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Bis zu 3000 Flaschen in der Stunde

800 Gäste stoßen auf Erfolg an: Josefs-Brauerei in Bad Lippspringe offiziell eröffnet

Bad Lippspringe

Pünktlich zu Libori gab es auch in diesem Jahr wieder das beliebte Josefs Bräu. Das Besondere: Seit Sommer 2022 werden das Bier und die alkoholfreien Getränke wie Zitrone, Orange, Cola, Wasser und Eistee in Bad Lippspringe abgefüllt. Ein Grund zum Feiern – das fand auch die Brauerei mit ihren Gesellschaftern, die das Überleben und den Umzug erst ermöglicht hatten. Daher lud die Brauerei nun offiziell zur Eröffnung ein.

Von Katharina Freise

Bürgermeister Ulrich Lange, Landrat Christoph Rüther, Gesellschafter Ralf Eckel und Christian Hafer (von links) heben die Gläser und freuen sich auf die Feier. Foto: Katharina Freise

Am Samstagnachmittag und -abend wurde mit zahlreichen Freunden, ehemaligen und neuen Mitarbeitern und Bad Lippspringern angestoßen, standesgemäß mit einem Josefs-Getränk. Gekommen waren rund 800 Gäste, und das Angebot war vielfältig: Kinderschminken, Hüpfburg, Zauberkunst und Livemusik. Doch am meisten Zuspruch fanden wohl das Bier und die Besichtigung der Brauerei.

Die Gesellschafter mit Ralf Eckel, Christian Hafer und Guido Hentze am Mikrofon bedankten sich vor allem bei ihrem Braumeister Wolfgang Mehringer, der unter anderem die Rezeptur des Weizens verbessert habe. Besonders freuten sie sich über bekannte Gesichter ehemaliger Mitarbeiter. Bürgermeister Ulrich Lange betonte: „Es gibt doch nichts Schöneres, als die Ansiedlung einer Brauerei in seinen Stadtmauern zu feiern.“ Er blicke der Zukunft und der Entwicklung positiv entgegen. Auch Landrat Christoph Rüther bekam auf der Bühne das Mikro in die Hand gedrückt. Er wollte sich kurzhalten und meinte augenzwinkernd: „Ich freue mich gleich auf das Bier und bin ein Fan.“

Aber ein paar wichtige Fakten wolle er dennoch hervorheben: Es sei erfreulich und auch notwendig für den Kreis Paderborn, dass neue Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap geschaffen würden. „Im Kreis leben 25.000 Menschen mit Schwerbehindertenausweis, etwa 800 von ihnen haben eine Mehrfachbehinderung, und 990 schwerbehinderte Menschen sind arbeitslos“, so Rüther. Die Josefs-Brauerei sei ein tolles Beispiel für Integration und Inklusion.

Im Sommer 2022 fand der langersehnte Umzug statt. Bauliche Probleme, wie etwa die Materiallieferung, hatten immer wieder für Verzögerungen gesorgt.

Braumeister Wolfgang Mehringer ist ein waschechter Bayer und stammt aus einer Brauereifamilie. Foto: Katharina Freise

Inzwischen läuft die Produktion auf Hochtouren: 3000 Flaschen können pro Stunde abgefüllt werden, erklärte Wolfgang Mehringer, der Brauer, Mälzer und Produktionsleiter in Personalunion ist. Auch er ist mit von Olsberg zum neuen Standort umgezogen. Am Tag der Eröffnung erklärte er bei einem kleinen Rundgang den Weg des Bieres. In der modernen Halle ist im vorderen Teil die Abfüllanlage zu sehen: ein komplexes technisches System. Moderne Technik, die gut zu bedienen ist, alle Plätze seien auch für Menschen mit Handicap gut erreichbar. Hier werden unter anderem die Flaschen etikettiert und geprüft. Die Anlage stammt noch vom alten Standort.

Ein Stück weiter, abgetrennt von der Abfüllanlage, ragen verschiedene, beeindruckende Stahlkonstruktionen bis hoch an die Decke. Es sind riesengroße Lagertanks, die silbern glänzen, größtenteils sind sie neue. Darin lagere das Bier etwa fünf Wochen, bis es abgefüllt werde, so Mehringer.

Die Besucher waren vom Aufbau der Brauerei beeindruckt. Unter den Gästen waren auch bekannte Gesichter, denn viele ehemalige Mitarbeiter des Standortes Olsberg nahmen die rund 60 Kilometer lange Fahrt mit ihren Familien auf sich, um den neuen Standort zu begutachten.

Leider konnte und wollte nur ein Mitarbeiter nach Bad Lippspringe wechseln. Die Gesellschafter hätten gerne alle übernommen, aber ein Umzug oder das Pendeln kam für die meisten nicht infrage. „Sie wurden bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt, und für die anderen Kolleginnen und Kollegen haben wir neue Jobs vermittelt. Es ist schön und traurig zugleich, sie heute zu sehen. Viele waren sehr zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, aber das ganze Umfeld dafür zu wechseln, war ihnen nicht möglich“, sagte die Inklusionsbeauftragte Victoria Schulte-Broer.

Eine Besichtigung der Brauerei ist grundsätzlich buchbar und war nicht nur am Tag der offenen Tür möglich. Außerdem kann die Holzhütte, die sich Eckel gewünscht hatte, gemietet werden. Sie steht auf dem Gelände neben der Produktionshalle und ist auch als Treffpunkt für den Austausch gedacht. Anfragen können an [email protected] geschickt werden.

Bürgerschützen aus Bad Lippspringe (West-Kompanie) mit König Benedikt Hildmann und Hauptmann Christoph Klare lassen sich von Mitarbeiter Dirk Witt die Brauerei zeigen. Foto: Katharina Freise
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