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Kirchengemeinde Heilig Kreuz Altenbeken feiert eine Festwoche zum Jubiläum

Kleinod im Schatten des Viadukts

Altenbeken (WB/bel). Sie ist ein markantes Bauwerk im Schatten des großen Viaduktes. Die Alte Kirche Altenbekens direkt am Dorfeingang. Sie besteht in diesem Jahr 350 Jahre und wird als Teil einer Festwoche besonders gewürdigt.

Die Tafel von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch soll an die Geschichte der Alten Kirche und die besondere Verehrung des Heiligen Kreuzes in Altenbeken erinnern. In der Kirche ist auch der Auftakt der Festwoche zum Doppeljubiläum in der Kirchengemeinde. Foto: Liedmann

Zum Jubiläum hat Altenbekens Ortsheimatpfleger Rudolf Koch eigens eine Tafel am Gedenkstein direkt gegenüber der Kirche angebracht. Sie steht im Zentrum der Eröffnungsfeier der Festwoche am 7. September und auch des Abschlusshochamtes am Sonntag, 15. September, mit Weihbischof Hubert Berenbrinker und der Prozession zur Kirche.

Jubiläumswoche mit Feiern, Konzert und Kabarett

Die Kirche wurde 1669 vom damaligen Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg mit heimischem Kalksandstein erbaut. Über dem Barockportal ließ er sein Wappen und eine Inschrift anbringen, die der Ortsheimatpfleger auf der Tafel übersetzt angebracht hat. Die Inschrift deutet darauf hin, dass hier bereits in früheren Jahrhunderten eine Wallfahrtskapelle gestanden hat. Als dann die Eisenbahn gebaut wurde und viele Familien sich in Altenbeken ansiedelten, reichte die kleine Kapelle als Gotteshaus nicht mehr aus und wurde 1864 um zwei Gewölbejoche nach Westen erweitert. Bis zum Bau der Heilig-Kreuz-Kirche in den Jahren 1904/05 war sie auch die zentrale Kirche Altenbekens. Wie der Ort selbst wurde sie in den Kriegsjahren durch Bombenangriffe erheblich beschädigt und später wieder aufgebaut. 1954 konnte sie schließlich wieder genutzt werden.

Den Vorplatz der Kirche bestimmt ein Mahnmal mit einer Zehn-Zentner-Bombe. Es erinnert auf einem alten Eckstein des Viaduktes an die Opfer der Bombenangriffe auf den Viadukt im November 1944 und Februar 1945. Die Inschrift erinnert auch an den Altenbekener Theologiestudenten Alfons Bieling, der in den letzten Kriegstagen vom eigenen Kompanieführer erschossen worden war, weil er angeblich eigenmächtig einen Zug, den er befehligte, an der Front zurückverlegt habe.

Mahnmal auf Vorplatz der Kirche

Die Nutzung dieser entschärften Bombe als Mahnmal direkt vor der Kirche hatte zur Jahrtausendwende heftige Diskussionen ausgelöst. Die Bombe war im Keller des Museums nach Umbauarbeiten entdeckt worden.

In Gesprächen zwischen Ortsheimatpfleger, der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde kristallisierte sich dieser Standort auf dem Kirchengelände heraus, weil dem Viadukt die verheerenden Bombenangriffe gegolten hatten. Der damalige Pfarrer Hubertus Wiedeking äußerte bei der feierlichen Übergabe des Mahnmals im Rahmen einer Prozession am 29. Mai 2000, dass die Form sicherlich provokant sei. Dieses Mahnzeichen der Versöhnung und des Friedens entspreche aber auch den prophetischen Jesaja-Worten, dass Schwerter zu Pflugscharen werden sollen. Die Festwoche »350 Jahre alte Kirche, 125 Jahre Pfarrei Heilig Kreuz« beginnt am Samstag 7. September, mit einer Virgilfeier in der Alten Kirche mit Segnung der Apostelleuchter. Zahlreiche Gottesdienste, Feiern ein Konzert sowie eine Kabarett-Veranstaltung folgen.

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