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Truppenübungsplatz Senne: Britisches Militär will Durchfahrtstraßen schließen

Ärger um Spaziergänger im Sperrgebiet

Bad Lippspringe (WB/mba). In der Corona-Krise sorgen offenbar immer mehr Spaziergänger für Ärger auf dem Truppenübungsplatz Senne. Seit ein paar Wochen betreten nach Angaben der britischen Armee zahlreiche Menschen das militärische Sperrgebiet – vermutlich um das schöne Wetter und die frische Luft zu genießen. „Am letzten Wochenende war es ganz schlimm. Das war ein regelrechter Auflauf“, sagt Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Streitkräfte, auf Anfrage dieser Zeitung.

Solche Schilder warnen auf dem Truppenübungsplatz vor den Gefahren, die dort drohen. Parken und Halten sind auf dem 116 Quadratkilometer großen Areal nicht ­gestattet. Foto: Hannemann

Whitehurst kündigt Konsequenzen an. Die Durchfahrtstraßen, die geöffnet worden seien, um den Anrainerkommunen und Pendlern entgegenzukommen, würden wieder gesperrt. Darüber hinaus kündigt der Sprecher verstärkte Kon­trollen sowie Strafanzeigen bei Verstößen an. Die Schilder mit der Aufforderung, das militärische Übungsgelände in der Senne nicht zu betreten, stünden nicht ohne Grund dort, betont Whitehurst. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Munition nach Manövern liegen geblieben sei. „Wir können die Sicherheit auf dem Übungsgelände nicht gewährleisten“, sagt Whitehurst. Die Spaziergänger gingen aber überall hin. Darüber hinaus lebten in der Senne schützenswerte Tiere und Pflanzen. Der Übungsplatz sei ein wertvolles Habitat, das es zu schützen gelte.

Mike Whitehurst

Wegen der Corona-Krise finden derzeit keine Großübungen in der Senne statt. Großbritannien hat beschlossen, die Streitkräfte aus Deutschland abzuziehen. Auf dem Truppenübungsplatz Senne verbleiben allerdings 200 Soldaten. Wegen der Corona-Krise will Großbritannien aber mindestens bis Ende April keine Soldaten zu Übungszwecken nach Deutschland schicken.

Generell wollen die Nato-Truppen mit Blick auf die all­gemeine Sicherheitslage und das angespannte Verhältnis zu Russland ihre Übungen intensivieren – auch in der Senne, was künftig zu häufigeren Sperrungen der wichtigen Durchfahrtsstraßen führen könnte, die über den Truppenübungsplatz verlaufen.

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