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Abriss an der Auguste-Viktoria-Klinik kostet 600.000 Euro

Acht Gebäude werden beseitigt

Bad Lippspringe (WB). Auf dem Gelände der ehemaligen Auguste-Viktoria-Klinik (AVK) in Bad Lippspringe tut sich etwas: Anfang des Monats ist mit dem aufwändigen Abriss von acht baufälligen Gebäuden begonnen worden.

Klaus Karenfeld

Das ehemalige Schulgebäude an der Auguste-Viktoria-Klinik ist bereits verschwunden. Zurück geblieben sind jede Menge Steine, die zum Teil beim Bau der neuen Erschließungsstraße wieder verwendet werden sollen. Foto: Klaus Karenfeld

Mit den umfangreichen Arbeiten hat die Stadt das Dortmunder Unternehmen Stricker Umwelttechnik beauftragt. Die Firma gilt in der Branche als sehr erfahren. „Vor zwei Jahren haben wir zum Beispiel das 14-stöckige Gebäude der ehemaligen Finanzdirektion in Münster abgerissen“, machte der vor Ort verantwortliche Polier Michael Freitag im Gespräch deutlich.

Acht Gebäude(-teile) sollen in den kommenden Wochen und Monaten nacheinander abgerissen werden; sie befinden sich allesamt im nördlichen Teil des acht Hektar großen Geländes. Im Einzelnen handelt es sich dabei um das ehemalige Schulgebäude, das alte Kesselhaus mit Kino, Wäscherei und Wohnheim sowie die Großküche und mehrere Garagen.

Arbeiten sollen Ende April abgeschlossen sein

Der Abriss betrifft An- und Neubauten, die im Laufe der Jahre auf dem Gelände entstanden sind; sie werden auch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe als nicht erhaltenswert eingestuft. Der Auftrag zum Abbruch wurde im vergangenen Jahr durch den Rat der Stadt erteilt.

„Läuft alles zeit- und planmäßig wie bisher, werden die Arbeiten Ende April abgeschlossen sein“, betonte Fachbereichsleiterin Tanja Berghahn-Macken bei einem Vororttermin. Die größten „Brocken“ sind ihr zufolge die Großküche (5000 Quadratmeter) und das Kesselhaus (3.500 Quadratmeter).

Schadstoffe werden auf Spezialdeponie gebracht

Stricker Umwelttechnik sorgt neben dem Abriss der einzelnen Gebäude auch für die ordnungsgemäße Entsorgung des anfallenden Bauschutts. Gefährliche Schadstoffe wie Asbest oder PCB werden vom übrigen Material getrennt und auf eine Spezialdeponie für Gefahrstoffe gebracht.

„Dass wir auf Altlasten stoßen würden, war uns bekannt“, berichtet Michael Freitag. Die Stadt hatte im Vorfeld der Abrissarbeiten so genannte Schadstoffbeprobungen durch die Firma Kleegräfe Geotechnik GmbH durchführen lassen. Das Unternehmen aus Lippstadt begleitet den Abbruch der acht AVK-Gebäude und zeichnete zuvor auch für die Ausschreibung der einzelnen Maßnahmen verantwortlich.

„Es ist schon erstaunlich, wo überall belastetes Material zu finden ist“, erinnert sich Michael Freitag. „Der Fensterkitt in einigen Gebäuden beispielsweise enthält Anteile von PCB.“

Es gibt aber auch Bauschutt, der wiederverwendet werden kann. Dazu gehören Steine, Teile des Mauerwerks und der Gebäudefundamente. Dieses recyclingfähige Material, das Berghahn-Macken mit insgesamt etwa 8500 Tonnen beziffert, kann als Unterbau oder Tragschicht für neue Gebäude, Straßen oder Parkplätze zum Einsatz kommen. „Dabei gibt es aber eine Reihe von rechtlichen Vorgaben zu beachten“, so Berghahn-Macken. „Letztlich bedarf es, wie im Fall der Auguste-Viktoria-Klinik, auch der Zustimmung durch das Umweltamt des Kreises Paderborn.“

Erste Wohnhäuser sollen noch 2020 entstehen

Wie berichtet, ist im südlichen Bereich der „Auguste“ ein neues Baugebiet geplant. Voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 2020 sollen hier die ersten von insgesamt 40 Wohnhäusern entstehen. Beschlossen ist auch der Bau einer Erschließungsstraße; sie ist nach dem Gründer der Auguste-Viktoria-Klinik, Prof. Otto Rapmund, benannt. Als Unterbau der Straße soll teilweise das recyclingfähige Material verwendet werden, das beim Abbruch der acht Gebäude anfällt. „Der Bauschutt wird so einer sinnvollen Wiederverwendung zugeführt“, ist Berghahn-Macken überzeugt.

Der groß angelegte Abriss hat natürlich seinen Preis: Insgesamt ist ein Betrag von 600.000 Euro veranschlagt.

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