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Initiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“

66.000 Unterschriften sammeln

Bad Lippspringe (WB). Die Zeiten, dass Schmetterlinge scheinbar zahllos über die Wiesen flattern, Kiebitze in großen Kolonien auf den Feldern brüten, Hummeln mit ihrem Gebrumm für den richtigen Sound sorgen, während sich die blaue Wegwarte im Wind wiegt, sind vorbei. Die Vielfalt von Flora und Fauna ist in Gefahr. Und so ist auch der Kreisverband Nabu mit dabei, wenn bei der landesweiten Volksinitiative Artenvielfalt NRW Unterschriften gesammelt werden. Unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ sollen mindestens 66.000 Unterschriften gesammelt werden. Dann muss sich der NRW-Landtag mit der Volksinitiative beschäftigen.

Otmar Lüke, Reinhard Schäck, Martin Krewet, Ralph Legenhausen, Ulrich Mertens, Dirk Tornede und Klaus Düsterhaus (von links) freuen sich auf Unterstützer der Volksinitiative Artenvielfalt NRW. Foto:

„Die Artenvielfalt auf dem Land aber auch in unseren Städten und Gemeinden muss zukünftig konsequenter und besser geschützt werden, wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Dabei setzen wir nicht nur auf die Unterstützung unserer Mitglieder, sondern appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, sich mit ihrer Unterschrift für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen einzusetzen“, sagt Otmar Lüke, Vorsitzender des Nabu Paderborn. „Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Der dramatische Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten duldet keinen Aufschub mehr“, so Lüke. „Auch hier im Kreis Paderborn sieht es nicht besser aus. Deswegen werden wir trotz Corona Unterschriften sammeln.“

Ökologischen Landbau ausweiten

Konkret fordern die Verbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und der Nabu einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbundes und die Ausweisung eines Nationalparks Senne. Auch müssten der ökologische Landbau deutlich ausgeweitet, ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide in Naturschutzgebieten durchgesetzt und die Gewässer und Auen wirksamer geschützt werden.

In allen diesen Politikfeldern sehen BUND, LNU und Nabu Stillstand oder Rückschritte. Ein politischer Wille der Landesregierung, dem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt konsequent zu begegnen, sei nicht erkennbar, so die Naturschutzverbände. Vereinzelte Förderprogramme ersetzten keine Strategie und ansonsten werde dem Credo, die Wirtschaft zu „entfesseln“, alles untergeordnet.

Hand in Hand mit Klimaschutz

„Der Natur- und Artenschutz muss aber nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt gestärkt werden“, erklärt Otmar Lüke. Hier sei die Landesregierung gefordert, dafür den ordnungsrechtlichen Rahmen zu setzen. Die Verbände fordern so zum Beispiel klare landesrechtliche Vorgaben etwa zur Eindämmung der Lichtverschmutzung und ein Verbot sogenannter Schottergärten. Umgesetzt werden müssten die Maßnahmen dann allerdings in den Städten und Gemeinden.

„Mit der Volksinitiative Artenvielfalt wollen wir uns zudem bewusst im Kommunalwahlkampf bemerkbar machen“, sagte Lüke. Auch vor Ort müsse sich die Politik daran messen lassen, was sie für lebenswerte Städte und Kommunen tut. Hier geht der Artenschutz Hand in Hand mit dem Klimaschutz. Denn mit mehr Natur in der Stadt können wir auch wirksam dem Klimawandel begegnen.“

Naturfreunde können beim Nabu im Prinzenpalais in Bad Lippspringe für die Volksinitiative unterschreiben, aber auch selbst Unterschriften sammeln. Formulare können unter www.artenvielfalt-NRW.de runtergeladen werden.

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