Kreis Paderborn die 7-Tages-Inzidenz des LZG.“

Zur zu den Fragen: „Was ist, wenn die 7-Tages-Inzidenz unter 50 sinkt? Gibt es dann sofort Lockerungen?“ führte die Kreisverwaltung am Mittwoch aus: „Auch das ist in der Coronaschutzverordnung in der ab dem 25. Januar gültigen Fassung geregelt, die am 14. Februar außer Kraft tritt: Der Wert muss an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegen. Erst dann können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Reduzierungen der Schutzmaßnahmen auf den Weg gebracht werden.“

Bei einer weiteren Frau und einem Mann aus dem Kreis Paderborn ist die britische Variante des Coronavirus B.1.1.7 nachgewiesen worden. Beide Befunde sind den Angaben zufolge bei Routinetestungen aufgefallen. Die Infizierten seien isoliert, die Kontaktpersonen ermittelt worden. Insgesamt sind dem Paderborner Kreisgesundheitsamt nun sieben Fälle von den Laboren gemeldet worden. „Die Bundesverordnung sieht vor, dass je nach Anzahl an Neuinfektionen fünf bis zehn Prozent der Sars-CoV-2 positiv getesteten Proben sequenziert, also auf die bislang bekannten Virus-Varianten, untersucht werden müssen. Das Land NRW hält sich an diese Bundesverordnung. Bei Verdachtsfällen oder Hinweisen geht das Kreisgesundheitsamt zudem aktiv auf die Labore zu“, führte der Kreis dazu weiter aus. Die Quarantäneverordnung unterscheidet nicht zwischen dem Coronavirus und seinen Varianten, die Dauer der Quarantäne ändert sich nicht. Einziger Unterschied: Ein Heraustesten zur Beendigung der Quarantäne ist nach den RKI-Richtlinien nicht möglich. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, da noch nicht erwiesen ist, ob die britische Variante länger infektiös ist“, erläuterte die Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Constanze Kuhnert und versicherte: „Bei jedem positiven Test handeln wir konsequent und setzen die Quarantänebestimmungen durch.“

Impfungen

Im Kreis Paderborn sind nach einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik der Kassenärztliche Vereinigung zufolge in Heimen bis einschließlich Dienstag 6206 Menschen (Vortag: 6166) geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben bisher 4360 (Vortag: 4295) der 6206 Erstgeimpften erhalten. www.corona-kvwl.de/impfbericht.

Die Kassenärztliche Vereinigung weist darauf hin, dass in den Listen zu den Impfungen durch mobile Teams ab sofort ausschließlich eine Gesamtsumme aller durchgeführten Erst- und Folgeimpfungen aufgeführt wird. Bislang war nach Heimbewohnern und Angehörigen von Pflegeberufen unterschieden worden. Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit mehr als 6000 Bewohnern und Mitarbeitern.

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem nun die Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen erstellt.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung (gültig ab dem 11. Januar).

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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