Polizei warnt vor betrügerischer Web-Link-Masche – Opfern werden hohe Gebühren in Rechnung gestellt

Paderborner soll 4000 SMS verschickt haben

Paderborn

Im Schneeball-System verbreitet sich eine SMS mit Paket- oder Bestellungsankündigungen und einem gefährlichen Web-Link auf unzähligen Smartphones. Das ist nicht nur ärgerlich und kriminell sondern manchmal auch richtig teuer. Die Paderborner Polizei warnt: Wer den Link anklickt, holt, sich eine Schad-Software beziehungsweise einen „Virus“ auf sein Handy.

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So oder so ähnlich kann eine der gefährlichen SMS lauten. Im Link taucht meistens ein realer Paketdienst oder Versender auf und täuscht so die Echtheit vor. Foto: Polizei

Die kriminelle Applikation greift auf die gespeicherten Kontaktdaten zu und verschickt die „Fake-SMS“ über das Handy an die Kontakte des Handynutzers. Vermutlich können auch andere persönliche Daten, wie beispielsweise zum online-banking, ausgespäht werden. Die Polizei rät: „Egal ob Sie ein Paket oder eine andere Bestellung erwarten, klicken Sie bei solchen SMS niemals, wirklich niemals, auf den Link! Die SMS am besten sofort löschen!“

Bereits Anfang Februar erhielten viele Handy-Nutzer die falschen Paket-SMS und wandten sich an die Polizei (wir berichteten am 9. Februar). Seit Anfang der Woche rollt eine neue SMS-Welle im Kreis Paderborn. Am Donnerstag wandten sich zahlreiche Empfänger an die Polizei und baten um Hilfe. Vielen waren die bereits erfolgten Warnungen und Ratschläge noch nicht bekannt.

Für den betroffenen Smartphone-Nutzer kann der Klick auf den Link in der Paket-SMS richtig teuer werden, denn kaum jemand hat eine SMS-Flatrate. So erstattete nach Angaben der Polizei ein Mann aus dem Kreis Paderborn am Donnerstag Anzeige, nachdem er festgestellt hatte, dass sein Telefon-Provider plötzlich über 900 Euro an SMS-Gebühren in der aktuellen Kostenaufstellung ausweist. Am vergangenen Samstag hatte er die Paket-SMS erhalten und auf den Link geklickt, da er tatsächlich ein Paket erwartete. Seitdem wurden über seinen Anschluss laut Provider-Aufstellung mehr als 4000 SMS verschickt.

Die gefälschten Paket-SMS verbreiten sich durch das kriminelle Schneeball-System unter Nutzung der jeweils gespeicherten Kontaktdaten im gesamten Bundesgebiet. Am Donnerstag warnte auch die Deutsche Post/DHL vor den Fake-SMS, die den Anschein erweckten, tatsächlich von dem Unternehmen zu stammen. Allerdings nutzen die SMS-Initiatoren auch die Namen anderer Paket- oder Postdienste. Deswegen könne die Warnung nicht auf ein Unternehmen begrenzt werden.

Das rät die Polizei

• Klicken Sie in Ihren Nachrichten niemals auf Links, die Sie von unbekannten Absendern unerwartet erhalten haben.

• Kennen Sie den Absender, fragen Sie ihn, was sich hinter dem Link verbirgt und ob er/sie die Nachricht selbst verschickt hat.

• Lassen Sie keine Installation von fremden Apps auf Ihrem Handy durch Ihre Bestätigung zu.

• Aktivieren Sie, sofern möglich, die Drittanbietersperre (in den Einstellungen des Mobiltelefons).

• Sorgen Sie dafür, dass die vorhandenen Sicherheitsfunktionen ihres Smartphones eingeschaltet sind und Apps sowie Betriebssystem immer auf dem aktuellsten Stand sind.

• Sollten sie den Link angeklickt haben, schalten Sie das Handy in den Flugmodus und informieren Ihren Provider.

• Kontrollieren Sie ihre Handy-Rechnungen bzw. Ihr Handykonto! Sollten dort ungewöhnliche Kosten angefallen sein, erstatten Sie Anzeige bei Ihrer Polizei.

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