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Sieben-Tages-Inzidenz liegt im Kreis Paderborn am Samstag bei 80,9, am Sonntag bei 75,4

Zwölf neue Corona-Fälle

Paderborn

Zwölf neue Corona-Fälle müssen an diesem Samstag, 27. März, im Kreis Paderborn dazugerechnet werden. Aktuell sind offiziell 516 Menschen im Kreis mit dem Coronavirus infiziert (Stand 16 Uhr). Das teilte der Kreis in Corona-Lagebericht mit.

 

Symbolbild. Foto: dpa

Von Montag an tritt, wie berichtet, die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW in Kraft: Auch im Kreis Paderborn geht Einkaufen dann nur mit Termin. Die einfache Rückverfolgung von Kontakten müsse sichergestellt sein. Gleiches gilt für Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlösser, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen. Ausgenommen von diesem „Terminshopping“ sind Geschäfte für den täglichen Bedarf (so genannte privilegierte Läden), zum Beispiel Supermärkte, Drogerien oder auch Blumenläden.

In der neuen NRW-Coronaschutzverordnung ist die Corona-Notbremse mit Regelungen fest in der Verordnung verankert. Die regionale Differenzierung soll dabei das unterschiedliche Infektionsgeschehen in den Städten und Kreisen berücksichtigen. Liegt die Sieben-Tages-Inzidenz in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt an drei Werktagen in Folge über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, greift die Corona-Notbremse. Dann entscheidet die betroffene Kommune in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium zwischen zwei Varianten: strenger Lockdown mit Aufhebung der zum 8. März 2021 in Kraft getretenen Öffnungen oder Test-Option. Bei der Test-Option können diese Öffnungen beibehalten werden – jedoch nur für Kunden, Besucher, Nutzer mit tagesaktuellem negativen Testergebnis.

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) gab für den Zeitraum 20. bis 26. März 2021 für den Kreis Paderborn eine Sieben-Tages-Inzidenz von 80,9 aus (Datenstand 27. März, 0 Uhr), also unter dem kritischen Wert von 100. Am Sonntag lag der Wert bei 75,4. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche, umgerechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Bürger haben nach der Test- und Quarantäneverordnung Anspruch auf einen kostenlosen Test pro Woche. Die so genannte Bürgertestung ist für „asymptomatische Personen“ vorgesehen, so die Formulierung in der Verordnung. Wer Corona-Symptome hat, sollte also kein Testzentrum oder andere Anbieter aufsuchen, sondern telefonischen Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen. Im Kreis Paderborn gibt es mittlerweile Testzentren, Arztpraxen oder Apotheken, die diese kostenlosen Schnelltests anbieten, zu finden auf den Kreisseiten inklusive einer interaktiven Karte unter www.kreis-paderborn.de/schnelltest.

Das Corona-Geschehen in den einzelnen Kommunen

Die 516 aktiven Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Paderborn (205), Delbrück (76), Büren (67), Salzkotten (55), Bad Wünnenberg (30), Lichtenau (27), Altenbeken (20), Bad Lippspringe (16), Hövelhof (15) und Borchen (5).

Die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt nun 7268, die der Genesenen liegt weiterhin bei 6610. In Bad Wünnenberg musste die Zahl der Genesenen um eins nach unten korrigiert werden. Unverändert 142 Menschen sind nun in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Sonntag bei 128,8 (Vortag: 123,7) und in Deutschland bei 129,7 (124,9). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 130,7 (103,9) – Hochsauerlandkreis 112,4 (104,3) – Höxter 72,7 (62,7) – Lippe 214,7 (230,2) – Soest 90,8 (88,8).

Inzidenzwert

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es in NRW um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 8. März bis einschließlich 28. März 2021 gültigen Coronaschutzverordnung des Landes sind dabei die Werte von 100 und 50 (Blick auf sieben Tage) von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 75,4 - 85,8 - 81,2 - 71,5 - 67,2 - 68,5 - 71,1. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend steigen können. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung, die ab dem 8. März 2021 gilt. Darin:

§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über einem Wert von 100 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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