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Neue Online-Plattform der Stadt kurz vor dem Start - Schülervertretung gibt entscheidenden Impuls

Bad Lippspringe will Bürger stärker beteiligen

Bad Lippspringe

Wie soll das Bad Lippspringer Stadtfest in Zukunft gefeiert werden? Welche Spielgeräte dürfen auf dem neuen Spielplatz auf keinen Fall fehlen? Und wo sollte die Stadtverwaltung Lademöglichkeiten für E-Bikes schaffen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen sollen demnächst die Bürgerinnen und Bürger geben, und zwar Mithilfe einer neuen Online-Plattform.

Klaus Karenfeld

Auch die Bad Lippspringer Jugendlichen sollen sich künftig stärker an der Entwicklung der Badestadt, die vor 100 Jahren ihre Stadtrechte zurück erhielt, beteiligen können. Das meinen Niklas Bauer, Bürgermeister Ulrich Lange (hintere Reihe von links), Julian Vieth und Nico Grosse (vordere Reihe von links). Foto: Klaus Karenfeld

Am 8. Februar hätte es in Bad Lippspringe einen besonderen Grund zum Feiern gegeben. Genau 100 Jahre zuvor hatte der Ort die 1845 verlorenen Stadtrechte wiedererlangt. „Doch angesichts der Corona-Pandemie verbieten sich aktuell selbstverständlich jegliche Festivitäten“, macht Bürgermeister Ulrich Lange deutlich. Die Badestadt wird ihr Jubiläum nun ganz anders „feiern“, wie Lange erläutert.

Der entscheidende Impuls dazu kam von der Schülervertretung der Gesamtschule Bad Lippspringe: „Die Rückschau auf die Vergangenheit ist gut und richtig. Aber das sollte den ebenso wichtigen Blick in die Zukunft nicht verstellen“, sagt der Schülersprecher Nico Grosse.

Bei bloßen Worten will es die Schülervertretung aber nicht bewenden lassen. „Unsere Überlegungen zielen auf ein Rathaus, das sich in Zukunft noch bürgernaher präsentiert und das den Menschen der Badestadt über den Jubiläumstag hinaus mehr Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten bietet.“

Dieser Vorschlag stieß bei Lange auf offene Ohren. Der Bürgermeister selbst hatte sich schon im Kommunalwahlkampf dafür ausgesprochen, die Einwohner von Bad Lippspringe stärker als bisher an den kommunalen Entscheidungen zu beteiligen. Aus dieser Idee haben Stadt und Schülervertretung ein gemeinsames Projekt entwickelt, das Lange und Grosse jetzt der Öffentlichkeit vorstellten.

„Die Stadtverwaltung ist aktuell dabei, eine neue Online-Plattform einzurichten, die verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten für alle Einwohner von Bad Lippspringe bieten soll“, sagt Lange. Dazu gehört unter anderem ein interaktiver Stadtplan, auf dem die Bürger eventuelle Missstände markieren können. „Damit sind beispielsweise defekte Straßenlaternen, Schlaglöcher oder illegale Müllablagerungen gemeint“, listet Lange auf und fügt hinzu: „Jeder, der einen Schaden oder Mangel im Ort feststellt, kann ihn im interaktiven Stadtplan ganz unbürokratisch markieren, kurz beschreiben und auch ein Foto dazu hochladen. Anschließend kümmern sich die städtischen Angestellten um die Beseitigung des Problems.“

Darüber hinaus will die Stadtverwaltung die Online-Plattform nutzen, um die Bürger bei konkreten Projekten mit einzubeziehen. „Das kann zum Beispiel der Neubau eines Spielplatzes sein“, so Lange. „Kinder und Erwachsene könnten in diesem Fall Vorschläge für Spielgeräte machen, die sie gerne dort sehen würden. Oder die Verwaltung schlägt zwei Spielplatzvarianten vor, über die alle kleinen und großen Lippspringer abstimmen dürfen. Und die Version mit den meisten Stimmen wird dann umgesetzt.“

Die neue Online-Plattform bietet nach Überzeugung Langes „wirklich ganz tolle Möglichkeiten, um unsere Bürgerinnen und Bürger aktiv in die verschiedenen Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen“. Er freue sich deshalb schon heute auf einen „fruchtbaren Ideenaustausch“ zu den unterschiedlichen Themen.

In der Gesamtschule hat sich Grosse zufolge bereits eine Planungsgruppe gebildet, die aktuell aus drei Lehrern und drei Schülern besteht. „Wir möchten, dass beim Thema Bürgerbeteiligung auch die Interessen der hier lebenden Kinder und Jugendlichen ausreichend berücksichtigt werden. Anlässlich des Stadtjubiläums denken wir beispielsweise über eine neue Form eines Stadtrundgangs nach, der auch die jüngere Generation interessieren sollte.“ Die Planungsgruppe stehe in diesem Zusammenhang auch im Gespräch mit dem Heimatverein Bad Lippspringe.

Aktiv beteiligen wollen sich Schüler und Lehrer auch an der Neuplanung von Stadtfest und Herbstkirmes. „Es wäre gut, wenn sich hierin auch die Interessen und Vorstellungen der jungen Menschen von Bad Lippspringe wiederfinden würden. Nur ein breit aufgestelltes Stadtfest wird künftig an den Erfolg vergangener Zeiten anknüpfen können“, ist Grosse überzeugt.

Natürlich kann sich auch jeder beteiligen und Anregungen geben, der keinen Computer besitzt. Julian Vieth (22) zum Beispiel ist als Auszubildender im Infobüro der Stadt tätig und wird sich mit den eingehenden Vorschlägen (telefonisch oder schriftlich) befassen und an den zuständigen Fachbereich weiterleiten. Mit im Boot sind auch Niklas Bauer (18), der als Auszubildender im Bad Lippspringer Bauamt arbeitet und der Seniorenbeirat der Stadt. Lange spricht in diesem Zusammenhang von wichtigen Anlaufstellen.

Läuft alles nach Plan, dann kann die neue digitale Plattform noch im März 2021 an den Start gehen. Sie ist dann über die Homepage der Stadt zu erreichen (www.bad-lippspringe.de). Über den genauen Zeitpunkt will die Stadtverwaltung rechtzeitig informieren.

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