Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Freitag: 56 neue Fälle – fast 800 Infizierte – Inzidenz bei 126

Drei Tage über 100: Notbremse mit Test-Option greift – was ab Montag gilt

Paderborn/Salzkot...

126,0 - 135,5 - 129,3: Das NRW-Gesundheitsministerium hat am Freitag für den Kreis Paderborn Maßnahmen zur Corona-Notbremse festgelegt. Sie wird in Kreisen und kreisfreien Städte eingesetzt, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz laut Landeszentrum für Gesundheit (LZG) an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100 liegt. Die Notbremse gilt für den Kreis ab Montag, 19. April. Das teilte die Verwaltung am frühen Freitagabend mit.

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Eine FFP2-Maske. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Maßnahmen sehen auch die Schließung bestimmter Teile des Einzelhandels vor. Laut Corona-Schutzverordnung (siehe auch unten „§ 16: Corona-Notbremse“) gibt es für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte aber die Möglichkeit, in Absprache mit dem Ministerium eine eigene Allgemeinverfügung zu erlassen, die unter bestimmten Voraussetzungen Angebote und Dienstleistungen weiterhin ermöglicht – „100 mit Test-Option“ genannt (eine Übersicht dazu findet sich hier auf der Website des Landes) . Das setzt voraus, dass im Kreisgebiet ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot für kostenlose Bürgertestungen vorhanden ist. Das zuständige Ministerium hat dem Kreis am Freitag sein Einverständnis erteilt, die Allgemeinverfügung des Kreises gilt ab Montag, 19. April.

Landrat Rüther: „Wir wollen Gewissheit schaffen“

Die Allgemeinverfügung des Kreises Paderborn ermöglicht es, bestimmte Angebote und Dienstleistungen mit einem schriftlich oder digital bestätigten negativen Schnell- oder Selbsttest wahrzunehmen. „Wir wollen Gewissheit schaffen für den Einzelhandel, Dienstleister und andere Einrichtungen sowie für die Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig ist Sicherheit weiterhin das oberste Gebot. Mit einem flächendeckenden Angebot an Schnell- und Selbsttestzentren und geprüften Hygienekonzepten ist diese Sicherheit für alle gewahrt“, sagte Landrat Christoph Rüther. Eine Übersicht zu den Corona-Schnelltests findet sich hier auf der Website des Kreises.

Der Kreis hat Fragen und Antworten zur Corona-Notbremse zusammengestellt:

Das bleibt ab dem 19. April weiterhin mit einem negativem, tagesaktuellen und bescheinigten Schnelltest erlaubt:

– Besuch von Bibliotheken, Archiven, usw.: mit einem negativen Testergebnis möglich

– Besuch von Museen, Ausstellungen, Schlössern, usw.: mit vorheriger Terminbuchung und negativem Testergebnis möglich

– Besuch von Zoos und Tierparks usw. mit Zutrittsregelung: mit vorheriger Terminbuchung möglich (negatives Testergebnis nur für geschlossene Räumlichkeiten notwendig)

– Einzelhandel/Handelseinrichtungen: mit vorheriger Terminbuchung und negativem Testergebnis möglich

– privilegierter Einzelhandel (täglicher Grundbedarf wie Supermärkte, Tankstellen, Apotheken, usw.): Einkauf ohne Auflagen möglich

– körpernahe Dienstleistungen: negatives Testergebnis erforderlich. Für medizinisch notwendige Leistungen oder Friseure, nicht-medizinische Fußpflege und gewerbsmäßige Personenbeförderung sind keine negativen Testergebnisse notwendig.

Welche verschärften Schutzmaßnahmen gelten ab Montag, 19. April?

Auch mit negativen, tagesaktuellen und bescheinigten Schnell- oder Selbsttest treten folgende Verschärfungen in Kraft: Kontakte sind in der Regel nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person erlaubt. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Was für ein Test muss vorgewiesen werden? Reicht auch der Selbsttest aus dem Supermarkt?

Der Test muss negativ, tagesaktuell (nicht älter als 24 Stunden) und von einer nach der Corona-Test-und Quarantäneverordnung zugelassenen Schnell- oder Selbstteststelle bescheinigt sein. Auf der Seite des Kreises www.kreis-paderborn.de/schnelltest sind alle Teststellen im Kreis aufgeführt.

