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Vor 40 Jahren brachte ein Konvoi die Museumslok nach Altenbeken

Die letzte Fahrt der 044 389-5

Altenbeken (WB). Freitag, 14. Oktober 1977: Gegen Mittag bricht ein Konvoi in Paderborn auf, um auf zwei Schwerlasttransportern der Bahn die 129 Tonnen schwere Fracht nach Altenbeken zu bringen. Es ist die letzte Fahrt der 044 389-5, die seit 1941 etwa 1,5 Millionen Kilometer durch Deutschland gedampft war.

Der Transport der 129 Tonnen schweren Dampflokomotive zwischen Benhausen und Neuenbeken: Mit dabei war natürlich auch das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT mit dem grün-weißen Käfer als Dienstwagen. Repro: Rudolf Koch

Es war schon vor 40 Jahren ein mediales Ereignis. Sogar Fernsehteams wollten diesen einmaligen Transport dokumentieren. Doch am Tag zuvor überschlugen sich die Ereignisse: Nach der Entführung von Hans Martin Schleyer durch die RAF kam am Donnerstag die Entführung der Landshut hinzu, gebannt blickten die Medien auf die dramatischen Ereignisse im Ausland.

Doch auch auf dem 17 Kilometer langen Weg von Ausbesserungswerk in Paderborn bis nach Altenbeken warteten an zahlreichen Punkten die Zuschauer, um diesen einzigartigen Transport live zu erleben. Eine Initiative von Altenbekener Eisenbahnfreunden hatte die Lok, die noch ein Jahr zuvor im Dienst war, nach ihrer »Pensionierung« in Ottbergen gekauft und zunächst im Altenbekener Bahnbetreibswerk restauriert. Als Denkmal der Eisenbahnergemiende hatten die politischen Gremien der Gemeinde grünes Licht für den dauerhaften Standort am Museum gegeben und so sollte die von der Firma Henschel gebaute 4,55 Meter hohe und 22,62 Meter lange Güterzuglokomotive über einen Umweg nach Altenbeken gelangen.

Lokomotive erreicht auf Umwegen ihren endgültigen Standort

Der eigentlich nur wenige hundert Meter lange Weg quer durch Altenbeken war technisch nicht möglich, und so wurde das Museumsstück zunächst auf der Schiene nach Paderborn gebracht, um hier nebst Tender auf einen 400 PS starken Schwerlasttransporter verladen zu werden. Über die Straße ging es dann nach Altenbeken zurück. Während die Fahrt selbst nur etwa 90 Minuten dauerte, brauchten die Beteiligten etwa eineinhalb Stunden vor Ort, um unter den Klängen der Bundesbahn-Sozialwerk-Kapelle Tender und Lok auf die die hier vorbereiteten Schienen zu ziehen. Eine Foto-Ausstellung über die letzten aktiven Tage der Lok rundeten den Tag ab ebenso wie ein Fest für alle Beteiligten, die am Kauf, Restaurierung und Überführung beteiligt waren. Andere Zeiten, andere Sitten: Einem damaligen Berichterstatter schien es wichtig zu sein, dass »der Empfang von den Ratsherren aus eigener Tasche bezahlt wurde. Es wurden weder Spendengelder noch Haushaltmittel dafür in Anspruch genommen.«

Neue Auflage des Buches »Altenbekener Museumslokomotive«

In den nachfolgenden Jahrzehnten sorgte die Initiative Museumslokomotive unter Leitung von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch mit ehemaligen Lokomotivführern für den Erhalt des Denkmals. Der Tender weist jedoch erheblichen Sanierungsbedarf auf. Derzeit befindet sich die Gemeinde Altenbeken in Gesprächen mit dem Denkmalschutz, um eine finanzielle Förderung hierfür zu erhalten.

Zum Jubiläum hat Ortsheimatpfleger Rudolf Koch eine zweite Auflage des Buches »Altenbekener Museumslokomotive« drucken lassen. Außerdem hat er Ansichtskarten erstellt, die ebenfalls bei ihm oder in der Buchhandlung Kuhfuß in Altenbekener erworben werden können.

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