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Mit Hacke, Düsenschlauch und Kraft – neues Modul für Vegetationsbrand trainiert

60 Feuerwehrleute aus dem Kreis Paderborn proben am „Buker Meer“ den Ernstfall

Altenbeken

Am „Buker Meer“ in Altenbeken haben am vergangenen Samstag rund 60 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Paderborn den Umgang mit dem neuen Vegetationsbrand-Modul-OWL trainiert.

Kräftezehrend: Mit den unterschiedlichen Werkzeugen wird der Waldboden von brennbarem Material befreit. Foto: Ralph Meyer/VdF

Hinter dem Wortungetüm verbergen sich Werkzeuge und Ausrüstung, um erfolgreich Wald- und Vegetationsbrände bekämpfen zu können. Die Ausrüstung reicht von der Multifunktionshacke über innovativen Bodenbearbeitungsgeräten bis hin zu Löschrucksäcken, speziellen Waldbrandschläuchen, die leichter als gewöhnliche Schläuche sind und nicht verbrennen, Düsenschläuchen und Beregnungssystemen, die größere Flächen vollautomatisch fluten, reicht die Ausrüstung.

Im praktischen Versuch in der Egge erweisen die Hacken und Bodenbearbeitungsgeräte als schwer, unhandlich und vor allem kräftezehre­nd, wie Förster und Feuerwehrmann Stefan Nolte berichtet. Spätestens nach 30 Minuten sind auch leistungsstarke Einsatzkräfte erschöpft und müssen abgelöst werden.

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein zwei Meter tiefer Geländestreifen ist in wenigen Minuten auf einer Länge von fast 50 Metern bis auf den Mutterboden abgetragen. Werden die Flächen dann noch gewässert – etwa mit Hilfe der Düsenschläuche, die bis zu 400 Meter lange und fünf bis sechs Meter hohe Wasserwände erzeugen, haben die Flammen in diesen Stellen kaum noch Ausbreitungsmöglichkeiten.

Über eine ansteigende Strecke von 400 Metern schaffen die Düsenschläuche eine Wasserwand von bis zu sechs Metern Höhe. Der Wasserverbrauch liegt bei 9000 Litern pro Stunde. Foto: Ralph Meyer/VdF

In Ostwestfalen sind alle Kreise und kreisfreien Städte mit den modernen Geräten des Moduls ausgerüstet. Bei Bedarf, so haben es die ostwestfälischen Kreisbrandmeister verabredet, können auch die übrigen Waldbrandmodule abgerufen werden, die anschließend mit Gerätewagen in die Brandgebiete gebracht werden.

Vor allem brauchen die Einsatzkräfte in solchen Situationen Wasser. Das „Buker Meer“ ist ein Löschwasserreservoir im Grünen. Der Nahbereich wurde jüngst baulich erweitert, so dass auf der geschotterten Fläche auch mehrere Großfahrzeuge stehen und Wasser fassen können.

Durch Ausbaggern soll demnächst auch noch die Wassertiefe vergrößert werden. Im Ernstfall würde das Wasser von Hochleistungspumpen über weite Wegstrecken gefördert und anschließend per Löschwassertransportzug zu Pufferspeichern in die Nähe der Brandstellen transportiert.

Effizienter Umgang mit dem kostbaren Nass

Die neuen Waldbrand-Module sind so ausgelegt, dass sie möglichst sparsam und effizient mit dem kostbaren Nass umgehen. Stehen allerdings bereits große Flächen in Flammen und breiten sich nach Kräften aus, schlägt die Stunde der Brandbekämpfung aus der Luft.

Das Löschwasser entnehmen die Feuerwehrkräfte per Tragkraftspritze am „Buker Meer“. Foto: Ralph Meyer/VdF

Bei der Übung in der Egge setzen die Feuerwehren auch Drohnen ein. Sie dienen der Aufklärung im unwegsamen Gelände und zeigen der Einsatzleitung die „heißen Zonen“ im Brandgeschehen an. Außerdem stehen den Einsatzkräften seit einiger Zeit Feuerwehrberater Forst zur Verfügung, die ihre Wälder in der Egge aus dem Effeff kennen.

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