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Beteiligungsverfahren zu Leiberger Empertalquellen beginnt Montag

Bürger kommen jetzt zu Wort

Büren / Leiberg (WB). Dass Büren künftig deutlich mehr Wasser als bisher aus den Quellen im Leiberger Empertal entnehmen möchte, stößt in der Nachbarstadt auf wenig Begeisterung. Von Montag, 4. Juni, an können die Bürger nun im offiziellen Bewilligungsverfahren ihre Meinung und Kritik äußern.

Hanne Hagelgans

Mit viel Eigenleistung und öffentlichen Fördermitteln ist das Tret­becken im Empertal entstanden. Viele Leiberger fürchten, dass es im Sommer künftig nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden könnte. Denn die Stadt Büren möchte ihre Entnahmemenge aus den beiden Quellen im Empertal erheblich erhöhen. Die entsprechenden Pläne liegen von Montag an öffentlich aus. Foto:

Bisher darf Büren bis zu 488.000 Kubikmeter pro Jahr aus den Quellen entnehmen. Die Genehmigung ist allerdings auf Ende dieses Jahres befristet. Um besonders in heißen Sommern einen Sicherheitspuffer zu haben, beantragt die Stadt nun bei der Detmolder Bezirksregierung Entnahmen von bis zu 700.000 Kubikmetern innerhalb von zwölf Monaten. Entnommen werden sollen künftig bis zu 125 Kubikmeter pro Stunde und bis zu 3000 Kubikmeter pro Tag.

Zugleich muss die Stadt Büren aber garantieren, dass eine Mindestmenge von drei Litern pro Sekunde in die Olveke eingeleitet wird, die sich aus den Quellen speist. Auch das Wasser, das Büren nicht benötigt, soll in die Olveke fließen. Eine zusätzliche Rohrleitung soll garantieren, dass das Tretbecken im Empertal mit Wasser versorgt wird. Dass genau das besonders im Sommer zuverlässig funktioniert, bezweifeln allerdings viele Leiberger.

Die beiden Quellen auf Bad Wünnenberger Stadtgebiet spielen eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung Bürens. Insgesamt gebraucht werden für die Bürger der alten Kreisstadt jährlich rund 1,3 Millionen Kubikmeter. Etwa eine Million kommen aus der Aabachtalsperre, der Rest aus den Leiberger Quellen. Sie liefern zwar recht hartes Wasser. Doch weil es vermischt mit dem weicheren Wasser aus der Talsperre bei den Endkunden aus dem Hahn fließt, ist die Qualität in Ordnung. Dass die Bürener die beiden Quellen auf Bad Wünnenberger Stadtgebiet nutzen dürfen, ist historisch begründet: Vor vielen Jahren haben die Leiberger den Quellbereich an Büren verkauft, seit dieser Zeit besteht das Wasserrecht. Im Jahr 2015 hat Büren den Quellbereich saniert – schon im Hinblick darauf, dass die Entnahmemenge steigen soll.

»Die Bezirksregierung prüft das Vorhaben in einem bürgernahen und transparenten Verfahren«, versichert Ronny Abraham, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung. Zusätzlich zur Auslegung der Pläne vor Ort würden diese darum auch im Internet auf der Homepage der Bezirksregierung veröffentlicht. Verfahrensrechtlich maßgeblich sei allerdings allein die Auslegung vor Ort, erläutert Abraham. Interessierte können sich die Pläne von Montag, 4. Juni, bis Dienstag, 3. Juli, während der Öffnungszeiten in den Rathäusern der Städte Büren und Bad Wünnenberg anschauen. Einwendungen können bis zum 17. Juli erhoben werden.

Alle, die von dem Vorhaben betroffen sind, können bei der Stadt Büren, der Stadt Bad Wünnenberg oder der Bezirksregierung in Detmold ihre Einwendungen schriftlich oder zur Niederschrift vorbringen. Äußerungen per E-Mail sind nur möglich mit einer qualifizierten elektronischen Signatur oder als DE-Mail.

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