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Schieber und Streumittel im Kreis Paderborn gefragt – Stadt Paderborn macht die Radlader startklar

Kampf gegen Schneemassen

Paderborn

Trotz der Warnungen der Wetterdienste sind die Menschen im Kreis Paderborn von der Wucht des Winters eiskalt erwischt worden. Stadt und Land: Alles ist seit dem Wochenende dick mit Schnee bedeckt. Der Kampf gegen die Massen war auch am Montag in den meisten Teilen des Kreises nicht besonders erfolgreich, denn: Es schneite zunächst munter weiter.

Ingo Schmitz

Hat noch Streumittel und Schneeschieber im Lager: Sven Klemm vom Hagebaumarkt in Paderborn musste mit seinem Team einen Kundenansturm bewältigen. Foto: Jörn Hannemann

Mit den Schneemassen kam auch der Ansturm auf die Baumärkte. Ganz oben auf der Wunschliste der Kunden: Schneeschaufeln, Streusalz und andere abstumpfende Streumittel. Gegen Mittag war der Raiffeisenmarkt im Gewerbegebiet Benhauser Feld in Paderborn bereits leer gekauft, wie ein Mitarbeiter auf WV-Anfrage erklärte. Als erstes war das Streusalz ausverkauft, danach das Viehsalz und dann auch das Bittersalz. „Wir versuchen auf jeden Fall Nachschub zu bekommen“, hieß es. Immerhin gab es im Raiffeisenmarkt gegen Mittag noch Schneeschieber.

Reichlich Vorrat

Beim Hagebaumarkt am Frankfurter Weg vermeldete Marktleiter Sven Klemm, dass der Ansturm zwar groß, aber das Lager auch gut gefüllt sei. Noch gebe es keinen Versorgungsengpass. „Wir haben Schneeschieber aus Holz, Kunststoff und Metall. Wir haben außerdem Streusalz und Streugranulat in verschiedenen Größen in Säcken und in Eimern“, erklärte der Marktleiter. Mit Blick auf die eisigen Temperaturen brauche sich derzeit niemand Sorgen zu machen, dass die Brennstoffe ausgehen. Ob Anmachholz, Holzscheite, Briketts oder auch Pellets: Das Lager sei auch hiermit gut bestückt.

„Aufgrund des Lockdowns seit Mitte Dezember haben wir deutlich weniger verkauft“, begründet Klemm, warum das Lager so voll ist. Wer im Hagebau kaufen möchte, muss wegen des Lockdowns entweder vorher anrufen oder eine Mail senden.

ASP im Dauereinsatz

Als „äußerst schwierig“ bezeichnete Dr. Dietmar Regener, Geschäftsführer des ASP in Paderborn, die Situation für die Räumdienste. Seit Samstagabend waren die 170 Mitarbeiter nahezu im Dauereinsatz. 25 Fahrzeuge, darunter zwölf große Schneepflüge, schieben, was das Zeug hält. „Bei solchen Wetterlagen werden auch nachts die Hauptstraßen geräumt. Das hat aber nicht gereicht, wie man am Montagmorgen sehen konnte. Wir haben bislang nur das Schlimmste verhindern können.“ Zudem sei es unmöglich, Tag und Nacht durchzufahren.

Als der Schneefall am Montag gegen Mittag nachließ, rückten um 14 Uhr die Räumfahrzeuge des ASP dann zum erneuten Großangriff gegen die weißen Massen aus. „Wir hoffen, dass am Montagabend die Straßen langsam in einen Normalzustand übergehen.“ Der Schnee müsse allerdings zunächst von den Straßen runter, sonst könne das Salz nicht wirken. Erschwerend komme hinzu, dass in einigen Straßen der erste Schnee von Samstag offenbar angefroren sei.

Schnee wird abgefahren

Ein weiteres Problem seien die gigantischen Schneemengen. „Wir werden in der Nacht zu Dienstag damit anfangen, den Schnee mit Radladern abzutransportieren. Das gilt zunächst an den Bushaltestellen, damit wir den Busverkehr wieder aufnehmen und die Passagiere gefahrlos ein- und aussteigen können.“ Die Abladestelle für den Schnee befindet sich stadtnah beim Schützenplatz. Dr. Regener gibt zu bedenken, dass man den Schnee nicht aus allen Straßen abfahren könne – auch wenn es an manchen Stellen sehr eng sei.

Platz für Mülltonnen

Und wie sieht es mit den Stadtteilen aus? Das Räumen dort mache der ASP vom Termin der Abfallentsorgung abhängig, teilte der Geschäftsführer mit. Wegen des Abfuhrtermins am Dienstag in der Innenstadt werde man zunächst dort einige Nebenstraßen in den Fokus nehmen. „Ich gehe im Moment davon aus, dass wir die Entsorgung am Dienstag vornehmen können“, sagte Regener. Sinnvoll sei es auf jeden Fall, die Mülltonnen erst am frühen Morgen an die Straße zu stellen, damit bis dahin die Räumfahrzeuge genug Platz hätten. Die Müllabfuhr, die am Montag ausgefallen ist, werde am Samstag nachgeholt.

Am Mittwoch seien dann Kaukenberg und Lieth sowie danach Marienloh und Benhausen, Neuenbeken und Dahl an der Reihe. „Dort haben wir die größten Probleme, weil dort die Schneemengen noch größer sind. Wir werden dort so viel wie möglich räumen und wenn nötig auch Schnee wegfahren.“ Für das gesamte Stadtgebiet gelte, dass es mitunter sinnvoller sei nichts zu machen, als die kompletten Straßen zuzuschieben, so Regener. Denn: Durch den Lockdown seien viele Straßenränder zugeparkt, so dass es zu gefährlich sei, dort mit einem Räumfahrzeug durchzufahren.

Krzysztof Jezierski vom ASP Paderborn startete am Montag mit seinem Räumfahrzeug eine Tour durch die Kernstadt Paderborn, um die Rad- und Fußwege vom Schnee zu befreien. Foto: Dietmar Kemper

Wohin mit dem Schnee?

Und was soll man tun, wenn man keinen Platz für den Schnee auf dem eigenen Grundstück hat? „Man kann den auf die Straße schieben. Das birgt aber die Gefahr, dass dieser postwendend zurück kommt, wenn wir mit einem Schneepflug durchfahren.“ Leider könne der ASP nicht verhindern, dass geräumte Zufahrten von Grundstücken wieder zugeschoben würden. Regener: „Ansonsten kann ich nur empfehlen, dass man an bestimmten Bereichen an der Straße größere Haufen bildet.“

Verbot für Streusalz

Welche Auswirkungen hat der knackige Frost? Auf jeden Fall bedeutet dies, so Regener, dass insbesondere die aufgeschichteten Schneeberge länger liegen bleiben werden. Er macht darauf aufmerksam, dass im privaten Bereich der Einsatz von Streusalz verboten ist. Auf Gehwegen sollten lediglich abstumpfende Streumittel verwendet werden. Der Einsatz von Streusalz durch den ASP, sei – anders als im privaten Bereich – anders dosiert.

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