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Langjähriger Ortschronist und Träger der Ehrennadel der Gemeinde im Alter von 81 Jahren verstorben

Altenbeken trauert um Hugo Düsterhus

Altenbeken

Die Gemeinde Altenbeken trauert um eins ihrer Urgesteine: Der langjährige Ortschronist Hugo Düsterhus ist nach langer Krankheit im Alter von 81 Jahren verstorben. Damit verliert die Eggegemeinde einen ihrer engagiertesten Bewahrer der Ortsgeschichte.

Von Sonja Möller

Altenbekener Urgestein mit magischen Kräften: Hugo Düsterhus war nicht nur ein Geschichtsfan, sondern seit seiner Schulzeit von der Zauberei fasziniert. Foto: Sonja Möller

Bürgermeister Matthias Möllers bezeichnet den Tod von Hugo Düsterhus als „großen Verlust für unsere Gemeinde. Durch seine langjährige ehrenamtliche Arbeit hat er sich selbst unvergessen gemacht. Ich bin froh, dass wir im vergangenen Jahr noch die Gelegenheit hatten, ihm persönlich die Goldene Ehrennadel für seine großen Verdienste zu überreichen und ihn damit zu würdigen. Ich glaube, darüber hat er sich sehr gefreut.

Die Ortsgeschichte Altenbekens war Düsterhus‘ Steckenpferd. Von 2002 bis 2018 war er der Ortschronist und hielt alle Ereignisse aus dem Ortsteil schriftlich und fotografisch fest. Mit besonderer Hingabe gab er den Chroniken eine persönliche Note. So fand sich zum Beispiel auf der ersten Seite eines jeden Bandes ein Gedicht eines Heimatdichters.

Die Kamera immer dabei

Neben Informationen aus der Gemeinde sammelte Düsterhus Presseberichte, Jubiläen und Todesanzeigen ebenso wie unterhaltsame Informationen zum Beispiel zum Wildtier und zum Baum des Jahres. Auch fotografisch hielt er alles fest. Seine Kamera war sein stetiger Begleiter. Zum ersten Viadukt-Fest 2003 fertigte Düsterhus eine Sonderchronik im Din-A-2-Format an, die in Leder gebunden ist. „Ich habe dafür so viele Informationen wie möglich gesammelt“, berichtete er einst.

2009 war Düsterhus Mitgründer des Heimat- und Geschichtsvereins Altenbekens und engagierte sich dort erst als Schriftführer und dann als stellvertretender Vorsitzender. 2018 kündigte er an, das Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen zu müssen. Als aber kein Nachfolger gefunden wurde, übte er dieses noch zwei weitere Jahre aus und verfasste die Chroniken. 2020 übernahm dann die neue Ortsvorsteherin Stephanie Klüter.

„Wir haben viele Gespräche geführt, aber es war zu wenig Zeit, um auch nur annähernd auf sein unendliches Wissen zurückgreifen zu können. Es ist unwiederbringlich verloren. Hugo hinterlässt eine riesige Lücke, die sich nicht füllen lässt“, zeigt sich Klüter tief betroffen.

Altenbekens Bürgermeister Matthias Möllers (rechts) hatte im vergangenen Jahr erstmals drei verdiente Persönlichkeiten der Eggegemeinde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Und Hugo Düsterhus (links) gehörte ebenso zu den Preisträgern wie Silvia Neumann und Ludwig Schenk..Altenbekens Bürgermeister Matthias Möllers (rechts) hatte im vergangenen Jahr erstmals drei verdiente Persönlichkeiten der Eggegemeinde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Und Hugo Düsterhus (links) gehörte ebenso zu den Preisträgern wie Silvia Neumann und Ludwig Schenk. Foto: Sonja Möller

Die Gemeinde zeichnete Hugo Düsterhus 2021 mit der Goldenen Ehrennadel aus. Bei der Laudatio nannte Marcus Heidebrecht ihn „das Geschichtsbuch Altenbekens“ und lag damit genau richtig. Hugo Düsterhus hat jede Ortschronik von Band 1 aus dem Jahr 1800 bis jetzt selbst gelesen. Die in Sütterlin verfassten Bände übersetzte er ins Hochdeutsche: „Damit man auch versteht, worum es geht“, erzählte er.

40 Jahre Mitglied im magischen Zirkel

Darüber hinaus gab es eine weitere Leidenschaft in seinem Leben: die Magie. Seit seiner Schulzeit faszinierte den Altenbekener die Zauberei. „Es fing mit einer Zaubershow in Hannover an, bei der ich auf die Bühne geholt wurde“, erzählte er einst. Düsterhus besuchte viele Seminare und trat mit eigenen Zaubershows bei Vereinen und Veranstaltungen auf, unter anderem in der Eggelandhalle. Er war 40 Jahre Mitglied im magischen Zirkel von Deutschland. „Das ist ein Verein, deren Mitglieder zur Verschwiegenheit über Zaubertricks verpflichtet sind“, erzählte Düsterhus einst.

Hugo Düsterhus hinterlässt Ehefrau Marita und Tochter Monika. Die Trauerfeier ist am Samstag, 5. März, 10 Uhr, in der Friedhofskapelle Altenbeken.

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