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Der Wintereinbruch im Kreis Paderborn und seine aktuellen Folgen im Überblick – Busverkehr eingestellt

Großangriff gegen die weißen Massen

Paderborn

Auch wenn der Deutsche Wetterdienst den Kreis Paderborn am Montag „nur noch“ mit der Stufe 2 versieht und nicht mehr vor Unwetter, sondern vor markantem Wetter warnt, bleiben die Folgen des Wintereinbruchs sicht- und spürbar.

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Arbeit ohne Ende: Die Räumfahrzeuge – hier auf der Neuhäuser Straße – befinden sich seit Samstagabend beinahe im Dauereinsatz.. Foto: Ingo Schmitz

Markantes Wetter – das heißt, das mit weiterem Schneefall, Schneeverwehungen und strengem Frost zu rechnen ist. Stufe 2 ist die zweithöchste von vier Stufen. (Stufe 3 = Unwetterwarnungen, Stufe 4 = Warnungen vor extremem Unwetter). Hier lesen Sie den fortlaufend aktualisierten Überblick zur Lage im Kreis Paderborn:

Impfzentrum öffnet planmäßig

Das Impfzentrum in der Sälzerhalle in Salzkotten öffnet am heutigen Montag wie geplant um 14 Uhr die Türen. Geimpft werden die ersten 162 Seniorinnen und Senioren, die 80 Jahre und älter sind und Termine gebucht haben. Sicherheit hat Vorrang: „Wer unpünktlich ist, muss sich keine Sorgen machen. Geimpft wird trotzdem, am Montag sind Impfungen bis 19 Uhr möglich. Wer aufgrund der Straßenverhältnisse nicht kommen möchte, kann den heutigen Impftermin morgen oder übermorgen zur selben Zeit wahrnehmen“, teilt der Kreis mit. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist nicht erforderlich.

Mülltonnen bleiben Montag stehen

Aufgrund des Wintereinbruchs mit anhaltenden Schneefällen stellt der ASP die Abfall-Entsorgung in Paderborn und Bad Lippspringe am heutigen Montag, 8. Februar, komplett ein. Die für den heutigen Tag vorgesehene Abfuhr der Behälter in den Bezirken 1+2 (Südstadt) wird am Samstag, 13. Februar, nachgeholt. Um die Abfuhr unter den erschwerten Bedingungen in den nächsten Tagen zu ermöglichen, werden die Bürger gebeten, die Transportwege für die Behälter möglichst schnee- und eisfrei zu halten. Die für heute angesetzten Sperrmülltermine werden im Laufe des morgigen Dienstags, 9. Februar, nachgeholt, sofern die Wetterverhältnisse dies zulassen. Die Recyclinghöfe An der Talle und an der Driburger Straße bleiben heute ebenfalls geschlossen.

Die Mülltonnen mussten am Montag stehen bleiben. Foto: ASP

Räumdienst nahezu im Dauereinsatz

Als „äußerst schwierig“ bezeichnete Dr. Dietmar Regener, Geschäftsführer des ASP in Paderborn, die Situation für die Räumdienste. Seit Samstagabend waren die 170 Mitarbeiter nahezu im Dauereinsatz. „Bei solchen Wetterlagen werden auch nachts die Hauptstraßen geräumt. Das hat aber nicht gereicht, wie man am Montagmorgen sehen konnte. Wir haben bislang nur das Schlimmste verhindern können.“ Angesichts der anhaltenden Schneefälle habe man abbrechen müssen: „Wir können nicht Tag und Nacht durchfahren, das ist unmöglich“, stellte Regener fest.

Als der Schneefall am Montag gegen Mittag nachließ, rückten um 14 Uhr die Räumfahrzeuge des ASP dann zum erneuten Großangriff gegen die weißen Massen aus. „Wir werden noch einmal räumen und hoffen, dass am Montagabend die Straßen langsam in einen Normalzustand übergehen.“ Der Schnee müsse allerdings zunächst von den Straßen runter, sonst könne das Salz nicht wirken. In einigen Straßen sei der erste Schnee von Samstag offenbar angefroren, warum das Räumen so schwierig sei.

