Vor genau 100 Jahren: Bad Lippspringe gibt ohne Genehmigung Notgeld aus und wird dafür getadelt

Als die Kurstadt eigenes Geld druckte

Bad Lippspringe

Im November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Die Deutschen begannen zu hamstern und zu horten. Nicht weniger schwerwiegend war die langsam einsetzende Inflation: Wertbeständiges Hartgeld verschwand immer mehr aus dem offiziellen Zahlungsverkehr. In dieser Situation sah sich Bad Lippspringe wie viele andere Kommunen auch gezwungen, eigenes Notgeld auszugeben – allerdings mit nur wenig Erfolg. Das war 1921, vor genau 100 Jahren.

Klaus Karenfeld

Mit dem 75-Pfennig-Schein sollte an die Taufe der Sachsen durch Karl den Großen erinnert werden. Foto: Klaus Karenfeld

Nähere Informationen zu den damaligen Ereignissen finden sich in zwei leider nicht vollständigen Akten im Bad Lippspringer Stadtarchiv. Ausgangspunkt ist ein Brief des damals frisch gewählten Bürgermeisters Dr. jur. Hans Pint, der auf den 11. Mai 1921 datiert und an den Paderborner Künstler Josef Dominicus adressiert ist. Pint informierte ihn darin über die Absicht der Stadt, eigenes Notgeld auszugeben. Und er fragte an, ob der über die Paderstadt hinaus bekannte Künstler Interesse habe, drei Geldscheine mit den Wertangaben 25, 50 und 75 Pfennige zu gestalten.

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