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Geflügelpest: Verdachtsfall bei Hobby-Halter in Lichtenau-Henglarn – 50 Tiere getötet

Aufstallpflicht für alle Geflügelhalter im Kreis Paderborn

Paderborn/Lichten...

Für den gesamten Kreis Paderborn gilt ab sofort eine Aufstallpflicht. Das bedeutet, dass sämtliches Geflügel in geschlossenen Ställen oder in einer Vorrichtung, beispielsweise einer Voliere, untergebracht werden muss. Denn es besteht der amtliche Verdacht auf den Ausbruch der Geflügelpest (Vogelgrippe) bei einem Hobby-Halter in Lichtenau-Henglarn, wie der Kreis am Dienstagabend mitteilte. Gleiches in Versmold (Kreis Gütersloh) bei einem Entenmastbetrieb: Dort wurde die Tötung von 20.000 Tieren angeordnet.

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Derartige Schilder standen auch Anfang 2017 im Kreis Paderborn. Foto: dpa

Nachdem Ende Oktober bei einer Reihe von Wildvögeln in Norddeutschland und in zwei Hausflügelhaltungen die Geflügelpest festgestellt worden war, waren auch die Veterinäre im Kreis Paderborn alarmiert. „Geflügelhalter sollten umgehend ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und sich darauf vorbereiten, dass eine Aufstallpflicht für alles Geflügel kommen könnte“, hieß es seinerzeit.

Der Verdachtsfall aus Lichtenau-Henglarn ist am Montag, 1. März, von einer Tierarztpraxis beim Veterinäramt des Kreises Paderborn gemeldet worden. Daraufhin wurde der Tierbestand vor Ort von Veterinären des Kreises untersucht und Proben genommen. Diese wurden im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL) untersucht und der Verdacht auf Vorliegen des Erregers H5 bestätigt. Die formale Bestätigung und Bestimmung des Virus-Subtyps durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) steht noch aus.

„Der Virus ist hoch ansteckend und für Hühner und Puten meist tödlich. Eine Weiterverbreitung in andere Geflügelbestände zu verhindern, ist daher unser oberstes Ziel“, sagt Dr. Elisabeth Altfeld, leitende Veterinärin des Kreises Paderborn. Die Geflügelpestverordnung schreibt daher bei einem amtlichen Verdachtsfall die Tötung des gesamten Geflügelbestandes des betroffenen Halters vor. Die Tötung der rund 50 Tiere erfolgte am Dienstag durch die Veterinäre des Kreises Paderborn. Die Tiere wurden laut Kreis tierschutzgerecht eingeschläfert und weitere Proben entnommen.

Für den gesamten Kreis Paderborn gilt ab sofort eine Aufstallpflicht. Das bedeutet, dass sämtliches Geflügel wie Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse in geschlossenen Ställen oder in einer Vorrichtung, beispielsweise einer Voliere, untergebracht werden muss. Der Geflügelpesterreger kann direkt durch Kontakt mit Wildvögeln und indirekt über infiziertes Futter, Wasser, Gerätschaften, Stiefel, Kleidung usw. übertragen werden. Geflügel darf nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Zudem darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben.

„Die Seuche könnte über Kontakt mit Wildvögel in die Hobbyhaltung eingetragen worden sein. Nach unseren bisherigen Ermittlungen bestand im Ansteckungszeitraum kein Kontakt zu anderen Geflügelhaltungen. Trotzdem ist jetzt von Haltern oberste Vorsicht geboten“, führt Altfeld weiter aus. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Geflügelpest (die sogenannte Inkubationszeit) vergehen nur wenige Stunden bis Tage. Innerhalb weniger Tage können alle Tiere eines Bestandes erkranken und sterben.

Landrat Christoph Rüther bittet alle Geflügelhalter eindringlich: „Bitte beobachten Sie Ihre Tiere und melden Sie Verdachtsfälle unverzüglich dem Kreis!“ Symptome der Geflügelpest sind: hohes Fieber, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Schnabel, ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, zentralnervöse Störungen, verminderte oder keine Legeleistung oder dünnschalige, verformte Eier. Enten und Gänse erkranken seltener und weniger schwer, scheiden aber dennoch das Virus aus und können anderes Geflügel anstecken.

Verdachtsfälle in Haltungen und der Fund von toten Wildvögeln kann dem Veterinäramt des Kreises Paderborn gemeldet werden: veterinaeramt@kreis-paderborn.de.

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