Ein weiteres Problem seien die gigantischen Schneemengen. „Wir werden in der Nacht zu Dienstag damit anfangen, den Schnee mit Radladern abzutransportieren. Das gilt zunächst an den Bushaltestellen, damit wir den Busverkehr wieder aufnehmen und die Passagiere gefahrlos ein- und aussteigen können.“ Die Abladestelle für den Schnee befindet sich übrigens stadtnah direkt beim Schützenplatz. Dr. Regener gibt allerdings zu bedenken, dass man den Schnee nicht aus allen Straßen abfahren könne – auch wenn es an manchen Stellen sehr eng sei.

Und wie sieht es mit dem Schneeräumen in den Stadtteilen aus? Das mache der ASP auch ein wenig vom Termin der Abfallentsorgung abhängig, wie der Geschäftsführer mitteilte. Wegen des Abfuhrtermins am Dienstag in der Innenstadt werde man zunächst dort auch die Nebenstraßen in den Fokus nehmen. „Ich gehe im Moment davon aus, dass wir die Entsorgung am Dienstag vornehmen können.“ Sinnvoll sei es auf jeden Fall, die Mülltonnen erst am frühen Morgen auf die Straße zu stellen, damit die Räumfahrzeuge genug Platz haben. Die Müllabfuhr, die am Montag ausgefallen ist, werde am Samstag nachgeholt.

Danach seien dann am Mittwoch Kaukenberg und Lieth sowie danach Marienloh und Benhausen, Neuenbeken und Dahl an der Reihe. „Dort haben wir die größten Probleme, weil dort auch die Schneemengen noch größer sind. Wir werden dort so viel wie möglich räumen und wenn nötig auch Schnee wegfahren.“

Linienverkehr eingestellt

Der Padersprinter hat am Montagmorgen den Linienverkehr in Paderborn bis auf Weiteres vollständig eingestellt. Am Mittag folgte die Entscheidung, den Busverkehr im Stadtgebiet auch bis zum Betriebsende nicht mehr aufzunehmen: „Obwohl der Räumungsdienst der Stadt Paderborn gute Arbeit geleistet hat und durchgängig im Einsatz ist, sind die Straßenverhältnisse weiter schwierig und an vielen Haltestellen ist ein sicherer Ein- und Ausstieg derzeit nicht möglich. Wir sind zuversichtlich, dass die Busse morgen früh wieder unterwegs sein werden. Trotzdem beobachten wir die Lage aber natürlich weiterhin und bitten alle Fahrgäste um Verständnis, sollte es auch morgen zu weiteren Einschränkungen kommen. “

Einige Straßen weiterhin gesperrt

Nach Angaben der Polizei sind weiterhin einige Straßen im Kreisgebiet nicht befahrbar: Nach wie vor gesperrt sind die Strecken zwischen Lichtenau und Willebadessen (K26) sowie zwischen Lichtenau-Kleinenberg und Willebadessen (L763). Ebenso die Straßen Stöckerbusch bzw. Kuhtrift zwischen Büren-Hegensdorf und der L754 (Haarener Wald). Gesperrt sind bei Bad Wünnenberg die L751 von Haaren nach Böddeken und die L636 zwischen Haaren und Fürstenberg.

Am Montagmorgen kam es im Berufsverkehr zu vielen Verkehrsbehinderungen wie hier auf der B68 bei Lichtenau durch einen liegengebliebenen Sattelzug Foto: Polizei

Viele Einsätze, wenig Unfälle

Die Polizei berichtete am Mittag von einer weiterhin extrem angespannten Wetter- und Verkehrslage. Es habe am Morgen viele Einsätze, aber glücklicherweise kaum Unfälle gegeben. Die Fahrerinnen und Fahrer seien sehr umsichtig unterwegs – sofern der Verkehr habe rollen können. Vier Glätteunfälle gab es in Delbrück, Paderborn, Büren und Bad Wünnenberg. Mehr als 30-Mal wurde die Polizei wegen Gefahrenstellen oder Behinderungen durch querstehende oder liegengebliebene Fahrzeuge alarmiert. Besonders betroffen waren die B64 bei Altenbeken-Buke, die B68 bei Lichtenau, die B480 bei Bad Wünnenberg sowie der Kapellenberg bei Büren. Auch innerorts blieben Pkw oder Lkw liegen und verursachten Staus. Manche Fahrzeuge konnten freigeschoben oder herausgezogen werden, andere mussten abgeschleppt werden. Die A33-Abfahrt Paderborn-Zentrum aus Richtung Bielefeld war über eine Stunde gesperrt, um einen Lkw aus dem Graben zu bergen.

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