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Aabachtalsperre gut gefüllt – trotzdem gibt es Sorgen

Wasserversorgung  im Paderborner Südkreis ist (noch) gesichert

Bad Wünnenberg-Bleiwäsche

Sonne, Wärme, von Regen keine Spur: So sieht der Wetterbericht schon seit vielen Tagen und auch für die nächsten Tage aus. Auch in Teilen Ostwestfalens wird die Wasserversorgung zur Herausforderung. Müssen sich die Einwohner im Südkreis Sorgen machen? "Jein", antwortet Rainer Gutknecht, Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabachtalsperre.

Die Aabachtalsperre in Bad Wünnenberg ist aktuell gut gefüllt. Langfristig könnte des mit der Trinkwasserversorgung dennoch Probleme geben.  Foto: Oliver Schwabe

Die Situation sei ambivalent, erläutert der Diplom-Ingenieur und Betriebswirt. Zurzeit sei die Aabachtalsperre mit 14,8 Millionen Kubikmetern  gut gefüllt. "Für dieses Jahr ist für die Region die Versorgung sichergestellt", beruhigt Gutknecht.

Das Trinkwasser aus der Aabachtalsperre   versorgt rund 250.000 Einwohner sowie große Unternehmen in den Kreisen Paderborn, Soest, Gütersloh und Warendorf.

Aktuell sei die Talsperre mit 85 Prozent gefüllt, was für den Sommer durchaus ein guter Wert sei. Zu verdanken, so Gutknecht, sei das allerdings vor allem zwei Faktoren: dem Starkregen im Sommer vergangenen Jahres, der im Ahrtal bekanntlich katastrophale Folgen hatte, aber auch in anderen Landesteilen die Wasserspeicher füllte, und dem vergangenen Winter, der zwar später als gewöhnlich aber doch noch viel Niederschlag gebracht habe.

Doch seien das eben einmalige Ereignisse. Mit Blick in die Zukunft könne man keineswegs sorglos sein, mahnt er. Denn es lasse sich beobachten, dass der wichtige unterjährige Zufluss  aus dem Grundwasser schon seit etwa 15 Jahren und verstärkt seit den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2021 stetig abnehme. Es bilde sich weniger Grundwasser neu.

Gutknecht: „Es zeigt sich,  dass der Sommer weiterhin als trocken zu bezeichnen ist und unterdurchschnittlichen Niederschläge zu verzeichnen sind. Die Talsperre befindet sich nun nach dem Beginn der Vegetationszeit deutlich im Entleerbetrieb.“

Entsprechend den meteorologischen Vorhersagen werde sie sich bis voraussichtlich Oktober oder November bis auf einen Wasserstand von 11 bis 12 Millionen Kubikmeter entleeren. Es habe sich angesichts der Situation  als richtig erwiesen, dass die verfügbare Vorhaltemenge (also die Menge, die die Talsperre maximal  abgibt) auf 10,5 Millionen Kubikmeter erneut einschränkt worden sei, so der Geschäftsführer.

Probleme bei der Wasserversorgung,  wie es sie teilweise in Norden Ostwestfalens bereits gebe, seien im Einzugsbereich der Aabachtalsperre aktuell nicht zu erwarten, so Gutknecht. Dass es eines Tages verboten werden könnte, den Rasen zu sprengen, das Auto zu waschen oder private Pools zu befüllen, sei aber auch hier nicht grundsätzlich auszuschließen: Die Entscheidung darüber hätten die Kommunen zu treffen. Auch die Landwirtschaft als Wasserverbraucher könnte dann betroffen sein.

Wasserverband

Neben der Menge, die verbraucht werde, sei auch der Zeitpunkt ein wichtiger Faktor, gibt Gutknecht zu bedenken.  Eng werde es beispielsweise zwischen 17 und 22 Uhr, wenn die Menschen zu Hause sind und Verbrauchsspitzen entstehen. Man könnte im Zeitalter digitaler Wasserzähler daher auch darüber nachdenken, zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Verbrauchspreise zu berechnen.

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