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Astra-Zeneca-Impfung für Personen über 18: Leiter der KVWL-Bezirksstelle ­Paderborn wünscht sich Freigabe in NRW

„Nicht benötigte Termine absagen“

Paderborn/Salzkotten

Im Impfzentrum in Salzkotten können sich jetzt alle Menschen über 70 Jahre und alle chronisch Kranken, die zur Priorisierungsgruppe 2 gehören, um einen Impftermin bemühen. Auch in den Hausarztpraxen können diese Personen geimpft werden. Manche Patienten haben allerdings ein Impfangebot im Impfzentrum angenommen, obwohl sie bereits einen Termin bei ihrem Hausarzt hatten. Das führt zu Problemen.

wn

Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärzt­lichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Foto: Jörn Hannemann

„Es ist ganz wichtig, dass sie den nicht benötigten Termin rechtzeitig absagen, damit er an eine andere Person, die sehnsüchtig darauf wartet, geimpft zu werden, weitergegeben werden kann“, sagt Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle ­Paderborn der Kassenärzt­lichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Wer seinen Impftermin telefonisch über 0800/1161172 im Impfzentrum gebucht hat, und ihn jetzt nicht mehr benötigt, kann ihn über diese Nummer wieder absagen. „Immer wieder wird gefragt, wie es denn nun mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca weitergeht. Sehr viel Erhellendes erfährt man dazu, wenn man den Podcast ‚das Coronavirus-Update Nr. 84‘ von NDR-Info mit Professor Drosten hört: Das Risiko einer Sinusvenen-Thrombose liegt bei 5 auf eine Million Impfungen“, erklärt Polenz.

„Wenn wir in allen Bereichen unseres Lebens solch ein Risiko vermeiden wollten, dürften wir auch nicht mehr als Fußgänger auf die Straße gehen, weil das Risiko dabei schwer oder tödlich verletzt zu werden deutlich höher ist. Natürlich käme niemand auf so eine Idee – aber bei der Diskussion um den Impfstoff legen wir andere Maßstäbe an.“ Dabei sollte man auch bedenken, dass das Risiko durch eine Covid-Erkrankung eine Sinusvenenthrombose zu erleiden achtmal höher sei als durch eine Impfung. Es gebe bisher auch keinen Fall einer Sinusvenenthrombose nach einer Zweitimpfung mit ­Astra-Zeneca.

Bis auf Dänemark würden alle Länder, die den Impfstoff bekommen können, ihre Bevölkerung so schnell sie können mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca impfen, um die Menschen vor der „wirklich großen Gefahr einer Ansteckung mit Corona“ zu schützen. Polenz: „In Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Impfstoff seit Mittwoch für die Impfung von allen Personen über 18, die ihn haben wollen, freigegeben worden. Eine solche Freigabe wünsche ich mir auch für NRW, unter anderem damit diejenigen, die ihre Erstimpfung mit Astra bekommen haben, die Zweitimpfung so erhalten können, wie das die Zulassungsbedingungen vorsehen.“

Auch wenn mittlerweile fast 25 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten hätten, gelte es, vor allem wegen der ansteckenderen Mutationen die bekannten Schutzmaßnahmen noch für einige Monate weiter einzuhalten: Abstand, Maske tragen, Hände desinfizieren, lüften und nicht unbedingt notwendige Kontakte vermeiden.

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