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17 Patienten und mehrere Mitarbeiter in Bad Wünnenberg betroffen

Corona-Infektionen in der Aatalklinik

Bad Wünnenberg

In der Aatalklinik in Bad Wünnenberg sind derzeit 17 Patienten mit dem Coronavirus infiziert. Das hat Geschäftsführer Winfried Menne am Donnerstag auf WV-Anfrage bestätigt. Betroffen seien nach Informationen des weiteren Geschäftsführers, Dr. Markus Küthmann, zudem acht oder neun Mitarbeiter.

Marion Neesen

In der Aatalklinik in Bad Wünnenberg werden Schlaganfallpatienten interdisziplinär behandelt. Auch dort gibt es inzwischen Coronafälle. Foto:

In der Bad Wünnenberger Rehabilitationsklinik werden Schlaganfallpatienten interdisziplinär behandelt. Von den rund 230 Betten seien derzeit 170 belegt. Bei den Infektionen in der Klinik handele sich um ein dynamisches Geschehen, so Küthmann. Die Zahl der Infizierten sei schwankend. Winfried Menne erklärte, dass die Patienten derzeit keine Symptome zeigten.

Auch Dr. Markus Küthmann betonte, dass bisher keine schweren Fälle aufgetreten seien. Sollten Patienten die entsprechend schweren Symptome zeigen, würden sie in ein Krankenhaus verlegt. „Einen solchen Fall hatten wir bisher nicht“, sagte Küthmann. Auch aufgrund der ständigen Visiten habe man einen guten Blick auf den Zustand der Patienten. „Wir haben nach einem praktikablen Weg gesucht und glauben, dass das der vernünftigste Ansatz ist“, so Küthmann. Bad Wünnenbergs ehemaliger Bürgermeister und Geschäftsführer Winfried Menne erläuterte, dass sich der Ausbruch seit etwa acht Tagen entwickele und dass die Klinik im Aatal erstmals betroffen sei.

„Die Pandemie ist eine Riesenherausforderung für Kliniken. Deshalb haben wir schon früh ein Konzept in Absprache mit dem Gesundheitsamt erarbeitet und sämtliche Schutzmaßnahmen ergriffen“, so Küthmann weiter. Aufgenommen würden ausschließlich negativ getestete Patienten, erläutert er das Schutzkonzept. Im Schnelltest vor Ort könnte aber trotz eines mitgebrachten negativen Tests ein positiver Befund vorliegen, oder eine Infektion werde erst nach einigen Tagen aufgrund unterschiedlicher Inkubationszeiten deutlich. Dann werde ein PCR-Test veranlasst. Patienten, die während ihres Aufenthaltes positiv getestet werden, würden in Einzelzimmern isoliert, könnten aber ihre Rehabilitationsmaßnahmen fortsetzen. Der Kreis der Therapeuten werde dann eingeschränkt. Zum Schutzkonzept gehöre auch, dass die Rehapatienten wöchentlich getestet würden.

Das Durchschnittsalter der Patienten, die alle hohe Risikoprofile hätten, liege bei 73/74 Jahren. Vereinzelt hätten erkrankte Patienten ihre Reha aber auch unterbrochen, sofern ihnen das möglich gewesen sei. „Der Leidensdruck ist in der Regel aber so hoch, dass die Patienten nicht so viele Optionen haben“, erläutert Küthmann die schwierige Situation der Schlaganfallpatienten und die Notwendigkeit der Behandlung. Würden sie nicht behandelt, hätte dies Schädigungen zur Folge. Auch unter den Mitarbeitern gibt es Coronafälle. Während Patienten wöchentlich getestet würden, erfolge dies bei den Mitarbeitern, sobald Symptome auftreten. Positiv getestete Mitarbeiter würden aus dem Dienst genommen und könnten dann nach der fünf- bis zehntägigen Isolation wieder arbeiten. Küthman sprach von einer Art Rotation. Die Infektionen verteilten sich auf verschiedene Berufsstände, sodass die Versorgung der Patienten gesichert sei. An eine Schließung von Abteilungen werde nicht gedacht.

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