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Schlittenfahrt oder Spaziergang: viele Menschen in der Egge unterwegs – Gemeinde Altenbeken reagiert gelassen

„Es gab keinen Grund einzuschreiten“

Altenbeken

Die schneebedeckten Wege und Hänge in der Egge haben am Wochenende viele Menschen in die Natur gezogen. So nutzten Familien oder Einzelpersonen die abschüssigen Flächen zum Beispiel am Sommerberg zum Rodeln und Frischluft tanken.

Sonja Möller

Das sonnige Winterwetter mit Schnee haben am Wochenende viele Menschen für einen Ausflug zum Sommerberg genutzt. Foto: Kurt Blaschke

Alles ganz corona-konform, wie die Gemeinde Altenbeken auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. So bestätigte Tourismuschefin Marion Wessels, dass tatsächlich viele Menschen das sonnige Wetter und die weiße Winterlandschaft am vergangenen Wochenende für einen Ausflug in die Natur genutzt haben: „Und da spricht auch gar nichts gegen. Von unkontrolliertem Schneetourismus kann überhaupt keine Rede sein“, betont sie.

Die Fahrspuren stammen von einem oder mehreren Autos, die über einen Acker gefahren sind. Foto: Kurt Blaschke

Das bestätigte auch das Ordnungsamt, das mehrere Stunden an verschiedenen Orten in der Egge war. Ob am Sommerberg, im Bereich der Höhe Dreilinden oder an anderen verschneiten abschüssigen Flächen – überall seien die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung eingehalten worden. „Es gab keinen Grund für uns einzuschreiten. Nur bei zwei Kleingruppen musste das Ordnungsamt tätig werden. Es stellte sich aber heraus, dass es sich hierbei jeweils um eine Familie gehandelt hat“, berichtete Marion Wessels.

Die Wanderparkplätze waren gut gefüllt und die Straßenränder zum Beispiel am Sommerberg wurden genutzt, um das Auto abzustellen und schnell in den Wald zu gelangen. „Zu Fuß, mit Schlitten oder dem Rad sind die Menschen coronakonform losmarschiert. Ich habe sogar einen Reiter gesehen“, berichtet Marion Wessels, die selbst am Sonntag vor Ort in der Egge war. Der Wunsch, nach draußen in die Natur zu gehen, sei nachvollziehbar. „Und es gibt keinen Grund, dass sie das nicht dürften“, sagt Marion Wessels.

Einen Aspekt betont sie besonders: „Es mag vielleicht aus der Entfernung so ausgesehen haben, als würden die Menschen die Schutzverordnung ignorieren, aber das war nicht der Fall. Meistens haben sie sogar deutlich mehr als eineinhalb Meter Abstand eingehalten. Auch wenn man sich auf den Wegen begegnet ist. Alle sind sehr umsichtig.“

Die neue Corona-Schutzverordnung mit verschärften Regeln galt am vergangenen Wochenende noch nicht, sondern ist erst am vergangenen Montag in Kraft getreten.

Rodelnde Kinder, durch den Schnee stapfende Spaziergänger – Landwirt Franz-Josef Driller erinnert das an seine Jugend: „Ich finde es so schön, dass die Kinder hier in der Region mal wieder Schlitten fahren können. Das haben wir doch früher selbst gemacht“, sagt er auf Anfrage.

Dieser Autofahrer zog auf einer schneebedeckten Fläche einen Schlitten hinter sich her. Foto: Kurt Blaschke

Dem Altenbekener Landwirt gehören Felder auf dem Sommerberg. Zwar könnten durch Schlitten schon leichte Schäden entstehen, „das sehe ich aber nicht dramatisch. Kinder, die Schlitten fahren, hat es schon vor 50 Jahren gegeben. Da hat sich auch keiner beschwert“, nimmt es Franz-Josef Driller locker.

Der Landwirt findet es persönlich besser, dass die Menschen die abschüssigen Flächen vor Ort nutzen als zentriert zum Beispiel nach Willingen zu fahren. Franz-Josef Driller: „Selbst, wenn dann mal die Grasnarbe leicht beschädigt ist, kann man das verschmerzen.“

Anders sehe das aus, wenn Autos auf den schneebedeckten Feldern fahren würden. „Dann entstehen Schäden. Das ist nicht gut“, stellt Driller klar. Ein solcher Autofahrer wurde sowohl von Hobbyfotograf Kurt Blaschke als auch von Marion Wessels am Wochenende gesehen. Die Gemeinde spricht hier von einem Einzelfall. „Dass ein Schlitten hinter einem fahrenden Auto hergezogen wurde, war die absolute Ausnahme. Der Großteil waren Menschen, die sich an alles gehalten haben“, sagt Marion Wessels.

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