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Die Gemeinde könnte ab 2023 jedes Jahr 20.000 Euro mehr Miete zahlen

Eggelandhalle Altenbeken muss saniert werden: Investition von 308.000 Euro nötig

Altenbeken

Die Eggelandhalle muss rund 40 Jahre nach ihrer Eröffnung dringend saniert werden. Der Verein Eggelandhalle Altenbeken als Betreiber hat sich deshalb an die Gemeinde Altenbeken gewendet, um die jährliche Miete deutlich zu erhöhen. Dafür soll die Gemeinde mehr Nutzungsmöglichkeiten erhalten.

40 Jahre nach ihrer Eröffnung im Jahr 1982 stehen an der Eggelandhalle in Altenbeken hohe Investitionen an, die sich laut Betreiberverein nicht mit dem laufenden Geschäftsbetrieb finanzieren lassen. Foto: Oliver Schwabe

Die Eggelandhalle wird seit ihrer Inbetriebnahme im Herbst 1982 durchgehend von den Sportvereinen aus den Ortsteilen Altenbeken und Buke für den Trainingsbetrieb und gelegentlich auch für den Spielbetrieb genutzt. Für die  Inanspruchnahme der Halle zahlt die Gemeinde seit 1983 einen jährlichen Zuschussbetrag, der für das Jahr 2022 bei 48.457 Euro liegt. 

Die letzte Anpassung des jährlichen Zuschusses ist bereits sechs Jahre her. Anfang 2016 wurde die Jahreszuschuss auf  39.400 Euro festgelegt und ein jährlicher Inflationsausgleich in Höhe von drei Prozent vereinbart, der erstmals 2017 wirksam wurde. 

Gleichzeitig hat der Verein nach eigenen Angaben seit 2016 rund 250.000 Euro für Renovierungen und Erneuerungen in die Halle investiert. 

Nun soll der Zuschuss der Gemeinde deutlich steigen. Der Verein hat in Gesprächen mit Bürgermeister Matthias Möllers erklärt, dass an der Halle erhebliche Investitionen anstehen. So muss aufgrund neuer TÜV-Regularien die Notstromanlage erneuert werden und in diesem Zusammenhang die gesamte Verkabelung ausgetauscht werden, was mit 45.000 Euro zu Buche schlägt. Da die Helligkeit der vorhandenen Beleuchtungsanlage nicht mehr ausreicht, soll diese für rund 60.000 Euro modernisiert werden.

308.000 Euro Investition

Größter Posten mit 90.000 Euro ist jedoch die Sanierung der Wände. Für Ballsportarten wie Fußball und Handball müssen diese mit sogenannten „Prallwänden“ versehen werden, um die Gefahr von Verletzungen zu reduzieren. Gleichzeitig sollen die Seitenwände ohne Prallschutz ausgetauscht und alle Wandverkleidungen zusätzlich als Akustikwände ausgelegt werden, heißt es vom Verein.

Im Bereich der Schießsportanlage muss der Notausgang verändert werden, der aktuell zu lang ist, was rund 12.000 Euro kostet. Der Sanierungsbedarf wird vom Verein auf insgesamt 308.000 Euro geschätzt, was jedoch angesichts hoher Preissteigerungen für Baumaterial aktuell kaum ausreicht. Bereits erfolgt und eingerechnet in diese Summe ist die Sanierung der Schützenklause, die statt geplanter 25.000 Euro insgesamt gut 34.000 Euro kostete. In Arbeit sind Arbeiten an den Fugen von Betonfertigteilen. Alle Maßnahmen sollen laut Plan bis März 2023 abgeschlossen sein.

„Die jetzt erforderlichen Mittel können mittel- und langfristig nicht allein durch den Geschäftsbetrieb der Eggelandhalle aufgebracht werden“, heißt es im Antrag des Vereins. Versucht worden sei auch, Förderprogramme von Bund und Land in Anspruch zunehmen, was jedoch an der Rechtsform als eingetragener Verein scheiterte.

Als Gegenleistung für die höhere Miete wird der Gemeinde eine kostenfreie Nutzung der Halle für fünf Veranstaltungen pro Jahr, etwa für eine Ausbildungsplatzbörse oder größere kulturelle Veranstaltungen ermöglicht. Die frisch sanierte Schützenklause könnte weiterhin für Sitzungen des Gemeinderates genutzt werden. Die Gemeinde will diese Option an mindestens 20 Tagen im Jahr nutzen. Außerdem sollen die Parkflächen vor der Halle weiterhin kostenfrei für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Nutzung durch gegenüberliegende Schule denkbar

Denkbar wäre auch, kleinere Räume für die OGS der direkt gegenüber befindlichen Gemeinschaftsschule zu nutzen. Prinzipiell sucht die Schule mehr Räume, unter anderem weil das Lehrerzimmer zu klein ist, um Besprechungen mit dem gesamten Kollegium aus allen drei Schulstandorten durchzuführen.

Langfristig ist auch eine Energiekooperation möglich, denn Ende 2025 läuft die Förderung der Photovoltaikanlage auf der Eggelandhalle aus. Dann könnte diese den erzeugten Strom etwa für städtische Gebäude zur Verfügung stellen und gegebenenfalls sogar noch mehr Solaranlagen bauen. Der Verein selbst regt an, die Gaskessel-Wärmeversorgung der Eggelandhalle in ein neues Nahwärmeversorgungskonzept mit den kommunalen Liegenschaften einzubinden, um etwa das Denzer-Gebäude mitzuversorgen. „Die dortige Ölheizung ist abgängig“, heißt es in der Vorlage.

Der neue Mietvertrag sieht mit der Erhöhung um 20.000 Euro ab dem Jahr 2023 eine Mietzahlung von 78.457 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und jährlichen Inflationsausgleich vor und soll für 15 Jahre gelten.

Im Haupt- und Finanzausschuss erhielt der Vorschlag mit Enthaltung der Grünen bereits eine Mehrheit. Das letzte Wort hat jedoch der Gemeinderat, der am Donnerstag, 8. September, ab 18 Uhr tagt und zwar passend zum Thema in der Schützenklause der Eggelandhalle.

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