1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Altenbeken
  6. >
  7. Zahl der Infizierten in der Aatalklinik von 82 auf 98 gestiegen

  8. >

Die Coronalage im Kreis Paderborn am Montagnachmittag: Ergebnisse der Reihenuntersuchung in Bad Wünnenberg liegen vor

Zahl der Infizierten in der Aatalklinik von 82 auf 98 gestiegen

Paderborn

Dem Kreisgesundheitsamt liegen die Ergebnisse der Reihenuntersuchung nach dem Corona-Ausbruch im Reha-Bereich der Bad Wünnenberger Aatalklinik vor: 73 Patientinnen und Patienten sowie 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Virus infiziert. In der vergangenen Woche war zunächst von insgesamt 82 Fällen berichtet worden. Nicht betroffen ist das Senioren- und Pflegeheim für vollstationäre und Kurzzeitpflege in der Aatalklinik: Hier waren alle Tests negativ.

wn

Die Zahl der Infizierten in der Aatalklinik ist nach der angeordneten Reihenuntersuchung von 82 auf 98 gestiegen. Foto: Hanne Hagelgans

Das Kreisgesundheitsamt wird die Durchführung aller angeordneten Maßnahmen weiter intensiv und engmaschig kontrollieren, heißt es. Das mit der Klinikleitung vereinbarte Besuchsverbot und der seitens des Gesundheitsamtes verhängte Aufnahmestopp bleiben bestehen. Für den kommenden Donnerstag, 11. März, hat das Kreisgesundheitsamt eine weitere Reihenuntersuchung angeordnet. Nach dem Infektionsschutzgesetz werden Infizierte in den Statistiken der Gesundheitsämter an ihrem Wohnort geführt. Die meisten Patienten und ein Großteil der Beschäftigten wohnen außerhalb des Kreises Paderborn, so dass nur ein kleiner Teil des Ausbruchsgeschehens sich in den Corona-Zahlen des Kreises Paderborn widerspiegelt.

Bei dem am Sonntag vom LZG vermeldeten 138. Todesfall im Kreis Paderborn seit Pandemiebeginn handelt es sich um einen 90-jährigen Mann aus Bad Wünnenberg, der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben ist. Der Kreis berichtet am Montag (Stand: 11 Uhr) von 13 neuen Corona-Fällen. Aktuell sind 205 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn (79), Bad Wünnenberg (35), Büren (24), Delbrück (21), Bad Lippspringe (20), Hövelhof (15), Borchen (8), Altenbeken (6), Salzkotten (5) und Lichtenau (4).

Die Zahl der aufsummierten und laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt 6648, die der Corona-Erkrankten, die eine akute Infektion überstanden haben und als genesen gelten, liegt bei 6293. 36 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 15 von ihnen intensivmedizinisch. 1001 Menschen im Kreis Paderborn befinden sich in Quarantäne.

Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) weist für den Zeitraum vom 1. März bis zum 7. März – wie bereits berichtet – eine Sieben-Tages-Inzidenz von 37,7 aus (Datenstand: 8. März, 0 Uhr). Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es in NRW um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 8. März 2021 gültigen Coronaschutzverordnung des Landes sind dabei die Werte von 100 und 50 von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 37,7 - 37,7 - 45,2 - 44,5 - 43,2 - 44,2 - 45,8. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; dass heißt, dass sie sich rückblickend verändern können. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Montag bei 65,8 (Vortag: 65,1) und in Deutschland bei 68 (66,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 59,2 (58,4) – Hochsauerlandkreis 72,0 (77,8) – Höxter 38,5 (37,1) – Lippe 48,9 (48,9) – Soest 64,6 (59,3).

Die Coronazahlen im Kreis Paderborn am 8. März. Foto: Kreis Paderborn

Impfzahlen

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Impfzentrum des Kreises Paderborn, in der Salzkottener Sälzerhalle, bis einschließlich Sonntag, 8. März, 8332 Erstimpfungen (Donnerstag: 7064) und 799 (275) Folgeimpfungen gegeben. Bis zum 28. Februar handelte es sich bei den Folgeimpfungen in den Impfzentren ausschließlich um Personen, die ihre Erstimpfung in stationären Pflegeeinrichtungen erhalten haben.

Durch mobile Teams sind bis einschließlich Sonntag 7345 Menschen (Donnerstag: 7280) geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6025 Menschen (5951) erhalten. Hinweis auf www.corona-kvwl.de/impfbericht: „Das KVWL-eigene Berichtswesen zum Impfgeschehen wurde auf das bundesweit einheitliche digitale Impfquotenmonitoring des RKI umgestellt. Insofern finden Sie ab sofort in der Liste zu den Impfungen durch mobile Teams ausschließlich eine Gesamtsumme aller durchgeführten Erst- und Folgeimpfungen (hierzu zählen neben den Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen z. B. auch ambulante Pflegedienste und Rettungsdienste).“ Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit mehr als 6000 Bewohnern und Mitarbeitern.

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem nun die Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung, die ab dem 8. März 2021 gilt. Darin:

§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über einem Wert von 100 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Startseite