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Chancen auf Umsetzung steigen – auch das Projekt Mobilitätshafen macht Fortschritte

City-Outlet: „Bad Lippspringe ist Kandidat Nummer eins“

Bad Lippspringe

Rund um das mögliche City-Outlet in Bad Lippspringe ist es zuletzt ruhig geworden. Aber im Hintergrund ist einiges passiert, wie Initiatorin Sylvia Schubert jetzt mitteilte.

Von Klaus Karenfeld

Sehen Bad Lippspringe auf einem guten Weg in eine Zukunftsstadt (von links): Bürgermeister Ulrich Lange, Prof. Thomas Tröster (Universität Paderborn), Bastian Heggemann, Vorsitzender der CDU in Bad Lippspringe, Sylvia Schubert (Initiatorin der Projektgruppe City-Outlet) sowie Raphael Schäfers, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Bad Lippspringe. Foto: Klaus Karenfeld

Mit Blick auf den aktuellen Sachstandsbericht machte die Projekt-Initiatorin deutlich: „Bad Lippspringe ist Kandidat Nummer eins für ein zweites City-Outlet in Deutschland.“ Auch in Sachen „Neue Mobilität“ strebt die Kurstadt eine Vorreiterrolle an.

Etwa 100 Gäste waren der Einladung der Badestädter CDU sowie der örtlichen Mittelstands- und Wirtschaftsunion in das Parkhotel gefolgt. Mit Spannung erwartet wurde ein aktueller Bericht zu einem möglichen City-Outlet in Bad Lippspringe. Und der zehnminütige Vortrag von Sylvia Schubert enttäuschte nicht. Sie berichtete von monatelangen intensiven Gesprächen der Projektgruppe mit den etwa 35 Immobilienbesitzern, deren Ladenlokale für ein City-Outlet infrage kommen.

Das Ergebnis sieht Schubert zufolge aktuell so aus: „Wir können mittlerweile von einer zur Verfügung stehenden Gesamtfläche von 8155 Quadratmetern ausgehen. 5343 Quadratmeter davon sind bereits fest zugesagt.“ Bei einigen Immobilienbesitzern bestehe noch Beratungsbedarf. Es handele sich dabei um eine Gesamtfläche von 2557 Quadratmetern. Einige Neubau-Projekte warten Schubert zufolge „ebenfalls auf unsere Entscheidung“. Damit sei eines sehr sicher: „Wir kommen ganz nah an die in der Machbarkeitsstudie geforderte Verkaufsfläche von 9000 Quadratmetern.“

Wachsende Unterstützung durch heimische Wirtschaft

Ein mögliches City-Outlet erfährt laut Projektgruppe inzwischen auch eine wachsende Unterstützung durch die heimische Wirtschaft . Aktuell gebe es bereits verbindliche Zusagen renommierter ortsansässiger Unternehmen für eine Anschubfinanzierung, die im sechsstelligen Bereich liege.

Dabei gibt sich die Initiative nicht blauäugig. „Die Corona-Pandemie und auch der Ukraine-Krieg mit dem damit verbundenen Energieproblem werden das Kaufverhalten der Menschen noch einmal nachhaltig verändern.“ Fest stehe aber genauso: Zuwächse im Handel werde es nur im Online-Bereich und in Outlet-Centern geben. Denn beide Vertriebsformen erfüllten optimal die Wünsche der Kunden. Und die bestehe zuallererst in der Rabattierung von Originalware. In diesem Zusammenhang verwies Schubert auch auf eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, wonach Outlet-Center „immun“ gegen Online-Handel sind.

Und die Stadt rührt weiter fleißig die Werbetrommel für ein City-Outlet in Bad Lippspringe. So waren Bürgermeister Ulrich Lange und Sylvia Schubert Mitte September nach Wolfsburg zum sechsten deutschen Outlet-Kongress eingeladen. Hier ging es unter anderem um die Themen Shopping-Center, Retails (Geschäfte in Innenstädten), Outlet-Center und City-Outlets. Schubert wertete die Veranstaltung in ihrem Bericht als vollen Erfolg: „Durch die überzeugende Projekt-Präsentation unseres Bürgermeisters ist der Name Bad Lippspringe und unser Vorhaben jetzt auch bei den ganz Großen in dieser Branche angekommen.“

Mit Leuchtturmprojekt „Mobilitätshafen“ auf gutem Weg

Zweiter Referent des Abends war Prof. Thomas Tröster von der Universität Paderborn. Er beschäftigte sich konkret mit der Frage, vor welchen Aufgaben und Herausforderungen die Mobilität heute und auch in Zukunft steht und zeigte gleichzeitig Lösungsmöglichkeiten auf. Bad Lippspringe, das sich selbst gerne als Zukunftsstadt bezeichnet, ist Tröster zufolge mit seinem Leuchtturmprojekt „Mobilitätshafen“ bereits jetzt auf einem guten Weg.

Wie berichtet, hat die Stadt vor einigen Monaten ein Grundstück im Bereich Am Vorderflöß/Am Strothebach erworben. Die 25.000 Quadratmeter große Fläche soll im Sinne einer ganzheitlichen Lösung mit Parkflächen, Ladeinfrastruktur und Grünbereichen ausgebaut werden. Zentrale Projektidee ist dabei die Entwicklung von „intelligenten und nachhaltigen Mobilitätsbrücken“. Und ebenso wichtig: Der Klimaschutz und damit auch der Erhalt des Heilklimas in der Badestadt spielt nach Aussage der Verantwortlichen bei den Planungen eine zentrale Rolle.

Tröster spricht mit Blick auf den geplanten Mobilitätshafen von einem Vorzeigeprojekt für die vernetzte Mobilität im ländlichen Raum. Bekanntlich hat die Badestadt schon heute mit erheblichen Verkehrsproblemen zu kämpfen – im wesentlichen verursacht durch die jährlich zigtausenden Besucher der Gartenschau und gute Patientenzahlen in den Kliniken des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) . Ein mögliches City-Outlet soll in den weiteren Planungen berücksichtigt werden.

Die Erwartungen an einen Mobilitätshafen in Bad Lippspringe sind hoch: Mittelfristig soll von hier aus autonomes und emissionsfreies Autofahren möglich sein. Eine Utopie? Nicht für Tröster. In China und den USA (San Francisco) sei beides schon möglich. Der Universitätsprofessor nutzte die Veranstaltung auch, um als Vorstandsmitglied Werbung für den Verein Neue Mobilität Paderborn (NeMo) zu machen, dem auch die Stadt Bad Lippspringe als „besonders aktives Mitgled“ (Tröster) angehört.

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