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Chef der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärztlichen Vereinigung meldet sich zu Wort

Entschuldigung für Impfchaos

Paderborn

„Die Verärgerung und Enttäuschung vieler Bürger, die am Montag vergeblich versucht haben, einen Termin im Impfzentrum zu buchen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch wenn der Server und die Hotline nicht von der Bezirksstelle in Paderborn betrieben werden, möchte ich alle Betroffenen um Entschuldigung bitten.“ Mit diesen Worten meldet sich Dr. Ulrich Polenz, Chef der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärztlichen Vereinigung, am Dienstagmorgen zu Wort.

Ingo Schmitz 

Dr. Ulrich Polenz ist Chef der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärztlichen Vereinigung. Foto: Ingo Schmitz

„Das medizinische Personal in den mobilen Teams und im Impfzentum setzen alles daran, dass so gut und so zügig wie möglich der vorhandene Impfstoff verimpft werden kann. Ich hoffe mit allen Wartenden, dass es mit der Anmeldung schnell besser klappt und dass wir auch bald mit der Impfung in den Arztpraxen beginnen können“, sagt Polenz weiter.

Nach Angaben der Organisatoren der Impfzentren in ganz Westfalen-Lippe sei die telefonische Terminvergabe am Montag wie geplant um 8 Uhr gestartet. Zwischen 8 und 9 Uhr gingen dort 280.000 Anrufe ein. Das hatte zur Folge, dass ein so genannter Anrufbegrenzer („Limiter“) aktiviert wurde – daraufhin wurden alle Anrufer abgewiesen.

Stand 14.30 Uhr seien etwa 30.000 Anrufe entgegen genommen worden. Die durchschnittliche Anrufdauer betrug dreieinhalb Minuten.

Zwischen ca. 10 und 12 Uhr stand außerdem vorübergehend die Buchungsplattform für Callcenter-Agenten nicht zur Verfügung, weil die Buchungsplattform überlastet ist. Die Folge: Es konnten keine Termine eingetragen werden.

Bisher wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung 28.700 Termine erfolgreich über das Telefon gebucht.

Die Online-Buchung war demnach von 7.50 Uhr an verfügbar. Die „Kv.digital“ verzeichnete ab 8 Uhr etwa 700 Zugriffe pro Sekunde. Das entspricht 2,5 Millionen Zugriffen pro Stunde. Auch hier stieg das System wegen Überlastung aus. Die Bürger sahen nur noch Fehlermeldungen.

In acht Stunden wurden insgesamt 20 Millionen Zugriffe auf das Terminbuchungssystem registriert. „Die Anzahl der Zugriffe übersteigt die Kapazitäten um Faktor 4“, zieht die KV Bilanz.

Zum Teil wurden Probleme mit dem SMS-Validierungsschritt gemeldet. Diese seien aber auf Anwendungsfehler zurückzuführen bzw. auf den Verfall der Gültigkeit des Validierungscodes per SMS, der nach mehr als zehn Minuten ungültig werde. Grundsätzlich funktioniere das Buchungssystem, behaupten die Verantwortlichen der KV.

„Aufgrund der Überlastung wurde der Zugang ab 11 Uhr abgeschaltet, damit Personen, die den ersten Schritt erfolgreich absolviert und einen Buchungscode erhalten hatten, die Terminbuchung erfolgreich absolvieren konnten“, heißt es weiter. Bisher seien ca. 86.000 Termine per online-Buchung vergeben worden. Zusammen mit der Telefonie ergibt das etwa 115.000 Termine. Pro Stunde kommen derzeit ca. 30.000 Termine dazu. Das Online-System ist 24 Stunden pro Tag verfügbar. Sobald erneut Überlastungen eintreten sollten, wird die Applikation wieder offline gestellt.

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