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Nadine Dubberke (Bündnis 90/Grüne)

„Die Bürger mehr miteinbeziehen“

Bad Wünnenberg (WB/mba). Eine Frau und drei Männer wollen in Bad Wünnenberg Bürgermeisterin beziehungsweise Bürgermeister werden. Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hat den vier Kandidaten sechs Fragen gestellt, zu denen sie Stellung beziehen sollen. Dieses Mal: Nadine Dubberke (Bündnis 90/Grüne).

Nadine Dubberke (Bündnis 90/Grüne).

Zur Person:

Alter: 25 Jahre

Beruf: selbstständige Moderatorin/Kabarettistin und Musikerin

Familienstand: ledig

Wohnort: Fürstenberg

Hobbys: Zeichnen, Wandern und ehrenamtliche Arbeit in der Migration

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Bad Wünnenberg?

Nadine Dubberke: Bezahlbare Nachhaltigkeit und Regionalität sind die Schlüsselwörter, die für einen Luft- und Kneippkurort wie Bad Wünnenberg stehen müssen. Lebensmittel sollten regional durch unsere Landwirtschaft produziert werden. Ein Wochenmarkt, Frischeküchen und ein „Runder Tisch Landwirtschaft“ könnten ein erster Schritt in diese Richtung sein. Eine transparentere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungsfindungen in allen öffentlichen Belangen ist dringend notwendig.

2021 soll die Orts­umgehung fertiggestellt sein. Welche Folgen hat das für den Ortskern und den Einzelhandel?

Dubberke: Bezüglich der Mittelstraße in Bad Wünnenberg hat die Stadt ein Verkehrsgutachten beauftragt, um die Auswirkungen der Umgehungsstraße einschätzen zu können. Ich möchte dem Ergebnis nicht vorgreifen. Das geplante Neubaugebiet in der Oberstadt „Auf der Iserkuhle“ wird südöstlich durch die stark befahrende B 480 (Burgstraße) begrenzt. Durch die Ortsumgehung wird es zu einer Reduktion des Verkehrs dort kommen und so wird das neue Wohngebiet attraktiver.

Bad Wünnenberg wächst weiter, immer mehr Familien siedeln sich an. Was bedeutet das für Schulen und Kinder­gärten?

Dubberke: Wir haben die Sekundarschule und fünf Grundschulen sowie neun Kindertagesstätten. Für das Neubaugebiet „Auf der Iserkuhle“ ist ein weiterer Kindergarten in Planung. Damit sind wir gut aufgestellt. Neue Einrichtungen sollten verkehrstechnisch gut angebunden und zu Fuß und mit dem Rad für Kinder gefahrlos erreichbar sein. Wir möchten die Themen Umweltschutz, Tierwohl, Biodiversität und die Bedeutung der regionalen Landwirtschaft in kindgerechter Form stärker in Kindergarten und Schule verankern und so die jungen Familien in das Dorfleben einbinden.

Wie wollen Sie die ­sieben Ortsteile stärken und besser an den ÖPNV anbinden?

Dubberke: Wir Grünen setzen uns für ein Ein-Euro Tagesticket für den Nahverkehr und eine Erhöhung der Taktfrequenz zwischen den Ortsteilen und nach Paderborn ein. Kulturelle Veranstaltungen sollten in allen Ortsteilen und nicht nur mit Schwerpunkt auf der Kernstadt finanziell ge­fördert und unterstützt werden.

Bad Wünnenberg braucht ein neues Rathaus. Welche Lösung fa­vorisieren Sie?

Dubberke: Die Frage, ob das Rathaus nach Wünnenberg oder Fürstenberg kommt, wird seit jeher emotional und kontrovers diskutiert. Die Bürgerinnen und Bürger müssen unbedingt stärker in diese Diskussion einbezogen werden. Kritisch sehe ich, dass das Ergebnis des vom Rat in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Standortfrage trotz der Brisanz des Themas nicht zeitnah veröffentlicht wurde.

Wie kann Bad Wünnenberg sein Image als Kur- und Tourismusstandort stärken?

Dubberke: Bad Wünnenberg sollte sich als eine naturnahe Stadt präsentieren. Dazu gehört die möglichst zeitnahe Verwirklichung der CO

-Neutralität und eine für den regionalen Markt produzierende Landwirtschaft zum „Anfassen“ wie zum Beispiel ein Bauerncafé, ein Wochenmarkt und organisierte Hofführungen. Mehr Kleinkunstveranstaltungen mit überregionalen Gästen könnten die Attraktivität für Touristen weiter steigern. Ein ökologisch ausgerichtetes Wellnesshotel, das regionale Produkte einsetzt, wäre in dieser Hinsicht auch eine Option.

Lesen sie hier auch die Antworten der anderen Kandidaten: Christian Carl (CDU) , Ingmar Reisige (FDP) und Stefan Stachowiak (SPD) .

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