Auch die im Rahmen von Beschäftigtentestungen durch den Arbeitgeber ausgestellten Testnachweise können als Nachweis eines negativen, tagesaktuellen Tests verwendet werden, wenn die Testvornahme oder Testbeaufsichtigung durch geschultes und fachkundiges Personal oder konkret zur Begleitung von Selbsttests unterwiesenes Personal erfolgt ist und dem Gesundheitsamt vom Arbeitgeber angezeigt wurde, dass er diese Möglichkeit anbietet.

Selbstteste, die alleine zuhause durchgeführt werden, reichen nicht aus, um ab Montag die in der Allgemeinverfügung beschriebenen Angebote wahrzunehmen.

Muss das Testergebnis bescheinigt werden?

Ja. Das negative Testergebnis muss in der durch Corona-Test-und-Quarantäneverordnung des Landes vorgesehenen Teststelle schriftlich oder digital bestätigt werden. Die Testbestätigung darf nicht älter als 24 Stunden sein. Die Testbestätigung ist bei der Inanspruchnahme der Angebote zusammen mit einem amtlichen Ausweisdokument mitzuführen und den verantwortlichen Personen vorzulegen.

Wie oft kann man sich testen lassen? Sind die Tests kostenlos?

Die Bürger-Testungen sind kostenlos. Sie können nach der aktuellen Coronavirus-Testverordnung mindestens einmal wöchentlich in Anspruch genommen werden.

Was passiert, wenn ein Schnelltest positiv ist?

Ist ein Schnelltest positiv, ist die betroffene Person dazu verpflichtet, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Sie hat Anspruch einen sogenannten PCR-Test durchführen zu lassen. Die Quarantäne dauert zunächst bis zum Erhalt des PCR-Testergebnisses an. Die PCR-Testung ist im Anschluss an eine Schnell- oder Selbsttestung notwendig, da sie wesentlich präziser und zuverlässiger ist. Erst nach Bestätigung eines positiven PCR-Tests gilt eine Person als infiziert.

Müssen sich geimpfte Personen auch testen lassen, wenn sie bestimmte Angebote gemäß der Allgemeinverfügung wahrnehmen möchten?

Ja. Auch geimpfte Personen brauchen einen negativen, tagesaktuellen und bestätigten Schnell- oder Selbsttest.

Neue Corona-Fälle

56 neue Corona-Fälle hat der Kreis Paderborn am Freitag bekannt gegeben (Stand 11 Uhr). Aktuell sind demnach 792 Menschen im Kreis Paderborn offiziell mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die 792 aktiven Fälle im Kreis Paderborn verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Paderborn (396), Delbrück (78), Hövelhof (72), Salzkotten (56), Bad Lippspringe (50), Bad Wünnenberg (48), Büren (31), Borchen (30), Altenbeken (16) und Lichtenau (15). Die Kreisverwaltung hatte am Donnerstag den 145. Todesfall und 139 Neuinfektionen bekanntgegeben.

Die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt im Kreis Paderborn nun 8217 und die die Zahl der Erkrankten, die als genesen gelten, 7280. 145 Menschen sind in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. 73 Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 23 von ihnen intensivmedizinisch. 2534 Menschen im Kreis Paderborn befinden sich in Quarantäne.

Gedenken an Corona-Tote

Der Kreis und die Kreis-Kommunen folgen dem Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und beteiligen sich an diesem Sonntag an dem bundesweiten Covid-19-Gedenktag. Vor dem Kreishaus und allen Rathäusern werden die Fahnen zu Ehren der an Corona Verstorbenen auf Halbmast wehen, teilte der Kreis mit. „Lassen Sie uns am Sonntag gemeinsam der Toten gedenken und für ihre Familien beten“, appellieren Landrat Christoph Rüther und Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens als Sprecher der Bürgermeister im Kreis an die Bürger. Gleichzeitig solle das Gedenken eine Mahnung sein, dass weiterhin Vorsichtsmaßnahmen nötig seien, um die Pandemie einzudämmen.

Inzidenzwert

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist – wie berichtet – für den Zeitraum vom 8. bis zum 15. April eine Sieben-Tages-Inzidenz von 126,0 aus (Datenstand: 16.4., 0 Uhr). Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es in NRW um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 29. März 2021 gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes sind die Werte von 100 und 50 über drei Tage von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Corona-Notbremse“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 126,0 - 135,5 - 129,3 - 99,7 - 97,5 - 97,5 - 86,7. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend verändern können. Zumeist steigen sie. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Freitag bei 162,7 (Vortag: 158,6) und in Deutschland bei 160,1 (160,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 190,4 (181,7) – Hochsauerlandkreis 127,8 (137,8) – Höxter 103,4 (88,4) – Lippe 193,1 (191,1) – Soest 103,7 (89,5). Nur noch Bottrop (79,1) und der Kreis Coesfeld (87,9) liegen unter 100.

