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Bauhof-Mitarbeiter in Schlangen und Bad Lippspringe im Dauereinsatz – Feuerwehr zieht Schneeketten auf und begleitet Fahrten des Rettungsdienstes

Schon 30 Tonnen Salz in Schlangen gestreut

Schlangen/Bad Lip...

Der Blick zum Himmel verheißt nichts Gutes: „Wann hört es endlich auf zu schneien?“, fragt sich am Montag auch der Schlänger Bauhofleiter Martin MeierJohann. Er und sein Team sind seit dem Wochenende im Dauereinsatz, ebenso die örtliche Feuerwehr.

Klaus Karenfeld

Die Kohlstädter Straße ist geräumt, doch bis das abgestellte Auto (links) wieder fahren kann, muss noch viel Schnee weggeschafft werden. Maike Stahl Foto:

Der Schlänger Winterbereitschaftsdienst wurde bereits am frühen Sonntagmorgen alarmiert. „Das war um 3.10 Uhr“, berichtet Meier-Johann. Seitdem versuchen er und weitere sechs Mitarbeiter in Wechselschichten der wachsenden Schneemassen Herr zu ­werden.

Dem Schlänger Bauhof stehen für den innerörtlichen Winterdienst nicht nur zwei Kleinlaster (Unimog) zur Verfügung, sondern auch drei Schmalspur-Trecker mit Schneeschild und Streuer.

Die Räum- und Streupflicht der Gemeinde bezieht sich auf das gesamte innerörtliche Straßennetz und hier speziell auf sogenannte verkehrsgefährliche Bereiche. In einem ersten Schritt, so Meier-Johann, werden viel befahrene Straßen wie die Schützen-, Mühlen- oder Lindenstraße und die Schlänger Ortsmitte vom Schnee befreit, ebenso die Gefällstraßen. Dann gehe es weiter bis in die Außenbereiche. Die Räumfahrzeuge kommen aber auch auf den gemeindeeigenen Fahrradwegen, Bürgersteigen und öffentlichen Wegen zum Einsatz.

„Die Hauptverkehrsstraßen haben absolute Priorität“, stellt Meier-Johann klar. „Da es unaufhörlich schneit, kommen wir daher in den Seitenstraßen nur schwer voran“, räumt der Schlänger Bauhofleiter ein und bittet die betroffenen Anwohner um Verständnis.

An eine Wettersituation wie jetzt kann er sich nicht erinnern: „Vor allem die hohen Schneeverwehungen machen uns doch sehr zu schaffen.“

Etwa 30 Tonnen Streusalz hat der Schlänger Bauhof seit dem Wochenende auf die Straßen gebracht. „Das ist schon eine Menge“, so Meier-Johann, der aber auch zu beruhigen weiß: „Wir sind gut gerüstet.“ Erst in der vergangenen Woche habe er ein großes Streusalz-Kontingent gekauft.

Für den späten Samstagabend hatte der Deutsche Wetterdienst Unwetterwarnungen für den gesamten Kreis Lippe herausgegeben. Kreisbrandmeister Wolfgang Kornegger reagierte und rief die „Flächenlage Schnee“ aus. Gleichzeitig wurden die lippischen Feuerwehren in Bereitschaft versetzt.

Bei so viel Schnee kommt man mit dem Schlitten in der Ortsmitte Schlangen besser voran, dachten sich Barbara und Allan McMillan. Elisabeth, William und Hund Clyde hatten ebenfalls ihren Spaß an der Rutschpartie. Foto: Maike Stahl

„Die Wache in Schlangen ist seit Sonntagmittag mit vier Kameraden besetzt“, weiß Ralf Heuwinkel, Leiter der Feuerwehr Schlangen zu berichten. „Unsere genaue Aufgabe bestand und besteht weiterhin darin, Rettungsfahrzeuge und Krankentransporte aus Schlangen auf ihrem zurzeit nicht ungefährlichen Weg zum Krankenhaus zu begleiten.“ Die Einsatzfahrzeuge der Schlänger Feuerwehr sind mit Schneeketten bestückt und damit selbst für widrige Wetterverhältnisse gut gerüstet. Drei solcher Begleitfahrten haben die Kameraden bisher problemlos absolviert, darunter war ein Noteinsatz.

Der Schnee hat natürlich auch nicht vor der Kreisgrenze Halt gemacht. In Bad Lippspringe musste der Winterdienst am vergangenen Sonntag erstmals um 5 Uhr in der Frühe ausrücken. Bis zu 30 Mitarbeiter des dortigen Bauhofes sind derzeit im Einsatz, um den Schnee von den Straßen zu räumen und Streusalz auf die Fahrbahn zu bringen. Auch hier gilt der Grundsatz: Die Hauptverkehrsstraßen und die Zufahrten zu den Kliniken haben Priorität, dann folgen die Seiten- und Nebenstraßen.

Ein Winterdienst-Fahrzeug hatte sich in Bad Lippspringe selbst in den Schneemassen festgefahren und kam nicht mehr weiter. Ein Traktorfahrer half mit seinem PS-starken Gefährt aus der misslichen Situation. Foto: Melanie Grefenberg

Bauhofleiter Guido Krieger gibt den Streusalzverbrauch in den vergangenen drei Tagen mit immerhin 70 Tonnen an. Es gebe aber noch mehr als ausreichend Vorrat, sollte die schwierige Wetterlage andauern.

Bad Lippspringes Wehrführer Michael Heck treibt eine andere Sorge um: „Auf den Dächern liegt bereits jede Menge Schnee. Wenn sich das so weiter fortsetzt, sehe ich ich die Gefahr, dass der eine oder andere Dachstuhl einstürzen könnte.“

Der beiden Bauhofleiter appellieren abschließend an die Autofahrer, ihre Fahrzeuge so nah wie möglich am Fahrbahnrand zu parken. Andernfalls gebe es für die Räum- und Streufahrzeuge kein Durchkommen. Die vorgeschriebene Durchgangsbreite betrage im Übrigen drei Meter.

Trotz der schwierigen Wettersituation haben sich in Lippe bisher nur wenige Unfälle ereignet. Offenbar folgten viele Autofahrer dem Aufruf der Polizei, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Bis Montagnachmittag gab es im Kreisgebiet 15 Autounfälle, dabei wurde eine Person leicht verletzt. Seit dem Wochenende für den Verkehr gesperrt ist die Gauseköte zwischen Schlangen und Detmold.

Und noch ein wichtiger Hinweis kommt aus der Residenzstadt: Aufgrund des starken Schneefalls kann die Kreisverwaltung sowohl in Detmold als auch in den Außenstellen derzeit nicht wie gewohnt öffnen. Das betrifft unter anderem das Straßenverkehrsamt und das Ausländeramt. Bereits vereinbarte Termine finden bis auf Weiteres nicht statt.

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