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Bäume sind krank: Abenteuerpark im Aatal muss vorerst geschlossen bleiben

Borkenkäfer verdirbt Kletterspaß

Bad Wünnenberg (WB). Der Kletterpark im Bad Wünnenberger Aatal wird in diesem Jahr nicht mehr geöffnet. Ungewiss ist zudem, ob es im nächsten Jahr überhaupt mit dem Kletterbetrieb weitergehen kann.

Marion Neesen

Während die Laubbäume »Auf dem Hassel« noch Grün zeigen, sind die Wipfel der Fichten längst braun. Eine Kletterpartie ist im Hochseilgarten daher bereits seit März nicht mehr möglich. Das Waldstück soll nun in diesen Tagen aufgearbeitet werden. Wie viele Bäume übrig bleiben ist noch ungewiss. Foto: Marion Neesen

Sturm Friederike, Hitze und Borkenkäfer haben den Bäumen im Stadtwald »Auf dem Hassel« ganz in der Nähe des Paddelteichs derart zugesetzt, dass sie entfernt werden müssen. 50 Prozent der Bäume sind nach Auskunft der Stadt abgängig. Jetzt beginnen nach Informationen des Stadtförsters Waldemar Makowka die Aufarbeitungen Auf dem Hassel. In 14 Tagen werde sich dann zeigen, welche Bäume noch übrig seien. Der Stadtförster glaubt allerdings nicht, dass im dortigen städtischen Waldstück dann noch entsprechender Baumbestand für einen Kletterpark genutzt werden könne. Ersatz sieht er nicht, die vorhandenen jungen Fichten seien noch zu schwach für diese Aufgabe. »Vielleicht gibt es noch genügend Bäume, um den Betrieb ein weiteres Jahr aufrecht erhalten zu können«, rechnet Makowka allerdings mit weiteren Abgängen.

Bereits im März habe der Hochseilgarten entfernt werden müssen. Seit dem Sommer könne auch der Rest der Anlage nicht mehr genutzt werden. Lediglich ein Ersatzparcours konnte für eine Klettergruppe, die bereits fest gebucht hatte, eingerichtet werden.

98 Prozent der zum Teil 130 Jahre alten Bäume Auf dem Hassel seien Fichten und damit Flachwurzler, so Makowka. Der Wassermangel führe zu einer Unterversorgung der Bäume, so dass diese verhungerten und sich nicht mehr mit ihrem Harz gegen die Borkenkäfer wehren könnten. Die Borkenkäfer wiederum vermehren sich derzeit so rasant, dass innerhalb weniger Monate vier Generationen heranwachsen. Tausende der Käfer befallen die Bäume. »Das kann kein Baum aushalten. Wir haben das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand, rennen nur noch hinterher, räumen auf, drehen uns um – und schon ist alles wieder braun«, sagt der Stadtförster zur allgemeinen Situation in den heimischen Wäldern. Selbst wenn 80 bis 90 Prozent der Borkenkäfer vernichtet würden, reichten die verbliebenen zehn Prozent aus, um dem Wald massiv zu schaden. »Gift einsetzen wollen und können wir nicht, unter anderem auch wegen der Wasserschutzgebiete. Wir müssen einfach schneller sein«, so Makowka zu den Aufräumarbeiten und zum Kampf gegen die Käfer.

Auf natürliche Weise könne derzeit vielleicht eine feuchte Wärme, die eine Vermehrung der Feinde des Borkenkäfers wie Insekten zur Folge habe, helfen. »Oder ein Wintereinbruch, verbunden mit der Hoffnung, dass die Borkenkäfer verhungern«, nimmt es Makowka mit Sarkasmus.

Am Hassel soll wieder aufgeforstet werden, allerdings mit einem bunten Angebot an Laubbäumen, die aus seiner Sicht für einen Kletterpark besser geeignet und nicht so risikobehaftet sind wie Fichten. »Ich war überrascht, dass der Kletterpark überhaupt so lange existieren konnte«, so Makowka. Die Betreiber des Kletterparks haben noch keine Entscheidung getroffen, ob es im Bad Wünnenberger Aatal weitergeht. »Dieses Jahr wollen wir noch abwarten«, sagt Stephanie Reker von der Firma OWL-Games by Sieger-Event. »Hinsichtlich der zukünftigen Nutzung hängt nun viel von der Entwicklung in den kommenden Wochen ab«, so auch Leah Laven, Sprecherin der Stadt Bad Wünnenberg, »gemeinsam schauen wir dann Anfang des Jahres, ob genügend Bäume zur Verfügung stehen, die für den Kletterpark genutzt werden können.« Das Ziel sei es aber, den Kletterpark wieder zu öffnen.

Falls der Baumbestand nicht mehr genutzt werden kann, will die Stadt eine Ausweichfläche anbieten. »Den Betreibern des Kletterparks und auch uns ist natürlich daran gelegen, dass im Aatal weiter geklettert wird. Der Park ist eine Bereicherung und Attraktion für uns. Zudem arbeiten wir seit Jahren gut zusammen«, so Leah Laven.

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