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Im Worldcafé sollen Ideen für Bad Wünnenberger Kernstadt gesammelt werden

Verkehrskonzept ins Stocken geraten

Bad Wünnenberg

Wie geht es in der Bad Wünnenberger Mittelstraße weiter, wenn erst die Umgehung der B480 fertiggestellt und freigegeben ist? Bereits im Sommer 2018 hatte die Stadt Bad Wünnenberg ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben, um die dann veränderte Situation vorausschauend in den Blick zu nehmen. Denn unter anderem wurde eine Verlagerung der Verkehrsströme und möglicherweise eine deutlich verminderte Nutzung der Haupteinkaufsstraße in der Kurstadt erwartet.

Marion Neesen

Die Brücke der B480 ist gebaut. Die Stadt Bad Wünnenberg arbeitet an einem Verkehrskonzept ins­besondere für die Mittelstraße, da mit veränderten Verkehrsströmen nach der Freigabe der Umgehung gerechnet wird. Foto: Hanne Hagelgans

So manchem Bad Wünnenberger geht es in der Planung aber zu „schleppend“ voran, wie in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses deutlich wurde. Ordnungsamtsleiterin Claudia Weichert stellte in der Sitzung den aktuellen Stand vor. Demnach konnte aufgrund der inzwischen erfolgten Verkehrserhebung ein Rückgang des Verkehrsaufkommens zumindest für die Mittelstraße und die ­Rosenstraße nicht bestätigt werden. Im Gegenteil sei sogar von einer leichten Zunahme des Verkehrsstroms auszugehen.

Das Verkehrskonzept hätte laut Beschluss aus dem Januar 2020 zunächst in den Fraktionen beraten werden sollen. Corona habe diese Pläne vereitelt, so dass das Konzept im Mai in einem eigenen Gremium aus Bad Wünnenberger Ratsmitgliedern, den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses und Vertretern der Verwaltung diskutiert worden sei. Die Zeit habe aber nicht mehr ausgereicht, um bis Fristende im September 2020, entsprechende Anträge für eine weitere Planung zu stellen, sagte Weichert.

Dabei gehe es zunächst darum, Fördergelder für die Beauftragung eines Planungsbüros zu akquirieren. Dieser Antrag soll nun bis September 2021 auf den Weg gebracht werden. Fördermittel für tatsächliche Maßnahmen müssen dann in einem nächsten Schritt beantragt werden.

Kritik gab es von der Zuschauertribüne. Es müsse dringend für eine Entlastung der Rosenstraße gesorgt werden. Weichert verwies aber darauf, dass ein Gesamtkonzept im Blick behalten werden müsse, ohne einzelne Maßnahmen zuvor herauszugreifen.

Bürgermeister Christian Carl (CDU) sieht dabei noch keinen Grund zur Hektik. Denn auf der Mittelstraße liege noch bis 2023 eine Zweckbindung, denn hier seien einst Fördermittel ­etwa für die Poller und das Pflaster verbaut worden. Als nächsten Schritt kündigte Weichert die Veranstaltung eines Worldcafés an. Auch hier habe Corona ein Treffen im letzten Quartal 2020 sowie im ersten Quartal 2021 verhindert. Im Worldcafé sollen Ideen, Maßnahmen und weitere Ziele gesammelt werden. Die Moderation soll ein Vertreter des Planungsbüros SHP-Ingenieure übernehmen. Ziel der professionellen Moderation solle es sein, das Worldcafé zu steuern und Maßnahmen zu priorisieren, wobei der Blick auf dem Gesamtkonzept und der Attraktivitätssteigerung des Ortskerns für alle Nutzer liegen soll. Ein Termin für eine solche Veranstaltung konnte bisher nicht gefunden werden.

Allerdings soll eine Verpflichtung zur Anmeldung für eine begrenzte Teilnehmerzahl bestehen. Als Teilnehmer sind Ratsmitglieder, die Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Anlieger, Vertreter aus Gewerbe und Gastronomie, der Feuerwehr, der Landwirtschaft, des Gesundheitswesens und aus dem Seniorenbereich vorgesehen.

Falls der Kreis der interessierten Teilnehmer größer sein sollte als möglich, könne die Veranstaltung auch gesplittet werden, sagte Claudia Weichert.

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