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Ingmar Reisige (FDP)

„Individualverkehr nicht verteufeln“

Bad Wünnenberg (WB/mba). Eine Frau und drei Männer wollen in Bad Wünnenberg Bürgermeisterin beziehungsweise Bürgermeister werden. Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hat den vier Kandidaten sechs Fragen gestellt, zu denen sie Stellung beziehen sollen. Dieses Mal: Ingmar Reisige (FDP).

Ingmar Reisige (FDP)

Zur Person:

Alter: 43 Jahre

Beruf: Speditionskaufmann/geschäftsführender Gesellschafter

Familienstand: Lebenspartnerin, eine gemeinsame Tochter, 12 Jahre

Wohnort: Bleiwäsche

Hobbys: Jagd und Schützenwesen

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Bad Wünnenberg?

Ingmar Reisige: Die Stadt während und nach der Corona-Pandemie auf Kurs zu halten, wird eine große Herausforderung sein. Gesundheitsschutz und Wirtschaft im Einklang zu halten, ist wichtig. Wir werden gerade im nächsten Jahr mit Einnahmeverlusten aus reduzierter Gewerbesteuer zu kämpfen haben. Hier das Gleichgewicht zwischen notwendigen Investitionen und nötigen Einsparungen zu halten und die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, wird von großer Bedeutung sein.

2021 soll die Orts­umgehung fertiggestellt sein. Welche Folgen hat das für den Ortskern und den Einzelhandel?

Reisige: Zunächst einmal stellt sich die dringend notwendige Entlastung für die Anlieger ein. Gleichwohl fällt der Durchgangsverkehr weg, der nebenbei seinen Einkauf erledigt hat. Wir müssen also noch attraktiver werden, damit die Menschen zu uns kommen. Ein intelligenter Rückbau der B 480, eine Aufwertung der Mittelstraße und ein attraktives Warenangebot werden entscheidend sein. Auch ein Wochenmarkt. Hier muss jetzt zügig in die Planung eingestiegen ­werden.

Bad Wünnenberg wächst weiter, immer mehr Familien siedeln sich an. Was bedeutet das für Schulen und Kinder­gärten?

Reisige: Den Bedarf regelmäßig und vorausschauend zu ermitteln, wird eine große Kunst sein. Sonst werden uns irgendwann Plätze fehlen oder auch teure Überkapazitäten vorhanden sein, sollte sich die Geburtenrate wieder rückläufig entwickeln. In den Schulen müssen wir digitaler werden und Lehrer und Schüler besser ausstatten, damit Homeschooling keine leere Worthülse bleibt, sondern eine Alternative im Falle des Präsensunterrichtsausfalls.

Wie wollen Sie die ­sieben Ortskerne stärken und besser an den ÖPNV anbinden?

Reisige: Vom Wachstum unserer Stadt müssen alle sieben Ortskerne profitieren. Attraktive Baugrundstücke sind wichtig. Den ÖPNV wollen wir stärken, aber individualisiert und gegebenenfalls auf Anforderung. Dafür gibt es bereits Konzepte. Ich halte nichts davon, den Individualverkehr in ländlichen Regionen zu verteufeln und einen ideologisch motivierten ÖPNV zu installieren, der dann viele Leerfahrten der Busse zur Folge hat. Hier sieht die Situation bei uns eben anders aus als in den großen Städten.

Bad Wünnenberg braucht ein neues Rathaus. Welche Lösung fa­vorisieren Sie?

Reisige: Wir haben uns hier frühzeitig festgelegt. Wir möchten den Spanckenhof aufwerten. Hier sehen wir den Sitz des Bürgermeisters und des Standesamtes. Ebenso soll hier der Rat der Stadt tagen. Die Touristik sollte am neuen Kurmittelhaus angesiedelt werden. Die Verwaltung bleibt in Fürstenberg. Hier kann auf vorhandenem Grundstück entsprechend neu und modern gebaut werden. Das alte Rathaus ist abzureißen.

Wie kann Bad Wünnenberg sein Image als Kur- und Tourismusstandort stärken?

Mit dem Bau des neuen Kurmittelhauses ist eine wesentliche Grundlage geschaffen. Wenn wir die Touristik dort ansiedeln, wird sich eine Verzahnung mit besserer Vermarktung ergeben. Auch die Aatalklinik ist ein wichtiger Bestandteil. Den Bereich der Aabachtalsperre sollte man besser an die Kernstadt anbinden, um ein größeres Wandergebiet zu erschließen. Für junge Menschen müssen wir das Angebot durch Downhill-Strecken und weitere Aktivitäten verbessern.

Lesen sie hier auch die Antworten der anderen Kandidaten: Nadine Dubberke (Bündnis 90/Grüne) , Christian Carl (CDU) und Stefan Stachowiak (SPD) .

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