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Ausstellung im Bad Lippspringer »Martinus im Park« eröffnet

Ideen der LGS-Planer zusammengefasst

Bad Lippspringe (WB/Kar). 600.000 begeisterte Besucher und ein Überschuss von 1,6 Millionen Euro – nicht nur Bürgermeister Andreas Bee wertet die Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe als große Erfolgsgeschichte. Jetzt gibt es eine Ausstellung.

Die Pläne für einen »WaldKurPark« in Bad Lippspringe wurden mit dem NRW-Landschaftsarchitekturpreis prämiert und sind in einer Ausstellung zu sehen. Bei der Ausstellungseröffnung dabei waren auch (von links) Bürgermeister Andreas Bee, Laudatorin Ina Bimberg sowie Architekt AW Faust. Foto: Klaus Karenfeld

Das für die LGS-Planung federführende Büro Sinai ist mit dem Landschaftsarchitekturpreis NRW ausgezeichnet worden. Dem Preisträger und weiteren 28 Wettbewerbsteilnehmern widmet sich die Ausstellung, die bis zum 15. Juli in Martinus im Park zu sehen ist. Besucher benötigen eine Eintrittskarte für das LGS-Gelände.

Bürgermeister Andreas Bee ist überzeugt: »Mit der Landes-Wald-Gartenschau 2018 hat Bad Lippspringe den letzten Staub der 1950er Jahre abgelegt.« Der Weg dorthin sei nicht immer einfach gewesen, machte Bee zur Ausstellungseröffnung in »Martinus im Park« deutlich. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die »schwierige, aber richtige Entscheidung«, im Jahr 2014 etwa 3000 Bäume auf dem LGS-Gelände zu fällen.

Wichtige Rückendeckung für diese nicht unumstrittene Maßnahme gab damals das Regionalforstamt. Von dort, so Bee, kam der wichtige Hinweis: »Endlich wird der Wald nicht mehr allein als Wirtschaftswald betrachtet, sondern als wichtiges (Kultur-)Gut, in das es sich zu investieren lohnt.«

Dass die Zahl der anfänglichen Zweifler und Skeptiker schnell abgenommen habe, sei im Wesentlichen auch dem Berliner Büro Sinai-Gesellschaft von Landschaftsarchitekten zu verdanken. Dem Team um Geschäftsführer AW Faust attestierte Bee einen »behutsamen wie liebevollen Umgang« mit dem Bad Lippspringer Landesgartenschaugelände.

Inzwischen hat das LGS-Planungskonzept »Blumenpracht und Waldidylle« auch überregional für Furore gesorgt. So wurde erst kürzlich dem Büro Sinai der »NRW-Landschaftsarchitekturpreis 2018« zuerkannt – alle zwei Jahre gestiftet vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen (wir berichteten).

Den in Bad Lippspringe neu geschaffenen »WaldKurPark« wertete die Jury als »einzigartige Magie aus Licht und Schatten«. Dem Büro Sinai sei es auf wunderbare Weise gelungen, ein Tabu zu durchbrechen und den Beweis anzutreten, dass »der Weg vom Wald zum Waldpark einen Mehrwert generiert«. Zugleich lobte die Jury: »Die Landesgartenschau in Bad Lippspringe widerlegt die falsche Annahme, dass jegliche Veränderung im Wald Zerstörung und Verlust bewirkt.« Das Gegenteil sei der Fall: »Siedlungsflächen und Wald stehen aneinander, nicht gegeneinander«, zitierte Landschaftsarchitektin Ina Bimberg aus dem Gutachten der Fachjury. Die Laudatorin ist auch Vorsitzende des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten in Nordrhein-Westfalen

Für die eröffnete Ausstellung zeichnet das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW verantwortlich. Die geschäftsführende Kuratorin Dr. Ursula Kleefisch-Jobst betonte die weiter wachsende Bedeutung der Landschaftsplanung. Das spiegele sich vielfältig wie anschaulich auch in den 30 Wettbewerbsbeiträgen wider: »Es geht hier um Haus-Gärten, Stadtparks, Parkanlagen, Wasserräume und Themenparks.«

Kleefisch-Jobst räumte noch mit einem ihrer Meinung nach immer noch verbreiteten Missverständnis auf: »Landschaftsplanung heute ist mehr als nur ›ein paar Blümchen pflanzen‹. Sie ist ein wichtiges Element der Stadtgestaltung, aber auch der Regionalplanung.«

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