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Verwaltung legt Positionspapier zur Belebung der Bad Lippspringer Innenstadt vor – Coworking-Spaces geplant

„City-Outlet ist nur ein Baustein“

Bad Lippspringe

Die Diskussion um ein mögliches City-Outlet in Bad Lippspringe wird nach Auffassung von Bürgermeister Ulrich Lange (CDU) aktuell zu verengt geführt: „Um unseren innerstädtischen Einzelhandel neu zu beleben, bedarf es mehr.“ Das ­City-Outlet könne nur ein Baustein in den Überlegungen sein. Notwendig sei ein Paket unterschiedlicher Maßnahmen.

Klaus Karenfeld

Der 2015 neu gebaute Marktplatz hat die Hoffnung auf einen lebendigen Ort der Begegnung nicht erfüllt, sagt Bürgermeister Ulrich Lange. Das soll sich ändern. Foto: Stadt Bad Lippspringe

Bei bloßen Worten wolle es der Bürgermeister nicht belassen. „Als nächsten Schritt wird die Verwaltung dem Wirtschaftsförderungsausschuss am 25. März ein umfassendes Positionspapier vorlegen. Darin enthalten sind konkrete Vorschläge zur nachhaltigen Belebung der Bad Lippspringer Innenstadt“, kündigt Lange gegenüber dieser Zeitung an. Leerstehende Ladenlokale seien auch in Bad Lippspringe unübersehbar.

Mehr und mehr Einzelhändler kämpften um ihre Existenz. Der Online-Handel feiere dagegen Jahr für Jahr neue Umsatzrekorde. Er sehe Politik, Wirtschaft und die Kunden am Ort gemeinsam aufgefordert, dieser Entwicklung nicht tatenlos zuzusehen, sagt der Bürgermeister.

Leerstand mit Start-ups füllen

Lange geht unter anderem von folgender Überlegung aus: Kleinen Firmen, aber auch Start-ups, Freiberuflern und Studenten fehle zunächst oft das Kapital, um sich ein eigenes Büro mit moderner digitaler Ausstattung leisten zu können. „Was spricht dagegen, wenn sich gleich mehrere Nutzer ein großes Büro mit entsprechender technischer Ausrüstung teilen?“, fragt Lange. Die Nachfrage nach solchen sogenannten Coworking-Spaces sei auch in Bad Lippspringe vorhanden: Lange: „Uns liegen bereits zahlreiche positive Rückmeldungen von möglichen Interessenten vor.“

Coworking-Spaces böten sich aber auch für bereits etablierte ortsansässige Firmen an, die kurzfristig nach einem Konferenz- oder Präsentationsraum suchten. Angedacht seien unterschiedliche Mietmodelle vom Halbtagesticket über die Tagesmiete bis hin zur Kostenpauschale. „Angesichts vieler Ladenleerstände dürfte diese Idee auch für viele Vermieter interessant sein“, sagt der Bürgermeister.

Großbildschirme sollen die Stadt als lebenswert präsentieren

Forcieren will Lange auch den Einsatz von sogenannten Digitalen Info Screens. Mit Hilfe solcher Großbildschirme soll sich Bad Lippspringe als aktive und lebenswerte Stadt mit seinen unterschiedlichen Facetten präsentieren können. Außer allgemeinen touristischen Informationen (Parken, Stadtplan, Kontakt zu Rathaus und Tourist-Info) soll über die multimedialen Bildschirme auch der neue Imagefilm der Badestadt abrufbar sein. Darüber hinaus hätte auch die örtliche Vereins- und Sportwelt über solche Bildschirme die Gelegenheit, sich einem größeren Publikum vorzustellen.

Große Sorgen bereitet Lange der 2015 neu gebaute Marktplatz: „Die anfäng­liche Hoffnung auf einen lebendigen Ort, den die Menschen gerne und häufig besuchen, hat sich leider nicht erfüllt.“ Lange will das ändern und dort einen „attraktiven Ort der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität“ schaffen.

Zudem denke die Verwaltung über die Einführung einer „Leerstandsbörse“ im Internet nach. Auf diesem Info-Portal könnten sich Lange zufolge konkrete Hinweise zu aktuell verfügbaren Immobilien in Bad Lippspringe finden.

„Bad Lippspringer City Card“ soll kommen

Darüber hinaus böte die Leerstandsbörse die Möglichkeit, Kauf- beziehungsweise Miet­interessenten mit den betreffenden Eigentümern schnell und unkompliziert zusammenzubringen. Die Bad Lippspringer Verwaltung schlägt auch ein ganzjähriges Beleuchtungskonzept für die Innenstadt vor.

Große Erwartungen setzten die Verantwortlichen im Rathaus ebenfalls in die Einführung einer „Bad Lippspringer City Card“. Geplant sei eine „Karte für alles“. Sie soll den Nutzern Möglichkeiten eröffnen, die über das reine Sammeln von Bonuspunkten in den hiesigen Geschäften hinausgehen. In diesem Zusammenhang denken Ulrich Lange und seine Mitarbeiter beispielsweise auch „an Zusatz­angebote der Werbegemeinschaft oder Vorteils- und Rabattaktionen bei Nutzung örtlicher Einrichtungen“.

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