Impfzahlen

In dem von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) veröffentlichten Impfbericht sind nun auch die Zahlen aus den Arztpraxen enthalten. Dort hat es bis einschließlich Donnerstag 13.885 Erstimpfungen (Mittwoch: 12.780) und 12 (9) Folgeimpfungen gegeben. Im Impfzentrum des Kreises Paderborn, in der Salzkottener Sälzerhalle, gab es 33.537 (32.478) Erstimpfungen und 9543 (9532) Folgeimpfungen. Durch mobile Teams sind 10.708 (10.708) Menschen geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6916 (6891) Menschen erhalten (www.corona-kvwl.de/impfbericht) . Impfungen in Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Hintergrund

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung, die ab dem 29. März 2021 gilt. Darin:

§ 16: Corona-Notbremse

(1) Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag, frühestens aber am Tag nach der Bekanntmachung der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemäß Satz 2, die folgenden Einschränkungen gegenüber den vorstehenden Regelungen in Kraft:

1. § 2 Absatz 2 Nummer 1b ist nur in der Zeit vom 1. April bis einschließlich 5. April 2021 anzuwenden; dies gilt auch für die Sportausübung im Rahmen des § 9 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1.

2. Abweichend von § 6 Absatz 4 ist der Betrieb von Bibliotheken einschließlich Hochschulbibliotheken sowie Archiven auf die Abholung und Auslieferung bestellter oder automatisiert abholbarer Medien sowie deren Rückgabe beschränkt.

3. Abweichend von § 8 Absatz 4 ist der Betrieb von Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen unzulässig.

4. Abweichend von § 9 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 beträgt die zulässige Gruppengröße höchstens zehn Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren zuzüglich bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen.

5. Abweichend von § 10 Absatz 3 ist in Zoologischen Gärten und Tierparks sowie in nicht frei zugänglichen Botanischen Gärten, Garten- und Landschaftsparks der Zutritt zu geschlossenen Ausstellungsräumen für Besucherinnen und Besucher unzulässig.

6. Abweichend von § 11 Absatz 3 ist der Betrieb von nicht in § 11 Absatz 1 und Absatz 2 genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels sowie von Einrichtungen zum Vertrieb von Reiseleistungen mit Ausnahme des Versandhandels und der Auslieferung und Ablieferung bestellter Ware untersagt.

7. Abweichend von § 12 Absatz 1 ist der Verkauf von nicht mit handwerklichen Leistungen oder Dienstleistungen verbundenen Waren in Einrichtungen des Handwerks und des Dienstleistungsgewerbes unzulässig; ausgenommen ist der Verkauf von Zubehör. In Geschäftslokalen von Telefondienstleistern sind nur die Störungsannahme sowie die Reparatur oder der Austausch defekter Geräte zulässig; der Verkauf von Waren, auch im Zusammenhang mit der Vermittlung von Dienstleistungsverträgen, ist unzulässig.

8. Abweichend von § 12 Absatz 2 ist die Erbringung von Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann, unter Ausnahme medizinisch notwendiger Leistungen, Friseurdienstleistungen und Leistungen der nichtmedizinischen Fußpflege sowie der gewerbsmäßigen Personenbeförderung untersagt.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stellt für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 sowie den Tag fest, an dem die Einschränkungen nach Satz 1 in Kraft treten, und macht diese Feststellung bekannt. Die Feststellung wird aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander wieder unter dem Wert von 100 liegt; am Tag nach der Bekanntgabe der Aufhebung der Feststellung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales treten die Einschränkungen nach Satz 1 wieder außer Kraft.

(2) Kreise und kreisfreie Städte nach Absatz 1 Satz 1, die über ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot zur Vornahme kostenloser Bürgertestungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit (BAnz AT 09.03.2021 V1) verfügen, können durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestimmen, dass statt der Einschränkungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 8 die Nutzung der entsprechenden Angebote von einem tagesaktuellen bestätigten negativen Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttests nach § 4 Absatz 4 abhängig ist.

§ 16a: Besondere regionale Infektionslagen, Hotspot-Strategie

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über dem Wert von 100 liegt oder in denen sonst besondere kritische infektiologische Umstände vorliegen, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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