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Vor 100 Jahren gründeten 63 Männer in Altenbeken die Freiwillige Feuerwehr

Chronik erzählt ereignisreiche Geschichte

Altenbeken

Vor 100 Jahren haben sich 63 hochmotivierte Männer zusammengetan, um die Freiwillige Feuerwehr in Altenbeken zu gründen. Am 22. Februar 1920 hatte der damalige Ortsvorsteher Ignatz Claes dazu aufgerufen.

Sonja Möller

Ortsheimatpfleger Rudolf Koch hat die neue Sitzgruppe nun dem Leiter der Feuerwehr Altenbeken, Rainer Hartmann (links) sowie Brandoberinspektor Sebastian Kaiser (rechts) übergeben. Foto: Winfried Marx

Bis zu dem Datum gab es keine freiwillige Feuerwehr in der Eggegemeinde und der „Rote Hahn“ versetzte Menschen in Angst und Schrecken, wie Ortsheimatpfleger Rudolf Koch recherchiert hat: „Die Häuser waren vor Jahrhunderten noch aus Holz und Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt. Oft fielen bei Ausbruch eines Brandes ganze Stadtteile und Dörfer der Feuersbrunst zum Opfer.“

Organisierte Feuerwehren habe es noch nicht gegeben. Jede Familie sei verpflichtet gewesen, bei einem Brand eine „Mannsperson“ zu stellen, die sich mit dem in jedem Hause vorzuhaltenden ledernen Feuereimer an der Brandstelle einzufinden hatte. „Doch diese Helfer waren in den meisten Fällen wegen der mangelnden Ausrüstung nicht in der Lage, eine Feuersbrunst wirksam zu bekämpfen. So sind auch in Altenbeken im Laufe der letzten Jahrhunderte bei Bränden zumeist mehrere Häuser vollständig abgebrannt“, erzählt Koch.

Das Bild zeigt die Altenbekener Kameraden nach einer Übung in den Anfangsjahren der Feuerwehr. Foto: Archiv Heimatpflege

Doch mit dem Aufruf des Ortsvorstehers Ignatz Claes sollte sich dies 1920 ändern. Erste feste Strukturen in der Altenbekener Feuerwehr gab es vom 4. Juni 1924 an. Christian Lammers (erster Brandmeister), Johannes Tilly (zweiter Brandmeister) und Josef Mertens (dritter Brandmeister) führten die Altenbekener Wehr durch die ersten Jahre. In den Anfängen wurde mit einem handgezogenen Tragkraftspritzenanhänger gegen das Feuer gekämpft. Etwa 18 Jahre später gab es das erste motorisierte Löschfahrzeug, mit dem die Brandschützer ausrückten, um Menschenleben sowie Hab und Gut der Bürger zu retten.

Auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges ließen sich die Männer nicht entmutigen und so formierte sich die Freiwillige Feuerwehr neu. Dies ist nur ein kurzer Ausschnitt aus 100 Jahren bewegter Feuerwehrgeschichte in Altenbeken, auf die die heutige Mannschaft um Löschzugführer Sebastian Kaiser im Jubiläumsjahr zurückblicken kann.

Eigentlich hatten die Altenbekener Brandschützer große Pläne für das Jubiläumsjahr. „Leider hat die Corona-Pandemie alle Pläne durchkreuzt. Das ist enttäuschend. Wir haben so lange darauf hingefiebert“, erzählt Brandoberinspektor Sebastian Kaiser. So sollte das große Festwochenende am 9./10. Mai mit einer Messe zu Ehren des Heiligen Florian von Lorch, Schutzpatron der Feuerwehren, eingeleitet werden. Daraus wurde nichts. Auch die überplante Version im Sommer fiel aus ebenso wie die dann geplante Chronikeröffnungsfeier.

Die Kameraden des Löschzuges Altenbeken lassen aber die Köpfe nicht hängen. Die Festzeitschrift, die extra für das Jubiläum erschienen ist, soll in den kommenden Wochen den Weg in viele Wohnzimmer der Altenbekener Gemeinde finden.

Ignatz Claes initiierte die Gründung der Altenbekener Feuerwehr. Foto: Archiv Heimatpflege

Hauptbrandmeister Hubertus Korste, Mitglied des Löschzuges Altenbeken, hat mit viel Engagement Daten, Fakten und Bilder aus öffentlichen und privaten Archiven zusammengetragen und in Form einer Festzeitschrift auf Papier gebracht. Die Festzeitschrift sollte eigentlich an mehreren Stellen in Altenbeken zur kostenlosen Abholung bereitliegen. Doch aufgrund des Corona-Lockdowns sind diese Auslagestellen geschlossen. Interessierte können die Festzeitschrift auch bei den Ortsvorstehern Stefanie Klüter (Altenbeken), Norbert Keuter (Buke) und Hermann Striewe (Schwaney) erhalten.

Für die Einwohner, die ihre Wohnung zur jetzigen Zeit nicht verlassen können oder wollen, stellt der Löschzug Altenbeken die Festschrift auch gerne in den Briefkasten zu. Der Kontakt erfolgt über Löschzugführer Sebastian Kaiser oder per E-Mail an jubilaeum@feuerwehr-altenbeken.de.

Ein Geschenk gab es dann doch noch für die Feuerwehr: Ortsheimatpfleger Rudolf Koch hat die marode Bank auf dem Platz des ersten Spritzenhauses ausgewechselt und mit der Aufschrift „Spritzenhausbank“ versehen. Ein Schild erinnert an die Historie. Die neue Sitzgruppe wurde nun dem Leiter der Feuerwehr Altenbeken Rainer Hartmann und seinem Brandoberinspektor Sebastian Kaiser übergeben. Gesponsert wurde sie durch einen Heimatscheck des Landes NRW. Auch der Platz und das Umfeld soll im nächsten Jahr neu gestaltet werden.

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