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QR-Code verleiht historischem Fürstenberger Gebäude eine eigene Stimme

Gericht erzählt seine Geschichte

Bad Wünnenberg-Fü...

„Wenn diese Mauern reden könnten...“, sagt man manchmal über historische Gebäude. In Fürstenberg können sie das jetzt, oder doch wenigstens fast. Ein QR-Code, der mit dem Handy gescannt werden kann, verleiht dem Alten Gericht eine Stimme und lässt so das Gebäude selbst von seiner spannenden und manchmal gruseligen Geschichte erzählen.

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Antonia Gräfin von Westphalen bringt den gerade verliehenen QR-Code auf der offiziellen Hinweistafel des Fürstenberger Patrimonialgerichts an. Foto: Brigitta Wieskotten

1736 ließen die Freiherren und späteren Grafen von Westphalen mitten in Fürstenberg ein Gerichtsgebäude bauen. Missetäter, die sich kleinerer oder größerer Vergehen schuldig gemacht hatten, wurden in den finsteren Verliesen im Keller eingesperrt.

Darüber und auch über frühere Formen der Rechtssprechung, den Alltag der Menschen in früheren Zeiten und die heutige Nutzung des ehemaligen Gerichtsgebäudes informiert die angenehme Stimme, die Interessierte über den QR-Code auf ihr Handy holen können. Benötigt wird zum Herunterladen noch eine spezielle App, die ganz einfach und kostenlos über die gängigen App-Stores erhältlich ist.

Nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie, in der Museen lange geschlossen bleiben mussten, soll so Besuchern und Fürstenbergern ein neuer Zugang ermöglicht werden. „Das ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde. Ab sofort erzählt Fürstenberg seine Geschichte selbst“, freut sich Antonius Monkos, Vorstand des Förderkreises. Ermöglicht hat die Anschaffung die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, finanziert von Westlotto. Ebenfalls ausgewählt wurden für das Programm unter anderem der Bahnhof Belvedere in Köln, das Bundesbüdchen in Bonn, das Universum-Kino in Bünde, die Zeche Consolidation in Gelsenkirchen und die Burg Hülshoff in Havixbeck. Das Projekt ist Teil des Programms, mit dem Westlotto den 50. Geburtstag der Glücksspirale feiert.

Das Patrimonialgericht in Fürstenberg ist jetzt ein „sprechendes Denkmal“. Foto: Hanne Hagelgans

Wer nicht vor Ort sein kann, um den QR-Code dort auszulesen, findet alle Beiträge übrigens auch als Podcast unter der Überschrift „Sprechendes Denkmal“ in allen gängigen Portalen, die Podcasts anbieten. Erreichbar ist der Beitrag auch über die Internetseite www.sprechendes-denkmal.de.

Ausgewählt wurde das Patrimonialgericht Fürstenberg für das Projekt, weil das Gefängnis mit seinen Zellen und dem Zellengang im Keller nach 285 Jahren noch in einem guterhaltenen Zustand präsentiert werden kann. Sogar die Inschriften, die Gefangene vor vielen Jahrzehnten in die Wände und Türen geritzt haben, sind noch zu sehen.

Dieser QR-Code lässt das historische Gericht sprechen. Foto: Hanne Hagelgans

Während einer kleinen Feierstunde wurde jetzt der QR-Code neben der Freitreppe des Gerichtsgebäudes angebracht. Und im Anschluss nutzte die Delegation des Fürstenberger Förderkreises noch die Gelegenheit, Westlotto-Vertreter Axel Weber weitere historische Sehenswürdigkeiten im Karpkedorf zu zeigen, wie das Schloss und den Schlossgarten der Grafenfamilie von Westphalen, die Pfarrkirche St.-Marien und die Rote Schule.

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