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Potenzial an Kompetenz und Engagement soll genutzt werden

Bündnis fordert einen Corona-Beirat im Kreis Paderborn

Paderborn

Das Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz, ein Zusammenschluss von mehr als 40 Vereinen, Gruppierungen, Initiativen und Parteien aus dem Paderborner Land, schlägt dringend die Bildung eines Corona-Beirats beim Kreis vor.

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Das Kreishaus Paderborn. Foto: Jörn Hannemann Foto:

Dieser soll die Kompetenz von Vertretern der Zivilgesellschaft wie Ärztekammer, Kulturszene, Gastronomie, Sozialverbände, von Schülern, Lehrern und Eltern sowie des Einzelhandels, Kreissportbundes und des DGB mit ins Krisen-Management einbinden. So könnten sehr schnell, aber auch auf lange Sicht Behörden und Politik massiv entlastet und anstehende Aufgaben auf mehr Schultern verteilt werden, schreibt das Bündnis in seinem Appell an alle im Kreistag vertretenen Fraktionen.

Denn: „Corona wird uns alle noch lange beschäftigen“, so die Einschätzung des Bündnisses, und „stellt eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft, für unser Zusammenleben dar.“ Die staatlicherseits verordneten Maßnahmen wie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Berufsausübung und anderes wirkten oft unverständlich, stießen auf geteilte Zustimmung, lösten Konkurrenz zwischen Bevölkerungs- und Berufsgruppen aus und gefährdeten das friedliche Zusammenleben, meint das Bündnis. Nicht nur die unterschiedlichen Einschätzungen der Gefahren und Maßnahmen drohten, die Gesellschaft zu spalten (Stichwort: Corona-Leugner), sondern auch die ökonomischen Auswirkungen der Krise.

„Hohes Potenzial an sozialer Kompetenz.“

„Gleichzeitig haben wir ein sehr hohes Potenzial an sozialer Kompetenz, Handlungsbereitschaft und bürgerschaftlichem Engagement“, sagt das Bündnis. Zahlreiche Menschen, Gruppen und Vereine stünden bereit, dieses einzubringen und zum Wohle aller mitzugestalten.

„Dies hat sich doch schon vor Jahren eindrucksvoll beim Zustrom von Massen von Flüchtlingen ins Paderborner Land gezeigt, als Menschen aller Altersgruppen, vom Schützenvereinsmitglied bis zum Antifa-Punk Hand in Hand sich um Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten gekümmert hat“, sagt Willi Ernst von der Biohaus-Stiftung. „So wurden die Behörden entlastet und bis heute trägt die ehrenamtliche Unterstützung einen großen Teil der Integration in die Gesellschaft.“

Denn von der Zivilgesellschaft miterarbeitetes Handeln im Umgang mit der Pandemie, das aus der Mitte der Gesellschaft mitgestaltet werde, fördere spürbar Effizienz und Akzeptanz der Maßnahmen. So hofft das Bündnis für Demokratie und Toleranz, in dem von der AWO über den Deutschen Beamtenbund und den Flüchtlingsrat bis zu Pax Christi und Paderpride ein weites Spektrum vertreten ist, auf einen entsprechenden Beschluss bei der Sitzung des Kreisausschusses an diesem Montag.

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