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Corona-Lage am Donnerstagvormittag: Softwarefehler in Paderborn führte zu weniger zum LZG gemeldeten Fällen

Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Paderborn weiter gesunken

Paderborn (WB/LaRo)

Der offizielle Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis Paderborn ist erneut gesunken. Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) gibt ihn am Donnerstagmorgen (Stand: 0 Uhr) mit 27,0 an. Gestern lag er bei 39,6. Die Paderborner Verwaltung hatte ihn gestern als zu niedrig relativiert und als nicht aussagekräftig bezeichnet. Am Donnerstag wurde dann bekannt, dass es einen Softwarefehler gibt.

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Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten (Symbolbild). Foto: Britta Pedersen/dpa

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Vor einer Woche betrug die Inzidenz 65,3 und vor vier Wochen 89,3.

Der offizielle Wert des LZG*, das für den Kreis Paderborn (mit Datenstand Donnerstag, 0 Uhr) Mittwoch keine neuen Fälle und für die vergangenen sieben Tage 83 notiert, ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht. Der Kreis Paderborn hatte am Mittwoch (Stand 11 Uhr) 26 Neuinfektionen bekannt gegeben. Zu den 0 für Mittwoch notierten Fällen sagte eine LZG-Sprecherin am Donnerstag dieser Zeitung: „Aus Paderborn ist eine fehlerhafte Datei gesendet worden – ein technisches Problem.“ Es handle sich um einen Fehler der Software in Paderborn.

Zum Inzidenz teilte das LZG allgemein mit: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Wie berichtet hatte der Kreis zum gestrigen Inzidenzwert des LZG von 39,6 noch folgendes ausgeführt: „Der Wert hat keine Aussagekraft. Aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse sind zum Teil auch die Kurierfahrer der Labore nicht durchgekommen, sodass die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen höher liegen dürfte.“ Zudem habe das LZG 70 gemeldete Fälle weniger ausgewiesen, als dem Kreisgesundheitsamt bekannt seien. Einen eigenen Wert nannte der Kreis nicht.

Zu den Gründen für die Abweichung führte der Kreis weiter aus: „Das Kreisgesundheitsamt bekommt die positiven Corona-Fälle direkt aus den Laboren gemeldet und verfügt somit immer über die aktuellsten Zahlen. Diese werden im Anschluss über das LZG an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. Durchgefunkt werden jedoch nicht nur Zahlen. Für jeden einzelnen Fall muss im Gesundheitsamt ein Infektionsschutzbogen angelegt werden, beispielsweise mit Angaben zu Alter, Beruf und auch Vorerkrankungen. Erst wenn dieser Bogen vollständig ausgefüllt ist, wird er digital an das LZG übermittelt und dort als positiver Fall ausgewiesen. Die vom LZG an das RKI übermittelten Infektionsbögen mit detaillierten Angaben dienen dem RKI zur wissenschaftlichen Auswertung des Pandemiegeschehens.“

Durch diese Zeitverzüge in der Übermittlung, insbesondere bei dynamischem Pandemiegeschehen, könne es auch zu Abweichungen bei der Sieben-Tages-Inzidenz nach unten kommen. Die Werte stimmten deshalb auch nicht immer mit den Zahlen des Dashboards des Kreises, also der tagesaktuell ausgewiesenen Zahlen, überein. „Der Kreis Paderborn hat bis Oktober letzten Jahres die 7-Tages-Inzidenz vor Ort ausgerechnet. Dann trat erstmalig eine Coronaschutzverordnung in Kraft, die besagt, dass ausschließlich der vom LZG ausgewiesene Wert maßgeblich ist für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens. Seitdem veröffentlicht der Kreis Paderborn die 7-Tages-Inzidenz des LZG.“

Zur zu den Fragen: „Was ist, wenn die 7-Tages-Inzidenz unter 50 sinkt? Gibt es dann sofort Lockerungen?“ teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit: „Auch das ist in der Coronaschutzverordnung in der ab dem 25. Januar gültigen Fassung geregelt, die am 14. Februar außer Kraft tritt: Der Wert muss an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegen. Erst dann können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Reduzierungen der Schutzmaßnahmen auf den Weg gebracht werden.“

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Donnerstag bei 62,7 (Vortag: 67,0). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 40,3 (47,1)– Hochsauerlandkreis 89,3 (85,8) – Höxter 64,9 (76,3) – Lippe 66,2 (71,1) – Soest 60,3 (64,3).

Impfungen

Im Kreis Paderborn sind nach einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik der Kassenärztliche Vereinigung zufolge in Heimen bis einschließlich Mittwoch 6398 Menschen (Vortag: 6206) geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben bisher 4544 (Vortag: 4360) der 6398 Erstgeimpften erhalten. www.corona-kvwl.de/impfbericht. Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit mehr als 6000 Bewohnern und Mitarbeitern.

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem nun die Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen erstellt.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung (gültig ab dem 11. Januar).

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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