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Schwaneyer Bruderschaft erstellt erstmals eine Vereinschronik

Außergewöhnliches Schützenjahr

Altenbeken-Schwaney

Mit dem Ziel, alle Veranstaltungen, Tätigkeiten und Projekte des Schützenvereins in Schwaney im Jahresverlauf zu dokumentieren und als Erinnerung zu archivieren, haben Mitglieder 2020 eine Historische Kommission gebildet, die neben einem Vereinsarchiv erstmals eine systematisch geführte Vereinschronik angelegt haben. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, dass gleich das erste Jahr der Dokumentation ein historisches werden würde.

 

Da war die Schützenwelt noch in Ordnung: Königspaar, Jubilare und Ehrengäste anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kompanien im Jahr 2019. Foto: Jürgen Geldmacher

So bietet die nun für das Jahr 2020 abgeschlossene und veröffentlichte Chronik einen sehr guten Einblick und Eindruck, wie die Vereins- und Ortsgemeinschaft mit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Herausforderungen umgegangen ist. Während die Einträge aus dem Januar und Februar noch den Eindruck eines ganz gewöhnlichen und traditionellen Mustern folgendes Schützenjahres vermitteln, ändern sich die Einträge ab Mitte März schlagartig: Veranstaltungsabsagen, Diskussionen über Alternativprogramme, digitale Formate und einberufene Videokonferenzen dominieren seither den Inhalt. Neben den solidarischen Aktionen und Initiativen des Vereins zu Gunsten der von der Pandemie besonders stark Betroffenen, zeugt die Chronik aber auch davon, dass der Wesenskern des Vereins, nämlich das Zusammenspiel von Gemeinschaft und Geselligkeit, in der Krise nur schwer miteinander in Einklang zu bringen ist.

Ebenso zeigen die Einträge im Zeitraum des ersten Lockdowns eindrücklich auf, dass die Dauer der Einschränkungen unterschätzt wurde: Während in den Eintragungen im Frühjahr der historische Ausfall der lokalen und regionalen Schützenfeste im Fokus der Dokumentation stand, wurde in den Einträgen aber wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass 2021 wieder ein ganz normales Schützenjahr seien würde, was sich heute als Irrglaube herausgestellt hat.

„Da die Chronik wie ein Vereinstagebuch kontinuierlich und nicht nachträglich geführt wird, vermittelt sie einen sehr authentischen Eindruck von dem Umgang mit der Krise und den Veränderungen durch die Pandemie im Vereinskontext“, sagt Vereinschronist Jonas Leineweber. Dies werde zum Beispiel auch an den epidemiologischen und mittlerweile für selbstverständlich gehaltenen Fachbegriffen deutlich, die erst nach und nach Einzug in die Chronik gehalten haben.

Ebenso werden im grafisch aufbereiteten Statistikteil der Chronik Zahlen, Daten und Fakten zum Verein aufgelistet, die in größere Zeiträume eingebettet werden. Die Vereinschronik wurde von einem sechsköpfigen Autorenkollektiv aus den jeweiligen Abteilungen und Kompanien geführt und ist auf der Internetseite des Vereins als Download frei zugänglich.

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