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Gemeinde war 2021 betroffen und will den Hochwasserschutz weiter ausbauen

Altenbeken erarbeitet kommunales Starkregenmanagement

Altenbeken

Nur knapp zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 fielen in Altenbeken und Buke bis zu 30 Liter Niederschlag je Quadratmeter in nur 30 Minuten. In Schwaney waren es in 25 Minuten 18 Liter je Quadratmeter. Diese kurzen, heftigen Regenfälle hätten gezeigt, dass sich die in den vergangenen Jahren durchgeführten Investitionen in den Gewässerausbau und die Renaturierungen ausgezahlt haben und die Vorfluter an Beke und Ellerbach keine Schwierigkeiten mit dem Ableiten der Niederschläge hatten. Probleme hätten allerdings Straßeneinläufe bereitet, die mit den anfallenden Wassermassen schlicht überfordert waren und dafür auch nicht ausgelegt sind.

Im Bereich Adenauerstraße/Ecke Kuhlbornstraße stand am 27. Juli 2021 in Folge der verstopften Regenwassereinläufe die Straße auf der gesamten Breite unter Wasser. Foto: Feuerwehr Altenbeken

Seinerzeit hatte die Gemeinde die Bevölkerung aufgerufen, Fotos und Videos vom Regenereignis zur Verfügung zu stellen, um einen Überblick über die gefährdeten Stellen im Gemeindegebiet zu bekommen und mögliche Schwachstellen bei einem Starkregenereignis frühzeitig beheben zu können.

Bei der Erarbeitung von entsprechenden Handlungskonzepten erhalten Kommunen Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen. Birgit Rehsies, Leiterin des Dezernats Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Detmold, überbrachte Altenbekens Bürgermeister Matthias Möllers jetzt einen Förderbescheid in Höhe von knapp 15.000 Euro zur Aufstellung eines kommunalen Starkregen-Risikomanagements. Damit soll eine qualifizierte Grundlage zur Erkennung und Bewertung der Überflutungsgefahren und -risiken aus Starkregenereignissen erarbeitet werden.

Mithilfe des Starkregen-Risikomanagements soll die Gemeinde Altenbeken künftig besser geschützt werden (von links): Altenbekens Klimaschutzbeauftragter Ralf Niemann, Bürgermeister Matthias Möllers, Birgit Rehsies und Michael Hirche (beide Bezirksregierung Detmold). Foto: Marion Wessels

Auf dieser Basis lassen sich dann konkrete Maßnahmen ableiten. „Starkregen, Hochwasser und Überflutungen können jede Kommune treffen. Es ist wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger gut informiert und Kommunen bestmöglich vorbereitet sind“, so Birgit Rehsies.

Für Matthias Möllers sind der 50-prozentige Landeszuschuss und der Eigenanteil gut investiertes Geld. „Ein umfassendes Risikomanagement schützt Menschen, Sachwerte und nicht zuletzt die Umwelt. Es ist unser Ziel, die Auswirkungen künftiger Starkregenereignisse abzumildern und die Gemeinde auf Gefahrenlagen noch besser vorzubereiten“, so der Bürgermeister.

Bis Ende 2023 werden jetzt Starkregengefahrenkarten erstellt, um geografisch mögliche Überflutungsgebiete ermitteln und kritische Gebäude oder Infrastruktur identifizieren zu können. Im Anschluss sollen dann Handlungsmöglichkeiten für ein künftiges Krisenmanagement aufgezeigt werden.

Übrigens: Die Ergebnisse der Auswertung des eingereichten Bild- und Videomaterials der Altenbekener Bevölkerung vom Sommer 2021 werden nach Angaben der Gemeinde schon in das Konzept eingearbeitet.

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