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„Licht an!“: Innung Paderborn beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Friseure fordern Neustart am 15. Februar

Paderborn

Viele Friseursalons stehen derzeit mit dem Rücken zur Wand. Perspektive Fehlanzeige. Die Friseur- und Kosmetik-Innung Paderborn weiß, wie ernst die Lage ist und dass nicht wenige Betriebsinhaber an Entlassungen und Aufgabe denken. Um auf die brisante Situation aufmerksam zu machen und einen Re-Start ab dem 15. Februar zu fordern, nehmen auch die regionalen Friseure an der bundesweiten Aktion „Licht an!“ teil.

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Symbolbild: Susann Prautsch/dpa Foto:

Sie demonstrieren mit brennendem Licht in ihren geschlossenen Salons 24 Stunden täglich die Dramatik der Lage.

Kaum ein Bereich im Handwerk ist vom Corona-Lockdown so hart betroffen wie das Friseur-Handwerk, meint die Innung. Bereits im Frühjahr mussten die Friseursalons für mehrere Wochen schließen. Seit Mitte Dezember ruht der Betrieb erneut. Die Salons sind zu, die Beschäftigten in Kurzarbeit. „Die Situation ist deshalb für viele so bitter, weil nach dem ersten Lockdown erheblich in den Infektionsschutz investiert wurde“, sagt stellvertretender Obermeister Antonio Sposito. Und während die ebenso betroffenen Gastronomiebetriebe oder Geschäfte im Einzelhandel noch die Chance haben, durch Lieferservice oder Online-Bestellungen wenigstens etwas an den Verlusten aufzufangen, bestehe im Friseurhandwerk keine Chance für Kompensation.

Die Friseur- und Kosmetik-Innung kritisiert, dass die Unterstützungshilfen nicht rechtzeitig ankommen und die Antragstellung zu bürokratisch sei. Die Rückmeldungen zu Anträgen der im Frühjahr gewährten Soforthilfe seien teilweise erst im Dezember bei den Friseuren angekommen. „Und die sogenannte ‚Dezemberhilfe‘ berücksichtigt keine Betriebe, die aufgrund von Beschlüssen nach dem 2. Dezember schließen mussten. Das Aus für die Friseursalons kam aber erst am 15. Dezember“, sagt Andrea Hegerbekermeier, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.

Die Hoffnungen vieler ruhen jetzt auf der Überbrückungshilfe III, aber „dafür konnte man noch nicht einmal einen Antrag stellen, da die Online-Abwicklung noch nicht freigeschaltet ist“, erklärt Hegerbekermeier.

Andrea Hegerbekermeier. Foto:

Den Handwerkern geht es nicht um Schuldzuweisungen. Gleichwohl wollen sie nicht verschweigen, dass ein für viele unverzichtbares Handwerk erheblich gefährdet ist, wenn Betriebe schließen, nicht mehr ausgebildet werden und die Risiken des Unternehmertums so abschreckend werden, dass Selbstständigkeit noch mehr an Attraktivität verliert.

„Die selbstständigen Friseurmeister können kein Kurzarbeitergeld beziehen, Rücklagen für die Rente werden jetzt für den Lebensunterhalt aufgebraucht, der soziale Abstieg droht“, warnt Hegerbekermeier.

Die bundesweite Aktion des Zentralverbands spricht auch den heimischen Betrieben aus der Seele. Vom 31. Januar bis zum 1. Februar 2021 sind Betriebsinhaber aufgefordert, das Licht in den Salons anzulassen, bevor es ganz ausgeht. „Das Licht soll 24 Stunden in den Salons brennen, um die Bevölkerung auf die dramatische Situation des Friseurhandwerks aufmerksam zu machen“, so die der stellvertretende Obermeister. „Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden sichtbar bleiben und geben nicht auf“, betont Sposito. „Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Unsere Kunden warten auf uns.“

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