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Nach erneutem Corona-Ausbruch in der Bad Wünnenberger Aatalklinik – Fälle ausschließlich im Reha-Bereich

„Eine Einrichtung ist niemals hermetisch abzuriegeln“

Bad Wünnenberg

Nach dem erneuten Corona-Ausbruch in der Bad Wünnenberger Aatalklinik erklärt Geschäftsführer Dr. Markus Küthmann, dass von dem Infektionsgeschehen ausschließlich der Reha-Bereich der Klinik betroffen sei.

Hanne Hagelgans

In der Bad Wünnenberger Aatalklinik gibt es erneut einen Corona-Ausbruch. Foto: Hanne Hagelgans

Die Bewohner des angegliederten Pflegeheims mit 40 Betten seien mittlerweile geimpft. Todesfälle in Folge des Ausbruchs habe es bisher nicht gegeben. Wie der Kreis bestätigt hat, sind nach aktuellem Kenntnisstand 59 Patienten und 23 Mitarbeiter infiziert. Zurzeit würden unabhängig von Symptomen alle Mitarbeiter und Patienten einem PCR-Test unterzogen. Insgesamt gehe es um 400 Tests. Der Großteil der Betroffenen, so Küthmann, habe keine oder nur leichte Symptome. Während der vergangenen Monate der Pandemie habe es bisher keinen Patienten gegeben, der aufgrund einer Corona-Infektion in ein Akutkrankenhaus habe verlegt werden müssen; das sei auch jetzt nicht der Fall.

Im Reha-Bereich sind 165 der 210 Betten belegt

Bereits im Dezember hatte es in der Bad Wünnenberger Klinik einen Corona-Infektionsschwerpunkt gegeben. Nachdem nun in der vergangenen Woche erneut eine Häufung von Fällen bekannt geworden war, habe sich die Klinik in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises dazu entschieden, vorläufig keine neuen Patienten aufzunehmen, so Küthmann. Von den 210 Betten im Reha-Bereich seien daher zurzeit nur 165 und damit etwa 15 weniger als im normalen Durchschnitt belegt.

Ein grundsätzliches Besuchsverbot gebe es aktuell nicht, erläutert der Geschäftsführer. Das sei einerseits rechtlich kaum durchzusetzen und andererseits den Schlaganfallpatienten in ihrer schwierigen Situation auch nicht zuzumuten. In vielen Fällen seien sie orientierungslos oder könnten sich sprachlich kaum äußern. Küthmann: „Das wäre kontraproduktiv, da nicht ein vertrautes Gesicht zuzu­lassen.“

Mit Corona-Schnelltests und Maskenpflicht werde daher der Sicherheit Rechnung getragen. Neue Patienten würden routinemäßig nur mit einem negativen PCR-Test aufgenommen. „Eine Einrichtung ist ohnehin niemals hermetisch abzuriegeln, schon mit Blick auf die Mitarbeiter, die Familie und Privatleben haben“, so Küthmann.

Unter den in der Aatalklinik festgestellten Corona-Fällen sind auch Infektionen durch die ansteckendere britische Variante. Küthmann rechnet ebenso wie viele weitere Mediziner damit, dass diese Mutation sehr bald auch in Deutschland das Infektionsgeschehen dominieren werde.

Der Klinikalltag gehe zurzeit relativ normal weiter, Therapien fänden wie gewohnt statt. Die Impfungen für das Personal der Bad Wünnenberger Rehaklinik sollen nach Auskunft des Geschäftsführers in diesen Tagen beginnen.

Auswirkungen auf den Inzidenzwert

Auch wenn nach den großangelegten Testungen bei allen Patienten und Mitarbeitern der Aatalklinik die Infektionszahlen in den kommenden Tagen weiter steigen sollten, bedeutet das nicht unbedingt, dass die Zahlen für das Paderborner Kreisgebiet insgesamt und damit auch der für mögliche Lockerungen entscheidende Sieben-Tage-Inzidenzwert automatisch gleichermaßen ansteigen. Nach Auskunft der Paderborner Kreisverwaltung werden die Corona-Fälle jeweils dem Wohnort der Betroffenen zugerechnet. Kommt ein Patient der Reha-Klinik, bei dem eine Infektion nachgewiesen wird, also beispielsweise aus Dortmund, wird sein Fall der Statistik von Dortmund zugerechnet. Wohnt eine positiv getestete Pflegerin zum Beispiel in Büren, erhöht sich die dortige Statistik um einen Fall. Im Kreis Paderborn (125 Fälle in den vergangenen sieben Tagen) liegt der Wert am Donnerstag bei 40,6, in Bad Wünnenberg (25) bei 204,5.

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