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50 Teilnehmer bei stillem Protest-Spaziergang in Bad Lippspringe – Appell von MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer

„Wir wollen eine Katastrophe verhindern“

Bad Lippspringe

Mit einem stillen Protest hat das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe auf die aktuelle Diskussion zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie reagiert. Auf Initiative des MZG-Geschäftsführers Achim Schäfer marschierten am Freitag 50 Teilnehmer durch die Stadt und forderten auf Plakaten: „Klar denken - Leben retten!“

Uwe Hellberg

Mit Plakaten: (von links) Achim Schäfer, Andreas S. Lübbe (Ärztlicher Direktor), Regina Düsterhus (Pflegedienstleitung) und Intensivpfleger Niclas Frie. Foto: Uwe Hellberg

„Wir wollen ein Zeichen setzen für klares Denken und wir wollen eine Katastrophe im Januar verhindern“, sagt Achim Schäfer. „Wenn selbst ernannte Querdenker das politische Handeln beeinflussen, indem sie Unwahrheiten zur Corona-Pandemie verbreiten und die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen, fehlen mir schlichtweg die Worte“, nannte Schäfer den Ausgangspunkt der Protestaktion.

Das MZG befürchtet, dass die beschlossenen Lockerungen an den Feiertagen und zum Jahreswechsel auch der heimischen Region im Januar eine Flut an weiteren Corona-Patienten bescheren. Dabei sind die Kliniken bereits heute an ihren Belastungsgrenzen angekommen. Schäfer: „Wenn wir heute an tägliche Corona-Todesfälle denken, dann sind wir schnell bei zwei voll besetzten Flugzeugen!“

Eindeutig Lob zollt der MZG-Geschäftsführer der Bundesregierung. „Sie ist auf dem richtigen Weg“, so Schäfer. Diesen einmal begonnenen Weg erfolgreicher Politik dürfe die Regierung - auch angesichts starkem öffentlichen Druck ein Jahr vor der Bundestagswahl - nicht verlassen. Im internationalen Vergleich stehe Deutschland gut dar. Das sei vor allem auch der hohen Disziplin der meisten Mitbürger zu verdanken. „Die schweigende Masse in der Bevölkerung will jetzt auch einen harten Lockdown“, ist Schäfer überzeugt.

Dass es auch andere Meinungen gibt, erlebten die 50 Teilnehmer des Protest-Spaziergangs in der Arminiusstraße. Dort stand ein Mann, der ihnen ein Schild aus Pappe entgegenhielt. Auf diesem war zu lesen: „Masken helfen nur gegen Bußgeld!“

Mit dem stillen Protest-Spaziergang wollte das MZG ein Zeichen setzen für einen vernünftigen Umgang mit der Pandemie, für die Einhaltung der „AHA plus L Regeln“ sowie für den Schutz der schweigenden Masse der Mitbürger. „Diese Aktion verstehe ich als stillen Protest von Klardenkern, die jetzt den Schutz und das besonnene Handeln von allen benötigen. Ansonsten drohen wir, in einer Flut von Corona-Patienten unterzugehen“, sagt Achim Schäfer. „Schließlich haben wir ein großes gemeinsames Ziel: möglichst viele Leben retten und großes Leid verhindern“, stellte Schäfer klar.

An dem Spaziergang beteiligten sich MZG-Mitarbeiter der Verwaltung und Versorgung, Ärzte, Krankenpfleger und Therapeuten, aber auch Vertreter der Kirche und Bürgermeister Ulrich Lange. Das MZG hatte die Teilnehmerzahl auf 50 Personen begrenzt, um sämtliche Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können. Die Aktion wurde unterstützt von örtlichen Rettungssanitätern.

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