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Moreno Tabacchi hat mit Corona und Wasserschaden zu kämpfen

Doppelt hart getroffen

Altenbeken (WB). Vor allem die Gastronomen trifft das Coronavirus hart. Lockdown im Frühjahr und aktuell die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sind aber nicht die einzigen Probleme, die Moreno Tabacchi zu bewältigen hatte und hat. Für den Inhaber des Eiscafés Molin in Altenbeken ist zusätzlich ein Wasserschaden hinzugekommen – und das ausgerechnet in diesem für Selbstständige ohnehin schon schweren Jahr.

Matthias Wippermann

Moreno Tabacchi an der neuen Theke. Das Eiscafé Molin in Altenbeken muss derzeit nach einem Wasserschaden saniert werden – ausgerechnet im Corona-Jahr. Eis wird jetzt in Morenos Beke-Bistro verkauft. Foto: Matthias Wippermann

„Mit Abstand das härteste Jahr“

Seine Großeltern hatten schon vor dem Zweiten Weltkrieg in Aachen und 1954 in Bad Lippspringe ein Eiscafé eröffnet. Die Eltern übernahmen in den 70er Jahren den Laden in Bad Lippspringe, in den auch Moreno Tabacchi später miteinstieg. Seit 2000 betreibt der Italiener nun schon Eis Molin in Altenbeken, doch solche Zeiten wie zuletzt hat er noch nicht durchgemacht. „Es ist mit Abstand das härteste Jahr. Corona hat uns alle in der Gastronomie-Branche schwer erwischt. Mich hat es durch den Wasserschaden gleich doppelt getroffen“, sagt Tabacchi.

Der befand sich gerade auf der Rückreise aus seinem Heimaturlaub, als er im Februar von dem Wasserschaden, der aus einer über dem Eiscafé befindlichen, zu dem Zeitpunkt leer stehenden Wohnung resultierte, erfuhr. In Altenbeken angekommen, sah er das Ausmaß der Schäden. Betroffen waren die Deckenvertäfelung, der Fußboden und die Einrichtung inklusive der Theke. Die Decke ist mittlerweile komplett erneuert, und es gibt auch eine neue Theke. Die Sanierungsarbeiten sollen bald beendet werden. „Größtenteils müssen nur noch finale Arbeiten durchgeführt werden, wie zum Beispiel die Anschlüsse“, erklärt Tabacchi.

Bistro ist jetzt Eiscafé

Immerhin hat er nicht nur doppeltes Pech gehabt, sondern konnte in gewisser Art und Weise auch doppelt froh sein. „Zum Glück betraf der Wasserschaden nur den Ladenbereich und nicht unsere Eisküche, so konnten wir weiter produzieren.“ Letztgenannter Aspekt war für Tabacchi wichtig nach dem Lockdown. Denn so konnte er ab Mai wieder Eis verkaufen, und zwar in Morenos Beke-Bistro – und da sind wir beim zweiten Glücksfall im eigentlichen Unglück.

Denn Tabacchi betreibt nicht nur Eis Molin, sondern seit 2013 auch das direkt nebenan liegende Morenos Beke-Bistro. Das ist seit Mai kein Bistro, sondern ein Eiscafé. Dank einer Ersatzvitrine kann Tabacchi dort eine Auswahl an Eis verkaufen. „Wir bieten im Bistro derzeit keine Speisen an, sondern nur Eis und Café-Spezialitäten. Die Räumlichkeiten werden als Eiscafé genutzt, und wir haben noch die Terrasse – beides mit dem nötigen Sicherheitsabstand. So können wir nur die Hälfte der sonstigen Plätze anbieten. Die Bedienung läuft nur über die Theke, also ohne Service“, erklärt Tabacchi.

„Das hat etliche Nerven gekostet“

Ob er noch in diesem Jahr das eigentliche Eiscafé wieder eröffnet, weiß er noch nicht genau. „Die Saison geht zu Ende. Ich muss schauen, ob es sich noch lohnt, zumal ich dann auch wieder zusätzliches Personal einstellen müsste“, sagt Tabacchi, der derzeit nur die Hälfte der üblichen Saisonkräfte beschäftigen kann. Eines weiß er aber mit Sicherheit, so ein Jahr möchte er nicht noch mal erleben: „Das war ganz schön viel Arbeit und hat etliche Nerven gekostet.“

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