Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Dientag: 59 neue Fälle – Inzidenz bei 129,9 – Impftermine für Jahrgänge 1950 und 1951

Mehr als 1000 aktive Infektionen

Paderborn

59 neue Corona-Fälle hat de Kreis Paderborn am Dienstag bekanntgegeben (Stand 11 Uhr). Die Zahl der aktiven Fälle überschreitet erstmals die 1000er-Marke: Aktuell sind 1008 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus infiziert.

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Ein negagtiver (Symbolbild). Foto: Thomas F. Starke

Betroffen sind Paderborn (525), Delbrück (96), Hövelhof (86), Salzkotten (72), Bad Lippspringe (61), Bad Wünnenberg (52), Borchen (40), Büren (39), Altenbeken (22) und Lichtenau (15). In Borchen wurde die Zahl der bestätigten Gesamtfälle um eins nach unten korrigiert.

70 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 18 von denen intensivmedizinisch. 2750 Menschen im Kreis Paderborn befinden sich in Quarantäne. Die Zahl laborbestätigten Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt 8434 und die Zahl der Erkrankten, die als genesen gelten, unverändert 7279. 147 Menschen sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben.

Inzidenzwert

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist – wie berichtet – für den Zeitraum 13. bis 19. April eine Sieben-Tages-Inzidenz von 129,9 aus (Datenstand 20. April, 0 Uhr). Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 19. April 2021 gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes sind die Werte von 100 und 50 über drei Tage von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Corona-Notbremse“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 129,9 - 132,5 - 132,5 - 135,8 - 139,4 - 141,6 - 132,9. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend verändern können. Zumeist steigen sie. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Dienstag bei 168,4 (Vortag: 171,1) und in Deutschland bei 162,4 (165,3). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 198,1 (201,4) – Hochsauerlandkreis 132 (129) – Höxter 85,6 (89,1) – Lippe 187,6 (196,8) – Soest 120 (109).

Impfzentrum nutzt freie Kapazitäten

Als einer der jüngsten Kreise im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe nimmt im Kreis Paderborn die Corona-Schutzimpfung Fahrt auf. Weil zuletzt Impfdosen von Biontech/Pfizer übrig waren, wurden in den vergangenen Tagen bis einschließlich Montag rund 3000 Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen und chronisch Kranken zusätzlich geimpft.

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es in den Arztpraxen des Kreises Paderborn bis einschließlich Montag 14.989 Erstimpfungen (Sonntag: 14.912) und 12 (12) Folgeimpfungen gegeben. Im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle wurden bis dahin 37.566 (36.638) Erstimpfungen und 9994 (9871) Folgeimpfungen durchgeführt. Durch mobile Teams sind bisher 11.056 (10.708) Menschen geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6916 (6916) Menschen erhalten (www.corona-kvwl.de/impfbericht) . Impfungen in Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Impftermine für Jahrgänge 1950 und 1951

Und es geht weiter: Das NRW-Gesundheitsministerium öffnet ab Freitag, 23. April, die Terminvergabe zur Impfung gegen das Coronavirus für die Jahrgänge 1950 und 1951 samt Lebenspartner. Terminvereinbarungen erfolgen über das Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe – entweder online rund um die Uhr unter www.116117.de oder telefonisch, täglich von 8 bis 22 Uhr, unter der 0800/11611702.

6166 Personen aus dem Kreis Paderborn bekommen ein Einladungsschreiben, das ab Dienstag versandt wird. Es dient der Information der Impfberechtigten, ist aber keine Voraussetzung für eine Terminbuchung. Paartermine sind möglich und können gemeinsam gebucht werden: Das Alter der Lebenspartner spielt dabei keine Rolle.

Die Impfung erfolgt im Impfzentrum Salzkotten, Upsprunger Straße 1, mit dem Impfstoff Biontech/Pfizer. Die Impfung erfolgt je nach Verfügbarkeit von Terminen. Über 80-Jährige, alle Personen der Geburtenjahrgänge 1941 bis 1947 und ab Mittwoch, 21. April, wie berichtet auch die Jahrgänge 1948 und 1949 sowie deren Lebenspartner sind ebenfalls impfberechtigt und können weiter Termine buchen. Sollten die Schreiben nicht rechtzeitig im Briefkasten sein, ist das egal. Gbucht werden kann trotzdem: Das Schreiben dient lediglich der zusätzlichen Information.

Hintergrund

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung, die ab dem 19. April 2021 gilt. Darin:

§ 16: Corona-Notbremse

(1) Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag, frühestens aber am Tag nach der Bekanntmachung der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemäß Satz 2, die folgenden Einschränkungen gegenüber den vorstehenden Regelungen in Kraft: ...

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stellt für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 sowie den Tag fest, an dem die Einschränkungen nach Satz 1 in Kraft treten, und macht diese Feststellung bekannt. Die Feststellung wird aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander wieder unter dem Wert von 100 liegt; am Tag nach der Bekanntgabe der Aufhebung der Feststellung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales treten die Einschränkungen nach Satz 1 wieder außer Kraft.

(2) Kreise und kreisfreie Städte nach Absatz 1 Satz 1, die über ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot zur Vornahme kostenloser Bürgertestungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit (BAnz AT 09.03.2021 V1) verfügen, können durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestimmen, dass statt der Einschränkungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 8 die Nutzung der entsprechenden Angebote von einem tagesaktuellen bestätigten negativen Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttests nach § 4 Absatz 4 abhängig ist.

§ 16a: Besondere regionale Infektionslagen, Hotspot-Strategie

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über dem Wert von 100 liegt oder in denen sonst besondere kritische infektiologische Umstände vorliegen, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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