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Mehr Übernachtungen in Bad Lippspringe nach April-Rekordtief – Gartenschau lockt an

Besucherzahlen nehmen zu

Bad Lippspringe (WB). Die Corona-Pandemie hat auch die Kurstadt Bad Lippspringe schwer getroffen. Allein im vergangenen April ging die Zahl der offiziell registrierten Übernachtungen um etwa 60 Prozent zurück. Inzwischen nehmen die Buchungen wieder zu. Nach einem guten Sommer hoffen die ortsansässigen Beherbergungsbetriebe auf einen vielleicht doch noch goldenen Herbst.

Klaus Karenfeld

Die Gartenschau Bad Lippspringe wird gut besucht, wie das Foto der Schlange vom Sonntag am Eingangsbereich zeigt. Es handelt sich zwar größtenteils um Tagestouristen, aber auch die heimischen Beherbergungsbetriebe profitieren. Foto: Matthias Wippermann

Es war die erste Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses nach der Kommunalwahl und gleichzeitig die letzte, bevor sich der neue Rat am 9. November konstituiert. „Das Jahr 2020 wird uns als ein wirklich nicht einfaches Jahr in Erinnerung bleiben“, betonte Asli Noyan, Leiterin des Bad Lippspringer Stadtmarketings, in der Ausschusssitzung. „Die Corona-Pandemie hat speziell auch die heimischen Beherbergungsbetriebe vor große Herausforderungen gestellt“, machte sie in ihrer mit Statistiken gespickten Präsentation deutlich.

Wie bekannt, veröffentlicht der Landesbetrieb IT.NRW regelmäßig einmal im Monat die offiziellen Ankunfts- und Übernachtungszahlen in den einzelnen Kur- und Badeorten des Landes Nordrhein-Westfalen. In die Statistik fließen konkret die Angaben der örtlichen Hotels, Pensionen und Reha-Kliniken ein – unter anderem auch aus Bad Lippspringe. Es gibt eine Einschränkung: Bei den Übernachtungszahlen werden nur Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten berücksichtigt.

Das Jahr fing erst gut an – doch dann kam Corona

Noyan zufolge hatte das Jahr 2020 zunächst unspektakulär begonnen. Der Februar machte erste Hoffnungen, dass sich die Touristen- und Besucherzahlen weiter gut entwickeln würden. So registrierte IT.NRW für den sonst eher ruhigen Wintermonat immerhin 5832 Ankünfte in Bad Lippspringe. Das bedeutete ein Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um stolze 16,4 Prozent auf insgesamt 30.537.

Dann kam der März, und mit ihm zog die Corona-Krise auf. Neben Schulen, Kindergärten und Geschäften mussten quasi über Nacht auch viele Hotels und Pensionen schließen. Reha-Kliniken konnten ihren Betrieb, wenn auch sehr eingeschränkt, fortsetzen. Viele Buchungen wurden storniert.

Die Talsohle war in Bad Lippspringe Ende April erreicht. Bis dahin war die Zahl der Ankünfte auf einen bis dahin nie gekannten Tiefstwert von 548 gesunken. Das entsprach einem Minus von 91,4 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Übernachtungszahlen für April gab IT.NRW mit 12.207 (Minus 60,4 Prozent) an.

Im Sommer, nach Ende des Lockdowns, hat sich laut Noyan die Situation deutlich entspannt. „Statt für den Urlaub ins Ausland zu fahren, haben sich viele Menschen dazu entschieden, ihre Ferien in Deutschland zu verbringen. Und von dieser Entwicklung hat eindeutig auch Bad Lippspringe profitiert“, sagt die Leiterin des Stadtmarketings und fügt hinzu: „Die Innenstadt war gut besucht, ebenso unsere Gartenschau.“

Die jüngste aktuell vorliegende Statistik von IT.NRW stammt aus dem Monat Juli; sie scheint die Einschätzung von Noyan zu bestätigen. Die Zahl der Übernachtungen in Bad Lippspringe lag demzufolge in diesem Monat bei 30.108 und damit nur 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Noyan hofft, dass diese erfreuliche Entwicklung weiter anhält. Sorge bereiten ihr die bundesweit wieder deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen. „Ob und wenn ja welche Konsequenzen das für den Tourismus in Bad Lippspringe haben wird, lässt sich aktuell noch nicht sagen“, so Noyan abschließend.

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