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B 480 neu: Planungsbüro stellt Untersuchungsergebnisse aus der Kurstadt vor

Erste Ideen zum Verkehrskonzept

Bad Wünnenberg (bw/sen). Sobald der erste Verkehr über die neue Bundesstraße 480 und die Aatalbrücke rollt, – das wird nach derzeitigem Planungsstand 2021 der Fall sein – werden sich in Bad Wünnenberg die Verkehrsströme verändern. Darauf wollen sich die Bad Wünnenberger mit einem neuen Verkehrskonzept für den Kernbereich vorbereiten.

2021 soll die Ortsumgehung Bad Wünnenbergs freigegeben werden. Dann führt die Bundesstraße 480 an der Kurstadt vorbei. Noch bewegen sich jedoch täglich rund 16.000 Fahrzeuge im Kreuzungsbereich der B 480 mit der Mittelstraße. Foto: Jörn Hannemann

Das Planungsbüro SHP aus Hannover war mit der Erarbeitung eines solchen Konzeptes beauftragt worden und stellte nun im Spanckenhof Untersuchungsergebnisse sowie Vorschläge zur Optimierung vor. Rund 30 Bürger zeigten Interesse, waren in den Spanckenhof gekommen und beteiligten sich an der Diskussion.

Im vergangenen Jahr hatten die Mitarbeiter des Planungsbüros eine Bestandsaufnahme gemacht. Die Sorge, dass mit dem Durchgangsverkehr auch das Leben aus der Mittelstraße verschwindet, ist demnach unbegründet. Im Gegenteil: Hier rechnen Prof. Dr. Daniel Seebo (Geschäftsführer SHP) und Lina Janssen (Ingenieurin SHP) sogar mit einer Zunahme des Verkehrs um ein Prozent.

Gezählt haben Mitarbeiter des Büros während ihrer Verkehrserhebung im vergangenen Frühjahr 8550 Fahrzeuge auf der Mittelstraße bis zur Einmündung In den Erlen. Perspektivisch werden es nach ihrer Einschätzung künftig 8600 sein. „Die Leute, die bisher gezielt in die Mittelstraße gefahren sind, werden es auch weiter tun“, erläutert dazu die Leiterin des Bad Wünnenberger Ordnungsamtes, Claudia Weichert, „gravierende Veränderungen betreffen viel mehr den unteren und den oberen Bereich der B 480.“ Tatsächlich werde der Verkehr laut Verkehrsexperten im Bereich Ortseingang bis zur Einmündung Rosenstraße von 15.100 auf 9.200 (minus 39 Prozent) Fahrzeuge zurückgehen; von dort bis zur Ampel von 16.300 auf 10.400 (36 Prozent). Ebenso deutlich werde die Entlastung im weiteren Verlauf der Bundesstraße sein. Hier rechnen die Planer mit einem Rückgang der täglichen Fahrzeuge auf dem Heuweg von derzeit 12.200 auf 6.300 (minus 48 Prozent) und vom Hoppenweg an sogar um 59 Prozent von 10.000 auf 4100. Von gleichbleibendem Verkehrsaufkommen geht das Planungsbüro in der Schützenstraße (2800 Fahrzeuge täglich) aus.

Das Gutachten war mit dem Ziel in Auftrag gegeben worden, Auswirkungen der neuen Ortsumgehung zu ermitteln. Gleichzeitig waren Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt besonders unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit, des Gesundheitsaspektes sowie der Erhaltung und Erweiterung des Einzelhandels und der Gastronomie gefragt.

Straßeneinengungen beseitigen

Die Planer regen unter anderem an, Straßeneinengungen in den Bereichen mit Begegnungsverkehr zu beseitigen, so dass der Verkehr besser fließen könne. Ebenso müsse über den Einmündungsbereich Rosenstraße nachgedacht werden. Parkende Fahrzeuge ließen manchmal das Einbiegen großer Lastwagen zu den Einkaufmärkten nur bedingt zu, was zu kritischen Situationen führe, merkte etwa Ulrich Klinke an. Halteverbote könnten eingerichtet werden, um die Sicht zu verbessern und Abbiegevorgänge zu erleichtern.

Parkraum reicht nicht aus

Gleichzeitig hatten die Ingenieure die Parksituation insgesamt in den Blick genommen. Der vorhandene Parkraum, so die Erkenntnis, reiche bei weitem nicht mehr aus. Lina Janssen sah in einer zeitlich begrenzten Parkzeit (Parkscheibe) eine von mehreren Lösungsmöglichkeiten in der Unterstadt. Der Vorschlag, die 6.000 Quadratmeter große Obstwiese am Kurpark als Parkraum (200 Stellplätze) zu nutzen, stieß bei den Zuhörern allerdings auf wenig Gegenliebe.

Neues Gremium soll geschaffen werden

Auch ein Schutzstreifen als Radstreifen in der Mittelstraße mit Fahrradbügeln als Abstellmöglichkeit sei in der Unterstadt angedacht. Berücksichtigung sollte bei der Umsetzung des Verkehrskonzeptes auch finden, dass die Mittelstraße, Rosenstraße und Schäferstraße unter Denkmalschutz in Bezug auf Wegebeziehungen und Sichtachsen (Schachbrettmuster) stehen. „Das Konzept stellt den Anfang der Beratungen zur künftigen Entwicklung dar. Es handelt sich um eine politische Entscheidung, die von Bürgern und Anwohnern aktiv begleitet werden soll. Im weiteren Entwicklungsprozess gilt es, noch viele Faktoren zu berücksichtigen“, sagt Claudia Weichert. In einem noch zu gründenden Gremium soll nun weiter gearbeitet werden.

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